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Kunsthandwerker öffnen am Wochenende ihre Werkstätten

Europäische Tage des Kunsthandwerks Kunsthandwerker öffnen am Wochenende ihre Werkstätten

Seiner Handschrift prägt etliche Ecken der Dresdner Innenstadt. Holger Schlegel ist Kunstschmied. Ihm hat das Dresdner Schloss Gitter und Zäune zu verdanken, das Standesamt seinen berühmten Brunnen und die Hochschule für Bildende Künste ihre „Fama“. Am Wochenende öffnet er seine Werkstatt im Rahmen der Europäischen Tage des Kunsthandwerks.

Einige Kunstschmiedearbeiten in der Werkstatt von Holger Schlegel.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Schon einmal etwas von Holger Schlegel gehört? Wahrscheinlich nicht! Weitaus berühmter sind dafür seine Arbeiten. Bei einem Spaziergang durch die Dresdner Innenstadt begegnet man ihnen an fast jeder Ecke. Denn Holger Schlegel ist Kunstschmied. Er restauriert und konserviert historische Schmiedearbeiten, rekonstruiert verloren gegangene Stücke und fertigt Metallarbeiten in denkmalgeschützten Ensembles. Ihm hat das Dresdner Schloss Gitter und Zäune zu verdanken, das Standesamt an der Goetheallee seinen berühmten Brunnen und die Hochschule für Bildende Künste ihre „Fama“, den goldenen Engel auf der Kuppel.

Der in Glashütte geborene Schlegel hat seine Karriere mit einer klassischen Schmiedelehre gestartet. „Ich wollte eigentlich von Anfang an Kunstschmied werden, doch in der DDR war das zunächst nicht möglich.“ Erst zur Wendezeit konnte sich Schlegel zum Kunstschmiedemeister qualifizieren.

Kunstschmiedemeister Holger Schlegel in seiner Werkstatt

Kunstschmiedemeister Holger Schlegel in seiner Werkstatt.

Quelle: Anja Schneider

Und sein Meisterstück hat es in sich. Zu betrachten ist es nämlich im Grünen Gewölbe. Etwa 900 Stunden hat Holger Schlegel damit verbracht, die prunkvolle Tür im Juwelenzimmer zu rekonstruieren und restaurieren. Auch das gesamte Interieur der restlichen Räume stammt aus der Werkstatt von Holger Schlegel in der Dresdner Friedrichstadt. „Wir haben an unzählig vielen Sachen an so ziemlich jedem kulturhistorischen Bauwerk in der Stadt und Umgebung gearbeitet“, sagt Schlegel. „Es freut mich natürlich, wenn man sieht, dass alles noch funktioniert und die Leute ihre Freude daran haben.“ Schlegel kann aber nicht nur Barock und Denkmalpflege: Wer auf der Augustusbrücke läuft, kommt an seiner Arbeit kaum umhin. Das Flutdenkmal „Die Woge“ von Tobias Stengel stammt aus Schlegels Werkstatt.

Der Kunstschmiedemeister öffnet im Rahmen der Europäischen Tage des Kunsthandwerks seine Schmiede in der Friedrichstraße 31 für Besucher – am Sonnabend von 11 bis 19 Uhr und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr.

Europäische Tage des Kunsthandwerks

Buchbinderei Ludwig Nowak , Eisenacher Str. 5, Fr. 10-18 Uhr, Sa. 10-15.30 Uhr
 
Schneider-Marfels , Louisenstraße 11, Sa. 10-18 Uhr, So. 10-12 Uhr

Modeatelier Elena , Westendstraße 3, Fr. 10-16 Uhr, So. 10-13 Uhr

Uhrenwerkstatt Dresden , Bauernweg 12, Fr., Sa., So. jeweils 10 bis 18 Uhr

Porzellansammlung im Zwinger , Sophienstraße, Sa. 10-18 Uhr

Marcus Stahl Orgelbauer, Königsbrücker Landstraße 131, Fr., Sa., So. jeweils 10-18 Uhr

Hattebier Tischlerei , Spitzhausstr. 74, Fr., Sa., So. jeweils 10 bis 18 Uhr
 
www.kunsthandwerkstage.de

 Um 17 Uhr am Sonnabend gibt Holger Schlegel Einblick in seine Arbeit bei dem Dia-Vortrag „Restaurierung der Fama“ und Sonntag 11 Uhr beim Vortrag „Metallrestaurierung und -rekonstruktion am Beispiel des Dresdner Schlosses“. Interessierte können dem Meister bei der Arbeit über die Schulter schauen und sich zudem zu Schmiede-Schnupperstunden eintragen.

Von Juliane Weigt

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