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18:03 19.12.2017
Erneuerbare Energien sind ein Bestandteil des EU-Programms.  Quelle: dpa
Dresden

 Die Sonne scheint, der Computer zeigt an: Jetzt ist ein günstiger Moment, den Wäschetrockner anzustellen. Das Solardach produziert fleißig Strom, der verbraucht werden muss. In 300 Meter Entfernung wartet am Mobilitätspunkt der bestellte Kleintransporter für den Möbelkauf. Für die Fahrt zum Lebensmittelmarkt steht ein Lastenfahrrad bereit.

Beispiele für Projekte in Dresden, die von der Europäischen Union gefördert werden. Die Landeshauptstadt hat sich unter hunderten Kommunen durchgesetzt und ist gemeinsam mit Valencia (Spanien) und Antalya (Türkei) zur Vorreiterstadt der Initiative „Smart Cities and Communities“ ernannt worden. „Lighthouse City“, zu Deutsch Leuchtturmstadt, ist nicht nur ein schöner Titel, sondern auch mit viel Geld verbunden: 4,5 Millionen Euro Fördermittel fließen in den nächsten Jahren, wie Uwe Richter erklärte, Abteilungsleiter Smart City im Amt für Wirtschaftsförderung. Das Geld soll in den Stadtteil Johannstadt investiert werden, der zu einem Vorzeigegebiet in Sachen „Smart City“ werden soll.

Die Wahl zur Leuchtturmstadt stellt Dresden in eine Reihe mit Hamburg, Köln und München. „Es gibt nur diese vier Städte in Deutschland, das ist einzigartig“, meint der Amtsleiter. Jetzt könne die Stadt mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft wie der Technischen Universität, dem Fraunhofer-Institut, der Vonovia, der Dresdner Stadtwerke (Drewag) oder der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) an intelligenten Lösungen bei Erneuerbaren Energien oder Mobilität arbeiten. „Was wir in Dresden machen, wird in Europa adaptiert. Wir können unsere Ansätze europaweit vermarkten“, so Richter.

Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung seien die Megatrends in der Energiewirtschaft, erklärte Frank Wustmann, Abteilungsleiter Unternehmensentwicklung und -organisation bei den Drewag. Dezentrale Anlagen produzieren Strom, diese müssten mit modernen Technologien verknüpft werden. Weil bei Solardächern die Sonne scheinen muss, sollen Batteriesysteme, die Computer der Endverbraucher, aber auch Ladestationen für Elektroautos integriert werden.

Das gemeinsame Projekt „Smarter Mieter“ mit dem Vermieter Vonovia sei ein Ansatz, Energieerzeugung mit Datenverarbeitung zu verknüpfen, so Wustmann. „Wir haben 700 Wohnungen in Johannstadt im Bestand“, erklärte Martina Pansa, Geschäftsführerin für die Region Südost der Vonovia. Bisher habe das Unternehmen auf fünfgeschossigen Wohnhäusern Photovoltaik-Anlagen installiert, nun werde das Projekt auf höhere Gebäuden fortgeführt. „Wir wollen unsere Mieter an der Energiewende beteiligen“, so Pansa. Von dem für Johannstadt konzipierten Mieterstrommodell könnten Vonovia-Mieter eines Tages in ganz Deutschland profitieren.

Beim Thema Mobilität gehe es vor allem darum, gemeinsam mit den DVB Mobilitätspunkte einzurichten, an denen die Nutzer auf eine Vielzahl von Verkehrsmitteln zurückgreifen könnten, so Richter. Der Kleintransporter für den Möbelkauf, die Straßenbahn für Fahrten ohne schweres Gepäck und das Lastenrad für den Lebensmitteleinkauf.

„Wir erarbeiten ein Quartiermodell für Johannstadt, bei dem wir verschiedene Strategien und Technologien kombinieren“, erklärt René Unger, Geschäftsführer des Unternehmens EA Systems, das sowohl an Konzepten arbeitet als auch das EU-Projekt in den nächsten fünf Jahren steuert. „Wir freuen uns auf tolle Maßnahmen, die die Lebensqualität in Johannstadt und in Dresden weiter steigern.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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