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Lokales Lichtkunst von Dresdner Studenten soll Patienten im Diakonissenkrankenhaus helfen
Dresden Lokales Lichtkunst von Dresdner Studenten soll Patienten im Diakonissenkrankenhaus helfen
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17:38 20.04.2017
Die Idee zur Lichtinstallation hatten Sarah Brodbeck und Yvonne Engelhardt (v.l.) Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Am Donnerstagvormittag haben Studierende der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) ihre Entwürfe für die Umgestaltung der Intensivstation des Diakonissenkrankenhauses in Dresden-Neustadt vorgestellt. Der Pflegedirektor Michael Jung hat sich zusammen mit seinem Team der Intensivstation für eine Neugestaltung der Zimmerdecken mit farbigen Lichtinstallationen entschieden.

Die Kunsttherapie-Studentinnen Sarah Brodbeck und Yvonne Engelhardt haben pastellfarbene Stoffkuppeln in weichen Formen entwickelt, die sanftes Licht ausstrahlen. Dafür haben die ausgebildeten freien Künstlerinnen wissenschaftliche Studien zur Farbwirkung auf den menschlichen Heilungsprozess einbezogen. „Im MRT konnte nachgewiesen werden, dass Orange das Immunsystem anregt und Gelb Heiterkeit fördert“ erklärt Brodbeck. Zusammen mit der Farbe Rosa soll die Lichtinstallation an der Ecke an die Patienten auf der Intensivstation an die Geborgenheit im Mutterleib erinnern.

Künstlerische Gestaltung des Krankenhauses birgt Herausforderungen

„Eine große Herausforderung waren die hygienischen Vorschriften und Brandschutzauflagen“ sagt Engelhardt. Sie sind gespannt, wie die technische Realisation ihres Entwurfs nun in die Tat umgesetzt werden kann. Dafür arbeiten das Diakonissenkrankenhaus und die HfBK mit der Semperoper zusammen, die reichlich Erfahrung in der technischen Installation von Kunst hat.

Doris Tietze, Leiterin des Studiengangs Kunsttherapie, zeigte sich begeistert über das Engagement ihrer Studenten und der engen Zusammenarbeit mit dem Diakonissenkrankenhaus. Die anderen Entwürfe der insgesamt acht Studenten versuchen vor allem den schwerkranken Patienten Ruhe und Orientierung zu bieten. Cordula Schild und Sarah Pontius bemalten Plexiglasplatten mit Formen, die an Zellen und die Natur erinnern. Mit einer goldenen Deckenbemalung in Formen von Blättern wollten Natascha Konschina, Kerstin Polzin und Sviatoslav Palamartschuk den Patienten Kraft geben. Die Farbe Gold wurde bewusst gewählt, da sie keine dunklen Schatten wirft.

Ein Fenster nach Draußen war die Idee von Anna Henke, die den Intensivpatienten mittels Liveübertragung von ruhigen Dresdner Orten, wie der Elbe, Orientierung geben will. Durch die Bilder können die bettlägerigen Menschen erkennen, welche Jahreszeit und Uhrzeit gerade ist, erklärt Henke ihren Entwurf.

Pflegepersonal regte Neugestaltung an

Pflegedirektor Jung betont, dass der Wunsch zur Neugestaltung der Decke von den Mitarbeitern auf der Intensivstation ausging. „Die Kabel der lebenserhaltenen Maschinen werden von den Patienten oft als Fesseln wahrgenommen oder Geräusche wecken Assoziationen an Krieg“ spricht Pflegerin Franziska Hoder aus ihrer Erfahrung. Eine besondere Herausforderung in der Gestaltung sieht Katrin Przybilla, Oberärztin am Diakonissenkrankenhaus, in den unterschiedlichen Bewusstseinszuständen der Patienten, die bis zu einem Monat in einem der neun Intensivzimmer der Station behandelt werden.

Um die Studenten der Kunsttherapie für die Empfindungen der Patienten zu schulen, hat das Diakonissenkrankhaus zu Beginn des Projekts im vergangenen Oktober einen Workshop angeboten. Pflegedirektor Jung kann noch keine konkreten Aussagen zu den Kosten der Umgestaltung geben: „Alles was über die Streichkosten für die Decke hinausgeht wird vom Förderverein getragen“.

Spezieller Angehörigenbereich in Planung

Im Sommer soll die Deckengestaltung des ersten Zimmers als Prototyp erfolgen. Nach einer gemeinsamen Evaluation mit Mitarbeitern und Patienten des Diakonissenkrankenhaus werden dann auch die anderen Zimmer umgebaut werden, um durch eine wohlige Atmosphäre die Genesung der Patienten zu fördern. In Zukunft soll auch ein spezieller Bereich für die Angehörigen geschaffen und analysiert werden, wie die Geräuschkulisse für die Patienten angenehmer gestaltet werden kann, gibt Jung seine Pläne bekannt.

Von Tomke Giedigkeit

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