Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Lehrer in Sachsen schließen weitere Streiks auch nach Tarifabschluss nicht aus
Dresden Lokales Lehrer in Sachsen schließen weitere Streiks auch nach Tarifabschluss nicht aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:51 09.09.2015
Tausende Lehrer aus Dresden (Archiv) Quelle: Julia Vollmer

„Nicht in den nächsten zwei Wochen, aber im Laufe des Jahres ist damit zu rechnen“, sagte Sachsens GEW-Vorsitzende Ursula-Marlen Kruse am Montag. Es brauche nun eine neue Streik-Strategie. „Die will gut geplant sein.“

Bilder der letzten Streikkundgebung in Leipzig:

Von dem Tarifabschluss zeigte sich die GEW „sehr enttäuscht“, weil es keine tarifliche Eingruppierung der angestellten Lehrer und damit keine Annäherung an die verbeamteten Kollegen gebe. Laut Kruse lehnt die GEW den Tarifabschluss daher ab. Arbeitgeber und Gewerkschaften hatten sich am Sonnabend darauf geeinigt, die Entgelte für die Tarifbeschäftigten um 2,1 Prozent rückwirkend zum 1. März 2015 zu erhöhen und um 2,3 Prozent zum 1. März 2016.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Sachsen forderte die Landesregierung auf, die Tariferhöhung für die Angestellten der Länder ohne Abstriche auf die Beamten zu übertragen. „Es wäre ein deutliches Signal der Wertschätzung für die Arbeit der Beamten im Freistaat, wenn jetzt nicht lange geprüft wird, sondern ein schnelles Signal kommt“, sagte DGB-Vize Markus Schlimbach am Montag.

Der Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst der Länder müsse zeit- und inhaltsgleich auf die rund 34 000 Beamten des Landes übertragen werden, hieß es. Auch der Landesverband der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) forderte eine vollständige Übernahme. Der Sächsische Beamtenbund betrachtet den Abschluss als „verantwortbaren Kompromiss“. Nun müsse schnellstens ein Anpassungsgesetz zur Übertragung auf die Beamten im Freistaat her, sagte der Vorsitzende Gerhard Pöschmann. Nach Angaben des Finanzministeriums wird derzeit über die Übernahme beraten.

„Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen“, sagte ein Sprecher. Allein der Tarifabschluss für die Angestellten der Länder kostet das Land nach eigenen Angaben etwa 140 Millionen Euro. Eltern in Sachsen müssen sich in dieser Woche auf Warnstreiks in den kommunalen Kitas und Horten einstellen: Am Dienstag legen Erzieher in zahlreichen Einrichtungen in Leipzig die Arbeit nieder, am Donnerstag voraussichtlich in Dresden. Hintergrund sind die aktuellen  Tarifverhandlungen für Beschäftigte im öffentlichen Sozial- und Erziehungsdienst. Die Erzieher fordern unter anderem eine bessere Eingruppierung. Das würde im Durchschnitt auf eine Einkommenserhöhung von rund zehn Prozent hinauslaufen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eltern in Leipzig müssen sich am Dienstag auf ganztägige Warnstreiks in den kommunalen Kitas und Horteinrichtungen einstellen. Wie die Stadt am Montag mitteilte, sind 20 Kindertagesstätten, 26 Horte sowie 5 Betreuungsangebote an Schulen zur Lernförderung betroffen.

09.09.2015

Am Wochenende wurden im BMW Werk Leipzig die Sieger des sächsischen Landeswettbewerbes von „Jugend forscht“ ausgezeichnet.

Stefanie Kaune 09.09.2015

Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) ärgert sich über die Kritik des Lehrerverbands an zu großen Klassen für Flüchtlingskinder.

09.09.2015