Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Kultur- und Kreativwirtschaft boomt
Dresden Lokales Kultur- und Kreativwirtschaft boomt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:40 22.08.2018
Im Kraftwerk Mitte sind Arbeitsräume für Kreative entstanden. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Die Kultur- und Kreativwirtschaft in Dresden erwirtschaftet einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro. Das entspricht einem Anteil von fünf Prozent an der gesamten Wirtschaft der Landeshauptstadt. 18 500 Beschäftigte in 2100 Unternehmen sind in den Branchen der Kultur- und Kreativwirtschaft. 5,6 Prozent aller Erwerbstätigen in Dresden sind in einem Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft beschäftigt. Etwa 10 900 der Kreativen sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

Gegenüber dem Jahr 2011 konnte die Branche die Zahl der Beschäftigten um 24 Prozent steigern. Im selben Zeitraum steig die Zahl der Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft von Dresden um elf Prozent, teilte Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, am Mittwoch mit. Beim Umsatzwachstum liegt die Branche mit 31 Prozent deutlich vor der Gesamtwirtschaft mit 17 Prozent. „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Kreativbranche ein leistungsfähiger Wirtschaftszweig und eine wichtige Säule des Arbeitsmarktes ist“, sagt Robert Franke.

Die Branche setzt sich laut Franke in Dresden aus elf Teilmärkten zusammen. Die Zugpferde seien Unternehmen aus den Bereichen Software, Presse, Werbung und Architektur. Sie würden 71 Prozent des Umsatzes erwirtschaften. Besonders steche hier der Teilmarkt Software hervor. Er generiere 27 Prozent des Gesamtumsatzes und beschäftige 38 Prozent der Erwerbstätigen in der Kreativbranche; bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten seien es sogar 60 Prozent. Film, Darstellende Künste und Design würden den Wachstumstrend unterstützen.

Christian Rost, Leiter des Branchenverbandes „Kreatives Aachsen“ erklärte, Dresden sei ein wichtiger Standort für die sächsische Kreativwirtschaft. Er sei sich sicher, dass der Trend anhalten werde. „Es werden noch viele spannende Impulse von den Kreativen ausgehen“, so Rost.

Martin Fiedler vom Dresdner Branchenverband „Wir gestalten Dresden“ hob das organische Wachstum der meisten Unternehmen ohne Risikokapital hervor. „In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Branche unglaublich weiterentwickelt.“

Die Stadt werde die Kultur- und Kreativwirtschaft in den kommenden Jahren weiter fördern, kündigte Franke an. Dazu würden auch die bestehenden und erfolgreich laufenden Instrumente wie Kreativraumförderung und -börse beitragen. Seit dem Start der Kreativraumförderung im Juni 2015 hätten schon 102 Projekte mit rund 390 000 Euro unterstützt werden können.

„Mit diesen Zahlen ist nachgewiesen, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft stabil und überproportional gegenüber anderen Branchen wächst“, erklärte Torsten Schulze, wirtschaftspolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Entwicklungshemmend wirke aber nach wie vor die Situation im Bereich der Arbeiträume. Einige Objekte, in denen sich Kreativunternehmen angesiedelt haben, seien von Abriß bedroht oder bereits abgerissen worden., so die Gebäude auf der Lößnitzstraße 14 und der Könneritzstraße 25.

Die Grünen hätten bereits mehrfach Anträge und Initiativen in den Stadtrat eingebracht, die die Situation der Unternehmen verbessern sollten. „Das Förderprogramm für Investitionen in Arbeitsräume hat sich zur Erfolgsgeschichte entwickelt“, so Schulze.

Auch in Zukunft sei eine zielgerichtete und passgenaue Förderung und Unterstützung der Kultur- und Kreativunternehmen sowie ihrer Institutionen und Verbände erforderlich. Dabei stehe die Frage nach bezahlbaren Arbeitsräumen und ein ausreichendes Angebot an Büros, Proben- und Atelierräumen sowie Werkstätten für StartUps und bestehende Unternehmen und Vereine. an erster Stelle. Die Verwaltung sollte auch den Branchenverband „Wir gestalten Dresden“ weiter unterstützen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Dresdner SPD-Fraktion lädt am Donnerstag, den 23. August zu der Veranstaltung „Hilfen für Wohnungslose in Dresden“ ein. Die Bekämpfung von Wohnungslosigkeit in Dresden ist Thema einer Podiumsdiskussion im Haus an der Kreuzkirche.

22.08.2018

Als erste Klinik in Sachsen setzt das Dresdner Herzzentrum einen neuartigen Sensor für Herzschwäche-Patienten ein, der drahtlos Daten zum Blutdruck in der Lungenschlagader an die Ärzte überträgt.

22.08.2018

Die Initiative StadtbilDDresden fordert, die Bahnbögen entlang der Könneritzstraße auf Altstädter Seite und entlang der Hansastraße und Antonstraße auf Neustädter Seite wirtschaftlich zu ertüchtigen und der Kunst- und Kreativwirtschaft zur Verfügung zu stellen.

22.08.2018