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Lenin: 80-Tonnen-Monument vom Wiener Platz wird versteigert

Rote Bahnhofsvorsteher Lenin: 80-Tonnen-Monument vom Wiener Platz wird versteigert

Lenin kommt unter den Hammer. Am 17. Juni soll der 12 Meter hohe „Rote Bahnhofsvorsteher“ vom Wiener Platz ab 13 Uhr im schwäbischen Gundelfingen versteigert werden. Besichtigungen sind ab 9 Uhr möglich.

Das Lenin-Denkmal prägte zu DDR-Zeiten wesentlich das Bild der Prager Straße mit, vor allem von dort, wo viele Reisende in Dresden ankamen: am Hauptbahnhof.

Quelle: Frank Schubert

Dresden. Lenin kommt unter den Hammer. Am 17. Juni soll der „Rote Bahnhofsvorsteher“ vom Wiener Platz ab 13 Uhr im schwäbischen Gundelfingen versteigert werden. Besichtigungen sind ab 9 Uhr möglich. Das Auktionshaus „Auktionspunkt“ aus Potsdam kündigt die Versteigerung der zwölf Meter hohen Figurengruppe, die den russischen Revolutionsführer Lenin mit zwei Mitstreitern zeigt, im Internet an. Der russische Künstler Grigori Danilowitsch Jastrebenezki hatte das rund 80 Tonnen schwere Monument aus rotem karelischen Granit hauen lassen. Der Aufrufpreis beträgt 150 000 Euro.

Am 6. Oktober 1974, einen Tag vor dem 25. Jahrestag der Gründung der DDR, war das Denkmal auf dem Wiener Platz eingeweiht worden. Gleichzeitig wurde der Platz in Leninplatz umbenannt. Nach der politischen Wende 1990 erhielt der Platz seinen alten Namen zurück. Das Denkmal wurde 1992 abgebaut. Die Stadt verschenkte es an den schwäbischen Steinmetz Josef Kurz, der in der Kleinstadt Gundelfingen an der Donau einen Skulpturenpark einrichten wollte. Das Projekt wurde nie verwirklicht. Kurz starb 1994. Seine Erben verfolgten die Idee nicht weiter.

Der Münchener Künstler Rudolf Herz hat Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und den Stadtrat angesichts der drohenden Auktion aufgefordert zu handeln. „Die geplante Versteigerung des Denkmals ist nicht akzeptabel. Sie bedeutet die Privatisierung eines öffentlichen Monuments, mit dem sich nicht nur in Dresden kollektive, auch kontroverse Erfahrungen und Erinnerungen verknüpfen.“

Herz hatte 1991 vorgeschlagen, das Denkmal an Ort und Stelle zu belassen, jedoch in seine einzelnen Blöcke zu zerlegen. Er wollte das so entstehende Kunstwerk „Lenins Lager“ nennen. „Mit meiner Konzeption sollte offen bleiben, ob es sich um einen Abbau oder Aufbau handelt“, erklärte der Künstler. 2004 lieh er sich die drei Büsten des Denkmals aus, spannte sie auf einen Tieflader und fuhr mit ihnen einen Monat lang quer durch Mitteleuropa. Dabei machte Herz auch auf dem Neumarkt Station.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert, seine Beigeordneten und die Stadträte sollten das Denkmal jetzt nach Dresden zurückholen, fordert der Künstler. „Entscheiden Sie sich für eine verantwortungsvolle Erinnerungspolitik! Greifen Sie den Faden von damals auf!“

Eigentlich wollte das Auktionshaus den „Roten Bahnhofsvorsteher“ schon am 13. Mai versteigern. „Aber wir wollten es etwas langfristiger angehen und haben den Termin verschoben“, erklärte Auktionator Frank Ehlers gegenüber den DNN. Er verzeichne sehr viele Klicks auf seiner Internetseite. Wie groß das Interesse an einem Monument aus Granit ist, könne er aber nicht sagen. „Da sind wir selbst sehr gespannt.“ Interessenten könnten ihn gerne auf eine Besichtigung ansprechen. „Da werden wir bestimmt einen Weg finden.“

Neben Lenin stehen am 17. Juni unter anderem auch Statuen und Monumente von Stalin, Ernst Thälmann und Klement Gottwald zur Versteigerung. Ehlers versteigert die Kunstgegenstände im Auftrag des Sohnes von Josef Kurz, erklärte er.

www.auktionspunkt.de

Von Thomas Baumann-Hartwig

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