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Lokales Kurzzeitminister Haubitz: Er ist wieder hier, in seinem Revier
Dresden Lokales Kurzzeitminister Haubitz: Er ist wieder hier, in seinem Revier
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10:22 11.01.2018
Einge Präsente und ein starker Kaffee – Frank Haubitz (59) sitzt wieder am Schreibtisch im Gymnasium Dresden-Klotzsche.  Quelle: Fotos (2): Andreas Dunte
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Dresden

 Vertretung in Mathe, Klasse 9. Das steht am gestrigen Mittwoch auf dem Stundenplan von Kurzzeit-Kultusminister Frank Haubitz (parteilos). Kurz vor 7 Uhr fährt er mit seinem Dacia auf dem Schulhof vor. Nach seinem Kurztrip in die Politik ist der 59-Jährige an sein Gymnasium in Dresden-Klotzsche zurückgekehrt und unterrichtet wieder.

Über seine Zeit als Minister sagt Haubitz: „Ich war gern Minister. Das war eine gute Zeit. Ich möchte sie auf keinen Fall missen.“ Böse Worte darüber, dass der Quereinsteiger in der neuen Landesregierung von Michael Kretschmer (CDU) keine Zukunft hatte, kommen Haubitz nicht über die Lippen. Auch über seinen Nachfolger im Ministeramt, den bisherigen Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Christian Piwarz, will er nichts sagen. Nur soviel: „Vieles, was ich angeschoben habe, ist gut und richtig. Ich glaube, da wird einiges davon umgesetzt.“ Ob er sich vorstellen könne, wieder der Landesregierung anzugehören? Ein klares „Nein“ ist auf die Frage nicht zu vernehmen. Haubitz lächelt, als wäre er nicht abgeneigt.

Jetzt gehe es aber vor allem darum, wieder richtig anzukommen. Wie er sagt, war er die vergangenen Tage schon in seinem Büro, um einiges für den Neustart vorzubereiten. „Heimlich“ sei er dagewesen. „Von den Schülern und Lehrern bin ich sehr gut aufgenommen worden.“ Vize-Rektor Jens Rieth (44) bestätigt das. Die Rückkehr seines langjährigen Chefs bedeutet für ihn vor allem, dass er sich etwas weniger um Organisation und dafür wieder mehr um den Unterricht kümmern kann, so der Lehrer für Mathe und Geschichte. Sein Kollege, sagt Rieth noch, mache eigentlich einen „souveränen Eindruck“ dafür, wie ihm in der Landesregierung mitgespielt worden sei. Haubitz habe einen guten Stand unter den Kollegen. Dass er als Bildungsminister gegen den Lehrermangel angegangen sei, gehöre zweifelsfrei zu dessen bleibenden Verdiensten. „Egal, wir sind froh, dass er wieder da ist“ – sagt es und eilt zum Unterricht.

Nach der Rückkehr aus dem Bildungsministerium bekommt das Büro von Haubitz eine neue persönliche Note. Quelle: Andreas Dunte

Haubitz hatte sich in den acht Wochen als Minister für eine Verbeamtung der Lehrer in Sachsen stark gemacht und damit Teile der CDU-Fraktion verprellt, weil dies ohne Abstimmung mit ihr geschah. Der Lehrerverband hatte die Amtsentlassung scharf kritisiert. Haubitz habe für einen glaubhaften Richtungswechsel in der Personalpolitik gestanden. Seine Entlassung führe zu „Unverständnis, Empörung und Resignation in den Lehrerzimmern“.

Auf den Fluren des Gymnasiums in Klotzsche ist die Stimmung trotz der Ereignisse und der frühen Morgenstunden ausgesprochen fröhlich. „Haubi hat eigentlich immer gute Laune, das färbt ab“, sagt Sophie (14) auf dem Weg zum Französisch-Unterricht. Vertretung bei ihm sei immer spitze, meint Mitschülerin Teagan. Und Freundin Helena, ebenfalls 14, gibt zu, ihren Rektor vermisst zu haben. Der Sommer, sagt sie, sei gerettet. Wenn Haubi an warmen Tagen kurze Hosen trage, könne man fast schon sicher sein, dass es hitzefrei gibt, fällt ihr spontan ein – vielleicht auch in der Hoffnung auf besseres Wetter, denn das Thermometer zeigt an diesem Morgen nur wenig über Null an.

Ein sehr zufriedenes Gesicht macht auch Kerstin Wolf, die Sekretärin im Chefzimmer. Er habe ihr gefehlt, sagt sie. Die nächsten Tage werde der Chef wohl noch mit dem Einräumen seines Büros zu tun haben. Dort kommen all die Zettel mit den Wünschen der Schüler hin – Haubitz zeigt auf die leere Wand in seinem Büro. Der Platz könnte knapp werden, denn die Zettel, die die Schüler zu seinem Abschied im Oktober 2017 geschrieben haben, füllen einen ganzen Karton. „Schade, dass Sie gehen“, hatten sie ihrem Rektor mit auf den Weg gegeben. Oder: „Ich wünsche Ihnen immer ein Lächeln im Gesicht.“ Und: „Sie hätten ruhig öfter in kurzen Hosen kommen können“. Klar, was damit gemeint ist.

Von Andreas Dunte

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