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Lange Haft für Diebstähle aus Dresdner Postabholkästen

Über 50 Straftaten in einem halben Jahr Lange Haft für Diebstähle aus Dresdner Postabholkästen

Heike S. und Diana G. haben ein gemeinsames Problem: ihren Crystalkonsum und eine hohe kriminelle Energie, um sich das Geld für den Stoff zu beschaffen. Und sie haben ein gemeinsames Hobby: Beide sind von Schlüsseln fasziniert, die bei Hausdurchsuchungen der Damen kistenweise gefunden wurden.

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Beide Damen mussten sich wegen Diebstahls, Betrugs und Computerbetrugs vor dem Amtsgericht verantworten.

Quelle: dpa

Dresden. Heike S. und Diana G. haben ein gemeinsames Problem: ihren Crystalkonsum und eine hohe kriminelle Energie, um sich das Geld für den Stoff zu beschaffen. Und sie haben ein gemeinsames Hobby: Beide sind von Schlüsseln fasziniert, die bei Hausdurchsuchungen der Damen kistenweise gefunden wurden. „Ich habe einen Schlüsselspleen“, hatte Heike S. bei ihrer Verhandlung erklärt. „Ich liebe es Schlüssel zu sammeln und mich zu fragen, wo sie wohl passen“, erklärte Diana G. am Dienstag im Amtsgericht. Eine Faible für Schlüssel zu haben, ist nicht schlimm, nur stammten viele aus Straftaten, sie waren geklaut worden. Nicht allein von den Frauen, da haben auch deren jeweilige Freunde eine Aktie dran, die bereits juristisch behandelt wurden und im Gefängnis sitzen.

Auch die beiden Damen mussten sich wegen Diebstahls, Betrugs und Computerbetrugs vor dem Amtsgericht verantworten. Heike S. vor zwei Wochen, Diana G. gestern. Beide sind erheblich vorbestraft und haben sich vor Jahren dort kennengelernt, wo andere die Schlüsselgewalt haben. Man traf sich wieder und beging auch gemeinsam Straftaten.

Irgendwann im Herbst 2016 muss Diana G. an den Generalschlüssel für Postabholkästen, die den Zustellern als Zwischenlager dienen, gekommen sein. Woher sie den hatte, wollte sie gestern nichts sagen. Sie plünderte die Kästen im großen Stil, durchsuchte die Briefe nach Bargeld und Eintrittskarten für Konzerte oder Veranstaltungen, die verkauft wurden, und fing EC-Karten und einige Tage später die dazugehörigen Pins ab. Mit den geklauten Karten ging sie Einkaufen, bezahlte Klamotten, Kosmetik, Monatskarten, die in der Szene gern gegen Drogen getauscht werden. Um die Weihnachtszeit 2016 waren beide Damen gemeinsam unterwegs, sonst gingen sie allein auf Tour. Diana G. beging mit ihrem Freund noch andere Diebstähle in Büros und Praxen – er stieg ein und klaute, sie stand Schmiere. Nach dem Einbruch in einen Frisiersalon rückte die Polizei zu einer Hausdurchsuchung an, entdeckte auch mehrere Briefe, die an andere Leute adressiert waren, fand aber keinen Ermittlungsansatz und konnte die Sache nicht klären.

Ab Herbst 2016 häuften sich bei der Post Hinweise von Zustellern, dass Sendungen fehlen. Als sich im Januar 2017 eine Zeugin meldete, die zwei Frauen an einem Postablagekasten an der Eibenstocker Straße beobachtet hatte, wurden die Kästen observiert, Diana G. beim Klauen fotografiert und festgenommen – kurze Zeit später auch Heike S., die am 9. August zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt wurde.

Diana G. war wesentlich aktiver als ihre Kumpanin, weit über 50 Straftaten listete die Staatsanwaltschaft auf, die die 29-Jährige auch einräumte, was man ihr positiv anrechnete. Sie wurde zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt. Zudem droht der Widerruf einer fünfmonatigen Bewährungsstrafe. „Mir ist erst später bewusst geworden, was für einen Schaden ich angerichtet habe. Ich will eine Therapie machen und ein Leben ohne Drogen und Kriminalität führen.“

Von Monika Löffler

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