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Lokales Liegt am Messering doch noch eine Bombe?
Dresden Lokales Liegt am Messering doch noch eine Bombe?
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10:02 27.10.2018
Das betroffene Gelände am Messering im Ostragehege. Quelle: Jürgen-M. Schulter
Dresden

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst prüft zur Zeit weiter, ob auf dem Gelände am Messering nicht doch noch eine Bombe liegt. Das sagt Jürgen Scherf, Sprecher des Polizeiverwaltungsamtes, gegenüber DNN. „Wir suchen weiter und überlegen gerade, wie wir weiter vorgehen. Dass wir nichts gefunden haben bedeutet nicht, dass der komplette Verdachtspunkt wirklich frei ist.“

Den Bombenentschärfern mache zum einen die Aufschüttung auf dem Gelände Kopfzerbrechen. Gemeint ist das Kiesbett und Schicht Bauschutt unter dem Unterboden des asphaltierten Weges. „War das Oberflächenniveau auf dem Areal vor dem Krieg dort niedriger? Müssen wir noch in einer größeren Tiefe suchen?“, nennt Jürgen Scherf einen Grund für die Bedenken seiner Kollegen vom Bombenentschärfungskommando. Eine Bombe in größerer Tiefe hätte man mit den bereits durchgeführten Sondierungsbohrungen nicht erkennen können.

Bomben können in der Erde „wandern“

Der zweite Grund sei, dass Bomben nicht genau dort liegen müssen, wo die Einschlagstelle auf dem Luftbild zu sehen sei, erklärt der Polizeisprecher. „Sie müssen sich vorstellen, dass da enorme Kräfte wirken, wenn ein 250 Kilo schwerer Metallkörper aus einem Flugzeug abgeworfen wird und in die Erde einschlägt. Je nach Bodenbeschaffenheit driftet der Körper von der Einschlagstelle ab. Das können bis zu 20 Meter sein. Auch später noch können diese Körper durch den Wechsel von Trockenheit und Feuchtigkeit und der Temperatur in der Erde noch etwas ,wandern’.“

Den Radius von 20 Metern um die Einschlagstelle habe man noch nicht abgesucht, weil die Sondierungen den Metallkörper – das Rohr, wie sich später herausstellte – angezeigt hätten. Jetzt will man aber auch noch den maximalen 20-Meter-Umkreis unter die Lupe nehmen.

„Wir brauchen Gewissheit“

Vorher komme gegebenenfalls das Rohr mit Muffe, von dessen Existenz keiner eine Ahnung hatte, raus. Das werde aber derzeit noch geprüft. Jürgen Scherf erinnert in diesem Zusammenhang an den Bau des Kongresszentrums in Dresden. „Da haben wir im Vorfeld das Gelände und die Straße nach Bomben abgesucht und nichts gefunden. Jahre später wurde beim Parkplatzbau gegenüber vom Kongresszentrum – wenige Meter neben der Straße – eine Bombe gefunden.“

Diskutiert werde beim Kampfmittelbeseitigungsdienst durchaus die Frage, ob künftig auch in Sachsen ein Verfahren wie im Brandenburgischen Oranienburg angewandt wird. „Ultra Tem“ nennt es sich. Es wertet die Messwerte, die die Sondierungsbohrungen liefern, aus. „Die Firma nutzt eine Art Vergleichsschablonen, um zu verifizieren, ob es sich um eine Bombe handelt. Aber diese Firma übernimmt für ihr Auswertungsergebnis keine hundertprozentige Garantie. Die Verantwortung läge nach dem Gutachten der Firma immer noch bei uns. Und wenn wir die Verantwortung haben, brauchen wir Gewissheit. Wir müssen also trotzdem nachsehen, um Sicherheit zu haben“, so die Argumentation von Scherf.

Situation am Ostragehege ist ein Sonderfall

Könnte man sich dann die Kosten einer Evakuierung sparen, wenn die Wahrscheinlichkeit, dass es keine Bombe ist, über 90 Prozent liegt? „Es eröffnet nur die Möglichkeit, dass man sich – wenn es nicht als Bombe identizifiert wurde, ohne Evakuierung an den Verdachtspunkt herangraben könnte. Stellt man tatsächlich fest, es ist keine Bombe, ist damit auch keine Evakuierung mehr nötig. Aber um die Vorbereitung einer Evakuierung kommt man deshalb nicht drumherum“, erklärt Jürgen Scherf.

Die Situation wie im Ostragehege, dass einem Bombenverdachtspunkt nachgegangen werde, sei ein Sonderfall. „Der Klassiker ist, dass Bomben bei Bauarbeiten gefunden werden.“ Und dann sei Gefahr im Verzug und die sofortige Evakuierung erforderlich, um Entschärfen zu können.

Von Catrin Steinbach

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