Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Liebeserklärung an die Neustadt
Dresden Lokales Liebeserklärung an die Neustadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:08 29.11.2018
Buchautor Joachim Schuster aus Dresden. Quelle: Catrin Steinbach
Dresden

Joachim Schuster hat ein Faible für die Dresdner Neustadt. Und das, obwohl er gar nicht dort wohnt, sondern in Zschieren.

Trotzdem ist der 70-Jährige bestimmt zweimal pro Woche in dem Stadtteil, der zu den größten geschlossenen Stadtvierteln mit Gründerzeitbebauung in Deutschland zählt und als Szeneviertel gilt. Interessiert verfolgt Joachim Schuster seit der politischen Wende 1989/90 die Veränderungen in dem Stadtteil, nicht selten mit der Kamera.

Zudem unterstützt er seit 2011 das Stadtteil-Archiv, half und hilft beim Erfassen von Dokumenten für eine Datenbank sowie bei Ausstellungen über die Neustadt.

2015 veröffentlichte der Hobbyfotograf, der bis zur Wende als Chemiker in Rossendorf arbeitete und sich bis zur Rente 2008 mit der Altlastensanierung befasste, sein erstes Buch. Es zeigte die Neustadt 1990 und 2010 in gegenüber gestellten Bildern.

Jetzt hat Joachim Schuster unter dem Titel „Dresdens Äußere Neustadt – Vom verfallenen Stadtteil zum bunten Kulturviertel“ sein zweites Buch herausgebracht. Es ist ein Sammelsurium an Fotos, historischen Postkarten, Dokumenten, Auszügen aus anderen Büchern, Erlebnisberichten von gestern und heute, Informationen zur Entstehung von Gebäuden und Brunnen zum Beispiel, kleinen Geschichten und vor allem Gedichten. Viele verschiedene Autoren haben dazu beigetragen.

So ist eine Eingabe abgedruckt, die 1988 ein Dresdner an den Rat des Stadtbezirkes Nord richtete. Gegenstand der Beschwerde ist der katastrophale bauliche Zustand des bewohnten Hauses und die Odyssee des Mieters, daran etwas zu ändern.

Auch mehrere Gedichte „Regen...“, „Verbote“, „Schwarzer Schnee skizzieren ein Bild von der verfallenen Neustadt, der sich die ersten 47 von 312 Seiten des Buches widmen. „Die Neustadt in den 1980er Jahren war grausam grau, ja schwarz und verdreckt und verfallen, hatte aber auch ihre idyllischen Seiten“, sagt der Herausgeber des Buches. Zum Ausdruck gebracht hat er das selbst in seinem Gedicht „Neustadt-Leben“.

Es folgen Schlaglichter auf berühmteste und auf berüchtigte Kneipen des Viertels und was aus ihnen geworden ist. Joachim Schuster hat dafür in seinem Buch wunderbar launige Texte zum Beispiel von Jens Wonneberger, Edward Güldner oder auch vom Neustadtflüsterer Jan Frintert (Anton Launer) versammelt.

Im Kapitel 2 des Buches geht es um „Plätze und Straßen – gestern und heute“. Wobei diese eher das Ordnungsprinzip für die Texte und Bilder sind. Denn zumeist stehen einzelne Gebäude im Fokus. Mal sind es Baugeschichte, Architektur oder auch die prächtige Jugendstilmalerei im Treppenhaus, auf die Joachim Schuster die Aufmerksamkeit lenkt.

Dann wieder geht es vorrangig um die Menschen, die in den Häusern leb(t)en und arbeite(te)n, wie den letzten Elfenbeinschnitzer von Dresden oder Katja Brückner von Café „Kafétraum“, von deren Cappuccino mit schaumigem Herz und Pannacotta mit Rhabarberkompott der Buchautor schwärmt.

Auf 19 Seiten von Kapitel 3 spielen dann Menschen in der Neustadt endgültig die Hauptrolle. Joachim Schuster skizziert kurz, was sie machen und erzählt, warum sie aus seiner Sicht eine wichtige Rolle in dem Stadtteil spielen oder gespielt haben.

Es gibt sicher noch mehr Personen, die man da aufzählen könnte. Aber einen vollständigen Überblick zu geben ist nicht das Ziel dieses Buches. Es ist eine Liebeserklärung an die Neustadt, ein ganz persönlicher Stadtrundgang, ein kurzweiliges Lesebuch, in dem man immer mal wieder schmökern kann.

Dresdens Äußere Neustadt – Vom verfallenen Stadtviertel zum bunten Kulturviertel“ von Joachim Schuster. ISBN 978-3-00-060343-3, Eigenverlag; Preis: 25 Euro. Am 5. Dezember, 18.30 Uhr stellt Joachim Schuster sein Buch in der Bibliothek Prohlis, Prohliser Allee 10, vor und liest Gedichte.

Von Catrin Steinbach

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Oberlandeskirchenrat Peter Meis, seit 2011 Theologischer Dezernent der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, geht mit 65 Jahren in den Ruhestand. Offiziell verabschiedet wird er in einem Gottesdienst am Freitag, 30. November in der Dresdner Kreuzkirche.

29.11.2018

Die Stadtverwaltung soll die Nutzung von Wohnraum als Ferienwohnungen einen Riegel vorschieben, fordert Rot-Grün-Rot. Das bewirkt nichts, erklärt das Buchungsportal Airbnb.

29.11.2018

Ein 26-Jähriger kickt beim Stadtfest eine Kokosnuss in Richtung einer Polizeistreife. Er traf eine Beamtin – und schoss damit die Frau bewusstlos. Nun wurde er wegen Körperverletzung verurteilt.

29.11.2018