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Lokales Lieblingsgsstücke aus dem Stadtarchiv – Wasser und Bier für das Waldschlößchen
Dresden Lokales Lieblingsgsstücke aus dem Stadtarchiv – Wasser und Bier für das Waldschlößchen
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09:13 26.04.2018
Die Dresdner Societätsbrauerei am Waldschlößchen. Quelle: Stadtarchiv Dresden/Lithographie und Zeichnung: C. W. Arldt
Dresden

Vor 180 Jahren feierten die Dresdner die Eröffnung der Societätsbrauerei am Waldschlösschen. Am 26. März 1838 strömten Tausende Gäste in das Brauhaus, um Biere nach bayrischer Brauart zu kosten. Glaubt man den Überlieferungen, wurden am ersten Tag circa 600 Liter Bier ausgeschenkt.

Doch nicht nur der Bierausschank lockte die Besucher zum Waldschlößchen. Von der Terrasse hatten die Gäste einen herrlichen Blick über das Elbtal und auf die Silhouette der Stadt. Die Zeitgenossen verfielen auch beim Anblick der Societätsbrauerei ins Schwärmen, denn „es leuchtet des flandrischen Bierkönigs Gambrinus stattliches Schloß dort am rechten Elbufer gar einladend ins Auge der Gegenwart.“

Doch bevor das erste Bier am Waldschlößchen gebraut werden konnte, mussten infrastrukturelle Maßnahmen geschaffen werden, um das Brauen überhaupt zu ermöglichen. Neben dem Bau von Lagerkellern und einer Mälzerei war die Versorgung mit frischem Trinkwasser eine Grundvoraussetzung.

Einer Ratsakte aus dem Stadtarchiv zufolge wandte sich der Besitzer des Grundstücks, Stadtrat Heinrich Wilhelm Rachel, 1837 mit einem entsprechenden Gesuch an das Königliche Forstamt Dresden. Rachel hatte das Grundstück am Waldschlößchen im Auftrag der Gesellschafter erworben und wurde nach Eröffnung in das Direktorium der Societätsbrauerei berufen. In seinem Schreiben bat er „um käufliche Ueberlassung von Röhrwasser von der Neustädter Wasserleitung“ für den Bedarf der Brauerei, was ihm von den Behörden gegen Auflagen bestätigt wurde.

Die Wasserröhren vom Waldschlößchen zur Neustädter Hauptleitung in Länge von 1322 Ellen (circa 700 Meter) durchs Fischhaus-Revier hatte die Aktiengesellschaft auf eigene Kosten zu bauen und zwar mit „möglichster Schonung des Waldes und auf dem zu bestimmenden Tracte.“ Dafür versprach die Königliche Wasser-Kommission, etwa sieben Liter in einer Minute zu liefern. Dass sie es hielt, sorgte jedenfalls dafür, dass am Tag der Eröffnung kein Besucher durstig nach Hause gehen musste.

Von Marco Iwanzeck

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