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Lokales Landesverein fühlt sich im Seifersdorfer Tal im Stich gelassen
Dresden Lokales Landesverein fühlt sich im Seifersdorfer Tal im Stich gelassen
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12:00 31.07.2018
Fünf derartige Schilder ließ der Landesverein Sächsischer Heimatschutz vor wenigen Tagen im Seifersdorfer Tal aufstellen, erklärt Thomas Westphalen, Vorsitzender des Landesvereins. Quelle: Bernd Lichtenberger
Dresden/Wachau

Wildnis in der Stadt? Wo gibt’s denn so etwas? Thomas Westphalen, seit drei Wochen Vorsitzender des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz, kennt die Antwort: Im Seifersdorfer Tal, dessen Streifen links von der Großen Röder zu Dresden gehört. Nach dem Tornado vom Pfingstmontag 2010, der mit brutaler Gewalt auch durch das Seifersdorfer Tal raste und ein Bild der Verwüstung hinterließ, entschied sich der Landesverein, seit 1996 Eigentümer des Natur- und Denkmalschutzgebietes, ganz bewusst nach den gröbsten Aufräumarbeiten auf seinen 60 Hektar die Waldbewirtschaftung einzustellen und den Wald sich selbst entwickeln zu lassen. Wanderer und Spaziergänger können sich davon überzeugen, wie sehr die Natur von dieser Entscheidung profitiert. Allerdings hat das auch Konsequenzen für die Talbesucher. „Sie müssen mit waldtypischen Gefahren rechnen, erklärt Westphalen.

Darauf verweisen seit Kurzem fünf Tafeln, die jeweils an den offiziellen Talzugängen aufgestellt wurden, zwei auf Dresdner und drei auf Seifersdorfer Seite. Aus Sicherheitsgründen ist es ratsam, die gewidmeten Wege nicht zu verlassen, denn nur dort sei eine gewisse Verkehrssicherheit zu gewährleisten, erläutert der Vereinsvorsitzende. Und auch das nur mit beträchtlichen Anstrengungen. „So werden von uns auch Kletterer beauftragt, gefährliche Äste über den Wegen zu entfernen“, erzählt er. Die Große Röder mit ihren sich regelmäßig wiederholenden Hochwassern sorge ebenfalls dafür, dass die Arbeit an den ufernahen Wegen nicht abreißt.

Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz hat zwar rund 1000 Mitglieder, von denen 80 Körperschaften sind, was die eigentliche Mitgliederzahl noch erhöht. Trotzdem ist der Verein als Eigentümer von insgesamt 2800 Hektar Natur- und Denkmalschutzgebieten in Sachsen bei deren Pflege auf Hilfe angewiesen. So bei den Bergwiesen im Osterzgebirge, bei dem Märzenbecherwiesen im Polenztal, bei der Gauernitzer Elbinsel oder eben auch im Seifersdorfer Tal. „Hier ist es für uns wichtig, dass sich der Verein Seifersdorfer Thal e.V. um den seit 1781 von Moritz von Brühl angelegten Landschaftspark mit seinen Denkmalen kümmert“, betont Westphalen.

Doch das geschieht ausschließlich im Ehrenamt, was den Möglichkeiten Grenzen setzt. Weitere Unterstützung wäre wünschenswert. „Wir mähen regelmäßig drei große Parkwiesen, die allesamt auf Dresdner Flur liegen, und würden uns über eine Unterstützung der Landeshauptstadt freuen. Schließlich sind es auch viele Dresdner, die das Seifersdorfer Tal besuchen“, nennt Westphalen als Beispiel und fügt hinzu, eine derartige Hilfe als Anerkennung für das Wirken des Landesvereins sei doch eigentlich nur recht und billig. Bisher ist der Landesverein damit aber im Dresdner Rathaus auf taube Ohren gestoßen.

Von Bernd Lichtenberger

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