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10:42 16.02.2017
Baumwahlgrab am Gruppenbaum.   Quelle: : Eigenbetrieb Städtisches Friedhofs- und Bestattungswesen
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Dresden

Bestattungen im Wald als Alternative zum herkömmlichen Friedhof – so genannte Friedwälder – erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Doch auch auf dem Dresdner Heidefriedhof ist es möglich, eine naturnahe Bestattung zu wählen. Denn das Areal, 1934 bis 1936 angelegt, blieb das, was es immer war: Wald.

Seit September 2006 verfügt der Heidefriedhof über eine Baumgrabanlage. „Auf Grund der großen Nachfrage entstanden in den vergangenen Jahren weitere solcher Bestattungsarten, für die sich allein in den zurückliegenden zwei Jahren insgesamt 363 Hinterbliebene entschieden haben. Heute können Angehörige von Verstorbenen unter vier verschiedenen naturnahen Bestattungsarten wählen“, so die Auskunft aus der Stadtverwaltung.

Aber wodurch unterscheiden sich die einzelnen Bestattungsarten, die als „naturnah“ bezeichnet werden? In der Baumgrabanlage werden die Urnen in der Nähe eines Baumes – den die Hinterbliebenen nicht selbst auswählen können – beigesetzt. Danach wird die Stelle wieder dem Waldboden angeglichen. Da das Waldstück seinen naturbelassenen Charakter behalten soll, ist hier eine individuelle Grabgestaltung mit Pflanzen oder Blumen nicht möglich, so Mario Fischer, als Fachbereichsleiter u.a. für den Heidefriedhof zuständig. Preis für diese Grabstelle: 703,93 Euro für eine Ruhefrist von 20 Jahren.  

Variante 2 ist das „Baumwahlgrab am Einzelbaum“. „Eine Familie hat die Möglichkeit, einen einzelnen Baum auf einer Fläche von 16 qm zu pachten. Dort können vier Urnen bestattet werden und bis zu zwei kleine Grabmale hingelegt werden“, erläutert Fischer. „Die individuelle Grabpflege sollte den naturnahen Gegebenheiten der Umgebung nicht entgegenstehen.“ Preis für ein Urnenwahlgrab am Einzelbaum laut Friedhofsgebührensatzung für 20 Jahre: 4130,93 Euro.

Ähnlich ist das bei der dritten naturnahen Bestattungsvariante, dem „Baumwahlgrab am Gruppenbaum“ (Preis für 20 Jahre 1547,76 Euro). In diesem Fall teilen sich vier Familien einen Baum. Die Kreisfläche um das Gehölz wird in vier Kreissegmente geteilt. „Jedes ist ein Urnenwahlgrab für bis zu zwei Urnen“, so Fischer.

Eine vierte Möglichkeit, einen nahen Angehörigen naturnah zu bestatten, sind die „Partnergräber im grünen Band“. Kosten: 1635,75 Euro für 20 Jahre. Sie sind in eine Fläche mit dauerhaften Stauden und Kleingehölzen eingebettet. „Der Vorteil für die Hinterbliebenen besteht darin, dass Sie ihren Partner auf einer bestehenden, gepflegten Anlage bestatten lassen und die Nutzungsrechte für sich als Partner gleich mit erwerben. Eine Grabpflege ist auf einer begrenzten Fläche möglich. Die Flächenbegrünung wird von der Friedhofsverwaltung betreut. Die Errichtung eines Grabmals ist ausdrücklich erwünscht“, so die Erläuterung.

Doch warum entscheiden sich zunehmend mehr Menschen für eine naturnahe Bestattung? „Der Hauptgrund ist aus meiner Erfahrung, dass die naturnahen Bestattungsvarianten nicht so pflegeaufwändig sind. Viele wollen einfach die Belastung für die Angehörigen minimieren. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt aber auch die Philosophie, das Einswerden mit der Natur“, sagt Mario Fischer.
Aufgrund der großen Nachfrage sollen in den nächsten Jahren weitere naturnahe Bestattungsformen gewählt werden. Worum es sich genau handelt, das ließ Robert Arnrich, Betriebsleiter des Eigenbetriebes Friedhofs- und Bestattungswesen, offen. „Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, Angehörige naturnah zu bestatten. Diese müssen aber noch mit den Verantwortlichen des Natur- und Denkmalschutzes besprochen werden.“

Übrigens biete man auf dem Städtischen Heidefriedhof nicht nur naturnahe Bestattungen an, sondern nehme es auch mit dem Umweltschutz genau. Seit über zwei Jahren verzichte man auf dem Areal, das sich im Landschaftsschutzgebiet befinde, freiwillig auf Pflanzenschutzmittel, so die Stadtverwaltung. Die modernen Sanitäranlagen seien an mehrere Biokläranlagen angeschlossen. Zudem rüste man nach und nach den Fuhrpark auf Elektroautos um. „Momentan verfügen wir über zwei Elektrotransporter und einen Elektro-Pkw“, zählt der Leiter des Heidefriedhofes auf.  Ebenso wähle man bei Neuanschaffungen von Kleingeräten solche mit Akkubetrieb.

www.bestattungen-dresden.de

Von cat.

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