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Lokales Kunsthof Gohlis in Dresden stand eine Woche unter Wasser
Dresden Lokales Kunsthof Gohlis in Dresden stand eine Woche unter Wasser
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17:55 09.09.2015

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Der Schlamm ist inzwischen weg, gemütliche Sitzecken gibt es wieder und die Kübelpflanzen stehen auch an ihrem angestammten Platz. "Eine Woche nach der Evakuierung sind wir das erste Mal mit dem Schlauchboot wieder hierher gekommen, um unseren elf Katzen unterm Dach frisches Wasser zu bringen. Ich dachte, das überleb' ich nicht", entsinnt sich Sigrid Körner an den Anblick des Unheils, das die Flut hinterließ.

2008 hatten sie und ihr Maler-Kollege Uwe Piller damit begonnen, den keine 200 Meter von der Elbe entfernt gelegenen Dreiseithof aus dem 18. Jahrhundert liebevoll zu sanieren. Bekannte und weniger bekannte Musiker fast aller Genres gaben hier bis vor vier Wochen Konzerte. Eintritt wurde nicht verlangt. "Wir gehen immer mit dem Hut herum", erklärt Uwe Piller.

Das Ausmaß der Zerstörung auf dem knapp 4000 Quadratmeter großen Grundstück und vor allem in dem alten Dreiseithof sei unvorstellbar gewesen, erzählt Sigrid Körner. Sämtliche Möbel im Erdgeschoss des Wohnhauses, die Waschmaschine, der Geschirrspüler, alles wäre futsch gewesen. Und: "Ich hatte ja bestimmt 1000 Bücher, zwei Drittel davon habe ich verloren", berichtet die Malerin. Die Pflanzkübel im Hof seien umgekippt gewesen und hätten kreuz und quer im Garten gelegen.

Dass die Flut derart viel zerstören konnte, begründet Sigrid Körner mit der verspäteten Information: "Offenbar um keine Panik zu verbreiten, hat uns die Stadt erst am Montag, dem 3. Juni, gegen 10 Uhr informiert", erinnert sich die Malerin. Der größte Fehler sei gewesen, dass man den Leuten nicht das Wochenende gegeben habe, damit sie ihre Sachen in Sicherheit bringen können. So blieb dem Paar nur der eine Tag zum Räumen, bevor es abends evakuiert werden sollte. "Wir haben zuerst die Kunst gesichert, also die Bilder aus dem großen Saal auf den Dachboden geräumt", berichtet die Malerin. Auch die Möbel aus dem Veranstaltungssaal hätten noch in Sicherheit gebracht werden können. Für das Wohnhaus aber sei einfach keine Zeit mehr gewesen.

Auf dem Hof habe es zeitweise ausgesehen "wie auf einer Müllkippe", erzählt Sigrid Körner. Riesenberge seien das gewesen. "Die etwa 100 Kübelpflanzen, darunter Feigen- und Granatapfelbäume, haben wir stehen lassen, weil wir dachten, so schlimm wird es nicht werden", berichtet die Künstlerin. Dann kam die bange Zeit des Wartens. "Wir sind bei einem Freund in Niederwartha auf der Höhe untergekommen und haben das Elend von oben gesehen", erinnert sich die Künstlerin. Den Schaden beziffert Uwe Piller auf etwa 300 000 Euro. "Wenn wir die vielen Helfer nicht gehabt hätten, die uns unermüdlich bis zum heutigen Tage unterstützen, wären wir daran verzweifelt", ist sich Sigrid Körner sicher. Mindestens hundert seien es insgesamt gewesen. "Eine Freundin hat ein paar meiner geretteten Dokumente und Bücher sogar per Hand gebügelt", nennt sie ein Beispiel. Auch über die DNN-Spendenaktion bekommen die beiden Geld.

Und wann öffnet der Gohliser Kunsthof wieder? "Jetzt müssen erst einmal die Wände trocknen. Das kann dauern", erklärt Uwe Piller. Erst dann könnten Fußboden, Elektrik und Heizung erneuert werden. "Ich war anfangs sehr optimistisch und habe gedacht, im September geht's wieder los", sinniert der Maler. Jetzt geht das Paar eher vom Jahresende aus. "Unseren Biergarten wollen wir aber auf jeden Fall noch im Sommer wieder öffnen", meint Sigrid Körner vorsichtig optimistisch.

@www.kunsthofgohlis.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.07.2013

Katrin Richter

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