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Kunden mit nicht gelieferten Erotikspielzeug geprellt

Krumme Tour mit „süßen“ Früchtchen Kunden mit nicht gelieferten Erotikspielzeug geprellt

Ein 39-jähriger Dresdner hat Erotikspielzeug im Internet angeboten, das er gar nicht hatte. Eine einbringliche Geschäftsidee, die allerdings kriminell ist. Deshalb steht er jetzt wegen Betruges in 35 Fällen vor Gericht.

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Quelle: dpa

Dresden. Mike B. hat mit Obst und Gemüse ganz gut verdient – und er musste dafür gar nichts tun, außer das „unverdiente“ Geld auszugeben. Der 39-Jährige hat einfach Waren im Internet angeboten, die er gar nicht hatte. Eine einbringliche Geschäftsidee, die allerdings kriminell ist. Deshalb steht er jetzt wegen Betruges in 35 Fällen vor Gericht.

Die nicht ganz preiswerten Früchte (Stückpreis so um die 70 Euro) sind nicht Bio, sondern aus Silikon und sie stammen auch nicht vom Bauernhof, sondern aus dem Atelier einer Dresdner Designerin, die sich auf Sexspielzeug spezialisiert und an Mutter Natur orientiert hatte. Die ungewöhnliche Idee mit Früchten aus dem „Garten Eden“ (jedes ein Unikat) kam an. Zeitungen und TV berichteten darüber. Und so fanden Gurke, Mais Banane und Fliegenpilz viele Interessenten. Mike B., der mit seiner Ex-Freundin einen Online-Erotikshop betrieb, hatte die erotischen Früchtchen auch im Angebot. Als sich das Paar trennte, kümmerte er sich nicht um Nachschub, ließ aber die Internetseite stehen. Zahlreiche Kunden bestellten, überwiesen das Geld, blieben aber früchtelos. Der Angeklagte lieferte nicht – konnte er auch nicht, sein „Garten Eden“ war leer. Sein Konto aber gefüllt – er kassierte einige Tausend Euro.

Er leide unter Depressionen, sei völlig antriebslos und habe sich deshalb um nichts gekümmert, erklärte Mike B. Doch so depressiv kann er nicht gewesen sein: Immerhin gab er fleißig das Geld aus, das regelmäßig auf sein Konto floss. Und er hatte auch soviel Antrieb, nach der gleichen Methode mehrere Kameras im Netz anzubieten. Er kommunizierte mit interessierten Käufern, bis sie das Geld überwiesen hatten. Danach stellte er sich tot.

Von der Bildfläche verschwinden kann er prima. Als der Angeklagte merkte, dass die Sache nicht gut ausgeht, verschwand er aus Dresden, lebte bei Freunden oder Bekannten und ließ sich von ihnen aushalten. Denn Mike B. hatte sich, damit man ihm nicht auf die Spur kommt, wohlweislich nirgendwo angemeldet. So konnte er auch kein Hartz IV beantragen. Selbst bei seiner jetzigen Verlobten ist er nicht gemeldet.

Zweieinhalb Jahre hat man nach ihm gesucht, bis man ihn fand. Jetzt sitzt er in Untersuchungshaft. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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