Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Kurioser Flyer verkündet kostenlosen ÖPNV in Dresden
Dresden Lokales Kurioser Flyer verkündet kostenlosen ÖPNV in Dresden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:59 22.06.2018
Optisch nah am Original haben die Urheber aus den Dresdner Verkehrsbetrieben eine Dresdner Verkehrsgesellschaft gemacht. Quelle: privat
Anzeige
Dresden

Ein kurioser Flyer sorgt derzeit für Aufsehen in Straßenbahnen der Dresdner Verkehrsbetriebe. Das optisch ziemlich nah an das DVB-eigene Mitteilungsblatt angelehnte vierseitige Schreiben verkündet die Einführung eines kostenlosen Öffentlichen Personennahverkehrs in Dresden (ÖPNV). Wirklich? „Es handelt sich um keine echten DVB-Flyer“, sagt Unternehmenssprecherin Anja Ehrhardt. Broschüren und Inhalte hätten Unbekannte in den für Flyer vorgesehen Kästen verteilt. Auch weiterhin benötigen Fahrgäste zur Mitfahrt in Bus und Bahn ein gültiges Ticket.

Bereits am Mittwoch seien DVB-Mitarbeitern die ersten dieser Flyer aufgefallen. „Sie gehören dort nicht hin und werden deshalb eingesammelt“, sagt Ehrhardt. Konsequenzen würden den Urhebern zunächst nicht drohen. Um wen es sich dabei handele, wisse man bei den DVB nicht. „Wir können anhand des Inhalts allenfalls Vermutungen anstellen.“ Im Impressum ist eine Adresse in Dresden-Löbtau angegeben, wo ein Bekleidungsgeschäft seinen Sitz hat.

Der falsche Flyer hat es durchaus in sich. So werden die gerade für knapp fünf Millionen neu aufgestellten Fahrkartenautomaten ins Verkehrsmuseum verwiesen. Denn ab Juli sei der ÖPNV in Dresden kostenlos, wie ein Lars Seibert, Vorstand der Dresdner Verkehrsgesellschaft, betont. Angelehnt sind diese Namen an die Dresdner Verkehrsbetriebe und deren echten Vorstand Lars Seiffert. Der Flyer lässt sich anhand solcher, womöglich witzig gemeinten Namensdreher leicht als nicht ganz ernst gemeinte Fälschung enttarnen.

Der wirkliche DVB-Vorstand Seiffert hatte sich Ende Februar in den DNN kritisch über damalige Pläne der Bundesregierung geäußert, kostenlosen ÖPNV auszutesten. Das würde dazu führen, „dass die ohnehin schon vollen Busse und Bahnen dann noch voller werden.“ Stadt und DVB müssten schlagartig Millionensummen in Streckenausbau, neue Fahrzeuge und Mitarbeiter investieren, wobei gleichzeitig rund 120 Millionen Euro aus Fahrkartenverkäufen wegbrächen. „Das wäre für Stadt und Land ein Fass ohne Boden“, sagte Seiffert damals. Außerdem würde durch einen kostenlosen ÖPNV die Qualität sinken, war sich der DVB-Vorstand sicher.

Die Urheber des falschen Flyers spinnen derweil noch ganz andere Ideen, die derzeit wie Luftschlösser wirken. So wird unter anderem eine autofreie Waldschlößchenbrücke gefordert, ebenso eine autofreie Louisenstraße, über die künftig Straßenbahnen rollen sollen. Außerdem solle der Tram-Takt auf drei Minuten verdichtet werden, für eilige Fahrgäste gibt es Schnell-Straßenbahnen, die auf eigenen Gleisen neben den normalen Schienenstrang verkehren. Allesamt Vorstellungen, die angesichts der derzeitigen Verkehrsorganisation und Probleme des ÖPNVs nicht realistisch sind.

Bleibt die Frage, welche Wirkung das Papier entfaltet. Im Flyer wird dazu aufgerufen, unter dem für die DVB gebräuchlichen Hashtag – Schlagwort – im sozialen Netzwerk Twitter eigene Gedanken zum kostenlosen ÖPNV mitzuteilen. Bis Freitagnachmittag hat das erst ein Twitternutzer getan.

Von uh

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die für Freitag geplante Fortsetzung der Fête de la Musique auf dem Dresdner Neumarkt kann nicht stattfinden. Wie die Stadt am Morgen mitteilte, musste die Open Air Veranstaltung aufgrund von Sicherheitsbedenken abgesagt werden.

22.06.2018

Dem von der Dresdner Seenotrettungsorganisaton Mission Lifeline betriebenen Schiff „Lifeline“ droht eine Hängepartie. 234 Flüchtlinge hat das Schiff an Bord. In Italien anlegen dürfe es nach Meinung des italienischen Innenministers nicht.

22.06.2018

Kenny P. muss sich wegen Totschlags vor der Schwurgerichtskammer verantworten. Er soll am späten Abend des 1. August 2017 in der „Huschhalle“ am Dreikaiserhof einen Gast, einen 61-jährigen Ungarn, totgeprügelt haben. Nun äußerte er sich zu dem Vorfall.

22.06.2018
Anzeige