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Lokales Leipzig hilft Dresden: Löschroboter kühlt brennende Fliegerbombe
Dresden Lokales Leipzig hilft Dresden: Löschroboter kühlt brennende Fliegerbombe
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14:31 25.05.2018
Brenzlige Mission: Der Löschroboter (im Hintergrund) bei seinem Einsatz an der brennenden Fliegerbombe in Dresden Quelle: Matthias Rietschel
Dresden/Leipzig

Großer Einsatz für ein kleines Fahrzeug der Leipziger Feuerwehr: Ein Löschroboter ist am Donnerstag von der Messestadt nach Dresden entsandt worden, um die teilweise explodierte Fliegerbombe in Löbtau abzukühlen. Das sogenannte Löschunterstützungsfahrzeug (LUF 60) war eigentlich angeschafft worden, um Brände im Leipziger City-Tunnel zu löschen. In der Landeshauptstadt hat der Roboter nun seinen bislang spektakulärsten Einsatz.

Am Donnerstagvormittag näherte sich das ferngesteuerte rote Gerät der brennenden 250-Kilo-Bombe in Löbtau und schoss eine große Wasserfontäne in Richtung des Bomben-Fundorts. Damit sollte das in der Nacht durch die Detonation in Brand geratene Dämmmaterial gelöscht werden. Koordiniert wurde der Einsatz über Hubschrauber und Drohnen.

Liebe Dresdner, wir drücken die Daumen, dass alles gut geht! Unsere Feuerwehr ist bereits mit einem Löschroboter LUF60...

Gepostet von Stadtverwaltung Leipzig am Donnerstag, 24. Mai 2018

„Die Stadt Leipzig wurde im Zuge eines Amtshilfeersuchens angefragt. Da helfen wir natürlich gerne aus“, erklärte Leipzigs Feuerwehrsprecher Joachim Petrasch gegenüber LVZ.de. Das Spezialgerät war 2016 für rund 400.000 Euro für die Berufsfeuerwehr angeschafft worden. Der Roboter ist in der Lage, einen über 50 Meter langen Wassernebel aufzubauen und damit zu kühlen oder per Wasserwerfer Flammen zu löschen. Das LUF 60 hat die Kraft, bei Bränden in Tiefgaragen bis zu drei Pkw wegzuschieben und mit einem Kran Lasten von bis zu 400 Kilogramm, etwa aufgeheizte Gasflaschen oder Fässer, zu bergen.

Der Löschroboter bei einer Vorführung vor der Hauptfeuerwache in Leipzig (Archivfoto). Quelle: Armin Kühne

Ohne den Roboter würde es mehrere Tage dauern, bis die in Brand geratenen Papierballen von allein erlöschen, begründete Dresdens Polizeisprecher Thomas Geithner den Einsatz. Nach der missglückten Entschärfung in der Nacht zum Donnerstag hat sich der Bombeneinsatz zu einer wahren Nervenprobe entwickelt. Im Anschluss an die Löscharbeiten soll sich ein gepanzerter Bagger zur Bombe vorwagen, um diese freizulegen. Die Polizei will den Einsatz noch am Donnerstag abschließen. Wegen der Bombe, die bereits am Dienstag gefunden worden war, mussten fast 9000 Menschen ihre Häuser verlassen.

Seinen letzten Einsatz hatte der Roboter erst vergangene Woche beim Brand einer Lagerhalle und eines Stalls im Leipziger Ortsteil Gundorf. „Auch bei einem Tiefgaragenbrand wurde er schon eingesetzt“, berichtete Petrasch. So eine brenzlige Mission wie am Donnerstag habe er aber noch nicht zu bewältigen gehabt.

Von Robert Nößler

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