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Lokales Künstlerische Mahnung zur Bewahrung der Schöpfung: die Glas-Arche auf dem Neumarkt
Dresden Lokales Künstlerische Mahnung zur Bewahrung der Schöpfung: die Glas-Arche auf dem Neumarkt
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16:11 12.04.2019
Die Glas-Arche auf dem Neumarkt soll Betrachter an die Zerbrechlichkeit der Natur erinnern. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Ein gläsernes Boot, gehalten von einer überdimensionalen Hand aus Holz - das ist die „Glas-Arche“, die noch bis 18. April als Kunstwerk auf dem Neumarkt an der Frauenkirche steht. Die Installation, etwa acht Meter lang und drei Meter breit, soll Betrachter an die Zerbrechlichkeit der Natur, den Artenschutz und die Verantwortung zur Bewahrung der Umwelt erinnern, die Christen als Gottes Schöpfung betrachten. All das liegt in Menschenhand, kann ihr aber auch entgleiten, so die symbolische Aussage.

Entstanden ist das Kunstwerk 2016

Das Boot geschaffen haben der Glaskünstler Ronald Fischer und seine Kollegen 2016 in Zwiesel im Bayerischen Wald. Die rund fünf Meter große Holzhand dazu stammt von den Künstlern Christian Schmidt und Sergyi Dyschlevyy. Entstanden ist das Kunstwerk 2016 als Auftragsarbeit für den Landschaftspflegeverein Mittleres Elstertal mit Sitz im sachsen-anhaltischen Elsteraue. Seither tourt es durch Mitteldeutschland. Zuletzt hatten die Initiatoren es in Görlitz und auf dem Schloßplatz in Freiberg aufgestellt. Auch im Ausland ist es bereits gewesen: bei der UN-Klimakonferenz im polnischen Katowice. Nächste Station nach Dresden ist die 8. Sächsische Landesgartenschau vom 20. April bis 6. Oktober in Frankenberg (Landkreis Mittelsachsen).

Christian Behr, Superintendent des Kirchenbezirkes Dresden Mitte, erinnert in einem Grußwort an die Ökumenische Versammlung von Kirchen unterschiedlicher Konfessionen in der DDR, die vor genau 30 Jahren neben Frieden und Gerechtigkeit immer wieder auch die Bewahrung der Schöpfung thematisierte. „Diese Themen sind weiter aktuell, und die Glas-Arche erinnert uns daran“, so Behr. „Uns Initiatoren und den Unterstützern des Projektes ist es wichtig, dass die Besucher der Arche bei der Betrachtung des Kunstobjektes Ihre eigenen Gedanken entwickeln“, sagt Rainer Helms vom Landschaftspflegeverein Mittleres Elstertal.

Schlusspunkt für das Sanierungsgebiet „Dresdner Neumarkt

Die Installation steht neben dem „Grünen Gewandhaus“ auf dem Neumarkt, mit dem sie korrespondieren soll. Dies ist ein Freiraum aus 28 ahornblättrigen Platanen (Platanus acerifolia), die 25 Jahre alt sind, Bänken und einem Trinkbrunnen aus Naturstein. Die Muster in der gepflasterten Fläche erinnern an Tuchbahnen aus anatolischem Kelim, venezianischer Spitze, Herringbone Tweed und Lausitzer Leinen.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) weiht diese Fläche gemeinsam mit Spendern am Freitag, 12. April, 16 Uhr, ein. „Das Grüne Gewandhaus erfüllt das Bedürfnis der Dresdner und ihrer Gäste nach Grün, nach Schatten, nach einem Plätzchen zum Verweilen, Ausruhen und Beobachten“, so Hilbert. Gleichzeitig setze das Grüne Gewandhaus einen gelungenen Schlusspunkt für das Sanierungsgebiet „Dresdner Neumarkt“, dessen Straßen und Plätze auf historischem Grundriss nun fertiggestellt seien.

Wünsche vieler Dresdner berücksichtigt

Diese Grünanlage an der Stelle des früheren Gewandhauses geht auf die Wünsche vieler Dresdner zurück. Sie hatten 2010 Bäume, einen Brunnen oder Trinkbrunnen sowie öffentliche Bänke vorgeschlagen.

Die Arche ist ein biblisches Symbol. Es entstammt der in Hebräisch verfassten jüdischen Thora, die als Altes Testament Teil der christlichen Bibel wurde. Im 1. Buch Mose (Genesis, Kapitel 6 bis 9) wird von Noah (auch: Noach) erzählt, einem frommen Mann, der mit Gott einen Bund schloss und so zusammen mit Tieren vor der 150 Tage dauernden Sintflut gerettet wurde, mit der Gott die Menschheit zur Strafe für ihre Sünden vernichten wollte.

Die ersten zwei Glasarchen hatten Ronald Fischer und Hubert Stern bereits 2006 geschaffen und in der bayerisch-böhmischen Grenzregion auf Reisen geschickt. Von denen ließ sich Rainer Helms zu der jetzigen Aktion inspirieren.

Unweit der Installation stand zwei Jahre lang, seit Frühjahr 2017, das „Denkmal für den permanenten Neuanfang“ der beiden Hamburger Künstler Heike Mutter und Ulrich Genth. Es hatte damals für Diskussionen gesorgt. Noch mehr jedoch die drei Busse, die der aus Syrien stammende Manaf Halbouni im Februar 2017 unter dem Titel „Monument“ hochkant aufgestellt hatte.

Von Tomas Gärtner

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