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Lokales Linke für Spielzimmer im Dresdner Rathaus
Dresden Lokales Linke für Spielzimmer im Dresdner Rathaus
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09:01 15.10.2016
Quelle: dpa
Dresden

Bei einem Behördengang kann es schon mal eine Weile dauern. Was machen kleine Kinder in der Zeit? Vor Jahren gab es ein Spielzimmer im Rathaus, dann fielen die Fördergelder dafür weg. Die Linken im Stadtrat wollen das Angebot jetzt wiederbeleben und möglicherweise sogar ausweiten.

Wie Oberbürgermeister Dirk Hilbert jetzt auf eine Anfrage der Linken-Stadträtin Pia Barkow mitteilte, wurde zwischen 2008 und Ende Juni 2014 im Rathaus ein Spielzimmer betrieben. Die Stadt konnte dafür die sogenannte Bürgerarbeit nutzen, eine öffentlich geförderte Beschäftigungsform. Mit dem Programm wollte der Bund bis 2014 die Integration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt befördern.

Montags und freitags von 8 bis 12 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 8 bis 12 und 14 bis 18 Uhr war das Spielzimmer im Erdgeschoss des Rathauses geöffnet „Die Inanspruchnahem schwankte sehr“, bilanziert Hilbert in seiner Antwort. Die Anzahl der betreuten Kinder habe meist zwischen 10 und 35 Kindern pro Woche variiert. „Im Durchschnitt wurden etwa 23 Kinder pro Woche betreut, zuletzt waren vier teilzeitbeschäftigte Bürgerarbeiterinnen im Einsatz“, schreibt der OB.

Zu den Kosten macht die Stadt keine detaillierten Angaben. Für den Betrieb des Spielzimmers seien in erster Linie Personal- und Personalverwaltungskosten angefallen. Die Personalkosten habe der Bund getragen. „Dresden beteiligte sich mit einem kommunalen Zuschuss von 120 Euro je gefördertem Arbeitsplatz“, schreibt Hilbert an die Stadträtin. Daneben seien Kosten für die kindgerechte Einrichtung und Ausstattung des Spielzimmers entstanden, die sich heute aber nicht mehr beziffern ließen.

Da das Spielzimmer jedoch entgeltfrei und ohne Voranmeldung genutzt werden konnte, sei ein wirtschaftlicher Betrieb von Anfang an nicht möglich gewesen, stellt Hilbert fest. Das Projekt sei somit stets von den Geldern Dritter abhängig gewesen. Mit dem Wegfall der Bundesprogramme Kommunalkombi und Bürgerarbeit zum 30. Juni 2014 hätten dann keine auskömmlichen Förderinstrumente mehr zur Verfügung gestanden. Das Spielzimmer wurde geschlossen, die Spielgegenstände gingen an den Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen und das Jugendamt.

Linken-Stadträtin Pia Barkow würde es begrüßen, wenn die Stadt das Angebot wieder aufleben ließe. „Damit könnten wir gerade für Alleinerziehende etwas tun, das Spielzimmer wäre eine Erleichterung für Behördengänge“, erklärt die Stadträtin, die unter anderem auf Gespräche mit dem „Alleinerziehenden-Netzwerk“ verweist. Und Barkow kann sich auch eine Ausweitung des Angebots vorstellen. In Schweden gebe es beispielsweise die Möglichkeit, regelmäßig Kinder für einen Tag in Betreuung zu geben, um Behördengänge oder anderes zu erledigen. Die Kinderbetreuung könnte auch für Stadträte sinnvoll sein, bei Sitzungen im Rathaus. Barkow: Alle Fraktionen haben Probleme, junge Frauen für die Mitarbeit im Stadtrat zu gewinnen. Ein Betreuungsangebot für kleine Kinder könnte diese Suche erleichtern. Barkow hofft deshalb in allen Fraktionen auf offene Ohren. Wie das Angebot genau aussehen sollte, müsse diskutiert werden. „Spätestens nächstes Jahr sollte es spruchreif sein“, hofft die Stadträtin.

Von Ingolf Pleil

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