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Kunsthaus ist Option für alte Robotron-Kantine in Dresden

Baukultur Kunsthaus ist Option für alte Robotron-Kantine in Dresden

Die Stadtverwaltung treibt die Prüfung zur Zukunft der früheren Robotron-Kantine nahe des Hygiene-Museums voran. Ergebnisse sollen im Spätsommer vorliegen. Eine Option gibt es bereits.

Die alte Robotron-Kantine, aufgenommen im Januar 2017.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Im jüngsten Dresden-Tatort hatte sie einen großen Auftritt: Die alte Robotron-Kantine diente als Kulisse für die Ermittlungsarbeit von Alwara Höfels, Karin Hanczewski und Martin Brambach. Zumindest, wenn sie zu einem zwielichtigen Internet-Unternehmer stürmten. Für die Innenaufnahmen hielt die Produktionsfirma den alten DDR-Bau dann wohl doch nicht für attraktiv genug. Das könnte sich ändern.

Im Auftrag der Stadträte prüft die Verwaltung derzeit die weitere Nutzung des Gebäudes. Wie Bau-Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) erklärte, untersuchen derzeit die Fachämter seines Geschäftsbereichs mit anderen betroffenen Ämtern der Verwaltung, „ob für die ehemalige Robotron-Kantine eine neue Nutzung gefunden werden kann“. Dabei würden auch Investitions- und Folgekosten ermittelt, die mit einer möglichen Nutzung verbunden wären. Die Ergebnisse würden voraussichtlich im Spätsommer vorliegen und sollen dann dem Stadtrat vorgestellt werden, erklärte der Baubürgermeister, der mit dem Auftrag der Stadträte nicht besonders glücklich ist. Schmidt-Lamontain würde das Gebäude lieber abreißen lassen, um das begrünte Areal in der Nähe des Hygiene-Museums dann als Ausgleichsfläche für zukünftige Bauprojekte in dem Stadtgebiet einsetzen zu können. Jedenfalls fürchtet er, später einen kostenträchtigen Klotz am Bein zu haben, wenn die Kantine weiter zu den Liegenschaften seines Geschäftsbereichs gehört und es keine vernünftige Nutzung gibt. Die Umweltverwaltung sieht durch einen Abriss die Chance, einen Grünzug bis in die Innenstadt zu verlängern. Für die Sanierung der Kantine, die vor einer Weiternutzung unumgänglich sein dürfte, dürfte mit einem Millionen-Aufwand zu rechnen sein.

„Unsere Prüfung ist noch nicht abgeschlossen“, erklärte Schmidt-Lamontain. Und fügte hinzu: „Der Umzug des ,Kunsthauses – Städtische Galerie für Gegenwartskunst’ ist eine Option, die wir untersuchen.“ Die Ausstellungsräume fristen derzeit unter widrigen Umständen ihr Dasein in der Rähnitzgasse. Mit dem vor einiger Zeit von Kulturkreisen ins Spiel gebrachten Umzug zum Blüher Park verbindet sich der Gedanke an eine Museumsmeile für Dresden vom Hygiene-Museum über die Kantine bis zu Stadtmuseum und Staatlichen Kunstsammlungen. Das könnte auch die Museums-Card-Plus aufwerten, die kürzlich ins Leben gerufen worden ist und für derzeit 29 Euro für einige Tage in 27 Dresdner Museen freien Eintritt bietet.

Für den Bauexperten der Linken im Stadtrat, Tilo Wirtz, ist die Umsiedlung des Kunsthauses eine „interessante Idee“, mit der die Galerie aus dem Dornröschenschlaf in der Neustadt herausgeholt werden könnte. Er ist sich bewusst, dass alles mit der Finanzierung steht und fällt. Sollte eine zukunftsträchtige Nutzung gefunden werden, müsse der Aufwand im Maß bleiben. Wenn dies gelinge, „dann wäre allen gedient“, sagte Wirtz gegenüber DNN.

Zukunft der ehemaligen Robotron-Kantine

Soll die ehemalige Robotron-Kantine erhalten werden?

Ganz anders sieht das Gunther Thiele, baupolitischer Sprecher der CDU im Stadtrat. Er befürchtet für die Stadt „unabsehbare Folgekosten“. Es gebe Wichtigeres in Dresden. „Wenn man für so einen Schnickschnack das Geld zum Fenster hinauswirft, dann wäre es ja fast für den Fernsehturm noch sinnvoller“, meint Thiele – natürlich ohne damit die grundsätzliche Ablehnung der CDU gegen den Einsatz öffentlicher Gelder für die Nadel in Wachwitz in Frage stellen zu wollen.

Ist eine Weiternutzung der Kantine unter finanziellen Gesichtspunkten also überhaupt realistisch? Bürgermeister Schmidt-Lamontain schließt das zumindest nicht von vornherein aus: „Die Kostenermittlung ist noch nicht abgeschlossen. Wir suchen aktiv nach einer Nutzung, bei der sich der Investitionsaufwand in Grenzen hält. Die Entscheidung liegt dann beim Stadtrat.“

Von Ingolf Pleil

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