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Linie drei: Studentenlinie an die wichtigsten Orte

DNN-Sommerserie: Wir bringen Sie auf Linie Linie drei: Studentenlinie an die wichtigsten Orte

Wer sitzt eigentlich in Dresdens Straßenbahnen und auf welchen Linien kann die Stadt besonders gut erkundet werden? In unserer Sommerserie „Auf Linie“ stellen wir zweimal wöchentlich eine Straßenbahnlinie mit ihren Besonderheiten vor. Heute: Die „drei“ als Studentenlinie an die wichtigsten Orte.

Linie drei: Studentenlinie an die wichtigsten Orte

Quelle: D. Flechtner

Dresden. In den Abteilen herrscht viel Bewegung, es ist hektisch und unruhig. Kaum ein Fahrgast fährt zwischen Hauptbahnhof und Bahnhof Neustadt mehr als eine, höchstens ein paar Haltestellen. Ständiges Rein und Raus an den Stationen, Fahrräder stehen dicht an dicht und verfitzen sich beim Ausstieg. Trotzdem herrscht in der Bahn weitestgehend Ruhe, die Automatismen stimmen, die Fahrgäste sind ein eingespieltes Team.

So können die meisten Studenten in „ihrer“ Linie 3 auch kurz Ruhe finden, Zeit um zwei-, dreimal im Buch zu blättern oder um einfach mal schnell mit Musikstöpseln im Ohr abzuschalten – bevor es wieder weiter geht. Und das sieht bei jedem anders aus.

In der Bahn

Quelle: Dietrich Flechtner

Beim Blick in die Abteile der Linie 3 fällt auf, dass sich viele Studenten gar nicht erst hinsetzen. Wie hier am Münchner Platz bleibt man besser gleich stehen, um an den nächsten Haltestellen an der Uni oder im Zentrum gleich wieder auszusteigen. Die 3 ist deshalb nicht ohne Grund auch als „Express-Linie“ bekannt, mit nur 38 Minuten Fahrzeit, vorbei an vielen wichtigen Knotenpunkten im Zentrum ist sie die zweitschnellste Linie nach der 10.

Wer schon Feierabend hat wie die 19-jährige Studentin Carmen Wendt, fährt am Nachmittag mal eben vom Wohnheim an der Reichenbachstraße an die Elbwiesen. Andere hingegen zieht es von den Wohngebieten in Pieschen, der Neustadt oder in Plauen entweder an den Campus oder zum Einkaufen ins Zentrum  und vollbepackt wieder zurück – inklusive Baguettestange, die klassisch aus der Einkaufstüte herausragt. „Die 3 ist immer voll und sehr hoch frequentiert und definitiv eine meiner Lieblingslinien“, erzählt der Bahnführer Wolfgang Fehring.

Neun lange Bahnen à fünf Abteile fahren die Strecke zwischen Coschütz und Wilder Mann im Regelbetrieb aller zehn Minuten ab. Zu den Stoßzeiten am Nachmittag dürfen sogar noch einige alte Tatra-Wagen als „E3“ zwischen Trachenberge und Plauen mit aufs Gleis, um alle Studenten fortzubekommen. In den Abendstunden wird es dann gewöhnlich etwas ruhiger in den Bahnen, bevor sich die 3 wieder als „GuteNachtLinie“ beliebt macht und wie gewohnt alle für das Studentenleben wichtigen Haltestellen abklappert. So kann Carmen Wendt dann nach dem Besuch der Filmnächte und einem Abstecher in die Neustadt in dunkler Stunde zurück nach Hause fahren. Dreh und Angelpunkt der Linie ist die Haltestelle Albertplatz, die das bunte Viertel an den öffentlichen Nahverkehr anbindet und sowohl Ziel als auch Ausgangspunkt vieler kleiner Reisen ist. Doch sind die Studenten erst einmal ausgestiegen, wird es nicht leerer in der Linie. Plötzlich bevölkern Laufräder, Kinderwagen und gestresste Muttis die Abteile. Es geht weiter ins Familienviertel Pieschen.

Die 3 ist nicht nur hoch frequentiert, sondern auch sehr beliebt – und das sogar nachts, wenn es ins Szeneviertel Neustadt geht.

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Dort warten am frühen Abend an der Endhaltestelle auch Gertrud und  Hans-Christian Gabsch. Die Senioren machen sich in den Abendstunden auf den Weg in die Neustadt. „Wir gehen heute ins Raskolnikoff essen und eventuell noch etwas trinken“, erzählt die 79-Jährige. Gemeinsam mit ihrem vier Jahre älteren Mann nutzt sie regelmäßig die Linie ins Zentrum. „Das Auto nehmen wir eigentlich nur noch zum Einkaufen, sonst fahren wir mit Bus und Bahn“, ergänzt Hans-Christian Gabsch.

Darüber hinaus gilt die 3 auch als Geheimtipp für Touristen. Einmal an der Endhaltestelle im grünen Coschütz angelangt, führt der Weg zu einer Brauereiführung bei Feldschlößchen oder weiter zu spannenden Ausflügen an den Windberg oder nach Freital. Auf der Bahnstrecke zurück geht es dann bergab mit einem schönen Blick auf die Altstadt in wenigen Minuten direkt ins Zentrum, vorbei am Campus und allen wichtigen Knotenpunkten wie Hauptbahnhof, Pirnaischer Platz oder Albertplatz. Von dort ist es auch nur noch ein Katzensprung in den beliebten Stadtteil Pieschen, der neben dem Ausblick „Pieschener Winkel“ und der Markuskirche einige Sehenswürdigkeiten zu bieten hat.

Steckbrief Linie 3

Linienverlauf: Coschütz – Plauen – Hauptbahnhof – Albertplatz – Bahnhof Neustadt – Wilder Mann
Linienlänge: 11,9 Kilometer
Fahrzeit: 38 Minuten
Haltestellen: 26
Fahrgastzahlen: 37 400 Fahrgäste pro Werktag (2016)

Sebastian Burkhardt

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