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Kulturpalast: Frank Schöbel singt zur Eröffnung

Einweihung Kulturpalast: Frank Schöbel singt zur Eröffnung

Frank Schöbel wird zur Eröffnung des Kulturpalastes am 28. April singen – auf der Bühne vor dem Gebäude, das 2012 seine Pforten schließen musste und jetzt mit neuem Konzertsaal, Zentralbibliothek und Herkuleskeule eröffnet wird. Im Saal wird die Dresdner Philharmonie die Facetten der Akustik ausloten.

Das Wandfries „Unser sozialistisches Leben“ im Foyer.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  „Bitte verlassen sie jetzt aus technischen Gründen das Gebäude. Bleiben sie ruhig“, sagt eine freundliche, aber bestimmte Frauenstimme. Besser lässt es sich nicht symbolisieren: Im Kulturpalast wird bis zum allerletzten Moment gearbeitet, damit das Gebäude am 28. April eingeweiht werden kann. Da geht auch schon mal bei einer Pressekonferenz der Alarm los und Philharmonie-Intendantin Frauke Roth muss gegen das Tröten der Sirene anbrüllen, während Arend Flemming, Direktor der Städtischen Bibliotheken, schmunzelt. „Wir sind ja schon seit drei Wochen in dem Gebäude und wissen bereits, wann die Alarmanlage ausgelöst wird.“

Wirkfunktionstest heißen laut Axel Walther, Geschäftsführer der für den Umbau zuständigen Kommunalen Immobilien Dresden GmbH & Co. KG, die Alarmierungen. „Ich freue mich darüber. Das zeigt, dass die Anlagen funktionieren“, erklärte er. Öffnen die Rauchmelder die Abzugsklappen? Werden die richtigen Lautsprecheransagen ausgelöst? Die freundliche Frauenstimme wiederholt ihre Ansage übrigens auf Englisch.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) behielt auch sein Lächeln, als er gefragt wurde, wie seriös 100 Millionen Euro Umbaukosten als Angabe sind. „Wenn sie ein circa davor schreiben, sind 100 Millionen Euro sehr seriös“, meinte Hilbert und versprach, dass jeder Euro dreimal umgedreht und jeder Nachtrag der Baufirmen auf Plausibilität geprüft werde. Dann schritt der OB zur Sprechprobe für die Einweihungsfeier in den Konzertsaal – um diese Feier ging es auf der Pressekonferenz. Die Vorfreude werde er sich nicht von gestiegenen Kosten nehmen lassen. „Es ist sensationell, was Dresden geschaffen hat. Wir sind stolz, zwei wunderbare Großprojekte an die Stadtgesellschaft übergeben zu können.“

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Wenn in wenigen Tagen der sanierte Kulturpalast in seiner Dreierfunktion als Konzertsaal, Bibliothek und Kabarettbühne öffnet, schlägt er ein völlig neues Kapitel in seiner fast 50-jährigen Geschichte auf. Die begann mit vielen Diskussionen rund um „sozialistisches Bauen“ schon lange vor der Eröffnung des „Kulti“ zum 20. Jahrestag der DDR im Oktober 1969.

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Am Freitag beginnt die Einweihungsfeier um 17 Uhr auf dem Vorplatz mit einem Bühnenprogramm, bei dem unter anderem ein Künstler auftritt, der 1972 das erste Mal auf der Bühne des Kulturpalastes gestanden hat: Frank Schöbel. Der Festakt ab 19 Uhr im Haus wird auf einer Großleinwand übertragen. Ab 20.30 Uhr können die Dresdnerinnen und Dresdner das Eröffnungskonzert der Dresdner Philharmonie in einer audiovisuellen Show auf der Fassade des Gebäudes erleben. Das Dresdner Unternehmen Intolight hat mit den Videokünstlern Waltz Binaire, Zsolt Korai und Schnellebuntebilder ein visuelles Konzept entwickelt. Ab 21.30 Uhr gibt es eine Abschluss-Show, für die die Dresdner Musiker Steve Kasper und Jacob Kern ein Musikstück komponiert haben.

Im Saal wird der OB das Grußwort sprechen, ehe Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Festrede hält. „Wir sind sehr froh, dass er zugesagt hat“, so Hilbert, „wir versprechen uns eine überregionale Aufmerksamkeit.“ Die Musiker der Philharmonie werden laut Intendantin Roth unter der Leitung von Chefdirigent Michael Sanderling zeigen, was der Saal zu bieten hat: Schostakowitsch als Paukenschlag zum Auftakt, Mendelssohn Bartholdy und Schubert mit fragilen Klängen und ein „Klangrausch“ mit dem Finale aus der 9. Sinfonie von Beethoven. „Wir werden die verschiedenen Facetten ausprobieren und freuen uns über die Qualität, die hier entstanden ist.“ Das Kabarett „Herkuleskeule“ bringt den berühmten Kaberettisten und Box-Moderator Werner Schneyder zur Festveranstaltung auf die Bühne. Der Schriftsteller Christoph Hein wird zur Rolle von Bibliotheken in der Gesellschaft sprechen.

Die Städtischen Bibliotheken bieten am Sonnabend und Sonntag laut Flemming zwei Tage der offenen Tür an. Dabei können die neuen Räume der Zentralbibliothek von 10 bis 18 Uhr besichtigt und auch benutzt werden. „Wir wollen nicht nur spielen, sondern auch betreiben“, meint Flemming, alle Funktionen stünden zur Verfügung. Die Karten für die meisten Veranstaltungen wie Lesungen seien ausverkauft, aber Restkarten für Kinder- und Familienveranstaltungen am jeweiligen Tag noch zu haben.

Die Herkuleskeule verabschiedet sich am Sonnabend laut Intendant Wolfgang Schaller vom Altbau am Sternplatz, 19.30 Uhr startet ein Demonstrationszug unter dem Motto „Es lebe der Kabarettismus“ zum Kulturpalast. Dort weihen die Kabarettisten gemeinsam mit dem OB ihren neuen Saal ein.

„Ich bin mir sicher“, sagt die Philharmonie-Intendatin, „dass wir in wenigen Wochen alle Strapazen vergessen haben und uns nur noch über dieses Haus freuen werden.“ Immerhin musste sie nicht brüllen: Die Alarmanlage schlug erst einige Minuten später wieder an.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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