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Lokales Kurzer Prozess um „Sch...brief“ am Dresdner Amtsgericht
Dresden Lokales Kurzer Prozess um „Sch...brief“ am Dresdner Amtsgericht
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11:03 26.01.2018
Kurzer Prozess um „Sch...brief“ am Dresdner Amtsgericht Quelle: dpa
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Dresden

„Ich werde Strafanzeige wegen Rechtsbeugung stellen“, ereiferte sich Reiner T. wütend. Der 62-Jährige war wegen Beleidigung angeklagt und richtig auf Krawall gebürstet. Bockig saß er auf der Anklagebank im Amtsgericht, war weder bereit aufzustehen, als das Gericht den Saal betrat, noch wollte er seine kompletten Personalien nennen. „Nennen Sie mir die Rechtsgrundlage dafür.“ Lediglich seinen Namen und das Alter nannte er.

Seine Adresse ginge das Gericht nichts an, behauptete er. „Wir müssen doch aber überprüfen, ob sie wirklich der Mann sind, der hier angeklagt ist“, versuchte ihm die Staatsanwältin und Richter Roland Wirlitsch in aller Ruhe zu erklären. „Das gehört nicht zu meiner Person, das muss ich nicht sagen. Nennen Sie mir den Paragrafen, wo das steht“, konterte der 62-Jährige aufgebracht, holte seine Thermoskanne aus der Tasche und goss sich demonstrativ provozierend ein Käffchen ein.

Warum eigentlich die ganze Aufregung, er hat doch die Verhandlung gewollt. Aber Reiner R. hat wohl offenbar grundsätzlich Probleme mit Ämtern und Behörden, zum Beispiel mit dem Finanzministerium. Dahin soll er einen im wahrsten Sinne des Wortes „Sch...brief“ geschickt, zumindest damit zusammengeklebt haben. Nicht nur unappetitlich, sondern auch beleidigend, fanden die Mitarbeiter und erstatteten Anzeige.

Reiner T. erhielt einen Strafbefehl über 120 Tagessätze à 30 Euro und legte dagegen Einspruch ein. Darüber sollte am Donnerstag eigentlich verhandelt werden, nur war eine normale, ordentliche Verhandlung nicht drin. Wirlitsch verwarf den Einspruch - der Prozess war zu Ende bevor er eigentlich richtig angefangen hatte. Reiner T. legte, nachdem er sich auf dem Gang mit einem Mann gezankt hatte, Rechtsmittel ein.

Von ml

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