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Künstler: Stadt Dresden soll Lenindenkmal zurückfordern

Bedingungen der Schenkung nicht erfüllt Künstler: Stadt Dresden soll Lenindenkmal zurückfordern

Der Münchner Künstler Rudolf Herz hat seinen Appell an Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), die Bürgermeister und den Stadtrat erneuert, eine Versteigerung des Lenindenkmals vom Wiener Platz zu verhindern und das Monument nach Dresden zurückzuholen.

Das Lenindenkmal an seinem Standort Wiener Platz
 

Quelle: Frank Schubert

Dresden.  Der Münchner Künstler Rudolf Herz hat seinen Appell an Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), die Bürgermeister und den Stadtrat erneuert, eine Versteigerung des Lenindenkmals vom Wiener Platz zu verhindern und das Monument nach Dresden zurückzuholen. Die Schenkung des Denkmals an einen schwäbischen Steinmetz im Jahr 1992 sei an die Bedingung geknüpft gewesen, dass es öffentlich ausgestellt wird und allgemein zugänglich ist. Der Unternehmer wollte in Gundelfingen an der Donau einen Skulpturenpark einrichten.

1994 verstarb der neue Besitzer des 80 Tonnen schweren Monuments, seine Erben verfolgten die Pläne jedoch nicht weiter. „Die Bedingung wurden nicht erfüllt. Damit ist das Anrecht auf den Besitz des Denkmals hinfällig. Somit kann es nicht verkauft und nicht versteigert werden“, glaubt der Künstler. „Die Stadt Dresden hat das Recht, es zurückzufordern.“ Die vom Auktionator genannten 150 000 Euro seien lediglich der Aufrufpreis. Der Kaufpreis bei der Auktion könne weit darüber liegen. „In Zeiten knapper Kassen sollte man sich die Diskussion über einen Rückkauf des Denkmals sparen, wenn es ohnehin ein Anrecht der Stadt gibt“, erklärte Herz.

Der Künstler hatte bereits Pläne für eine Skulptur „Lenins Lager“ vorgelegt, bei der das Monument zwar vor Ort belassen, aber in seine Einzelteile zerlegt wird. Dieser Entwurf war zunächst wohlwollend aufgenommen worden, wurde dann aber im November 1991 vom Stadtrat verworfen. Herz erneuerte seine Bereitschaft, der Stadt den Entwurf zur Verfügung zu stellen. Die eigentlich wichtige Frage laute: „Wie hält es Dresden mit seiner Erinnerungskultur?“

Ein Potsdamer Auktionshaus hatte angekündigt, das Lenindenkmal und weitere Skulpturen und Büsten aus DDR-Zeiten am 17. Juni in Gundelfingen zu versteigern. Der Auktionskatalog stoße im Internet auf großes Interesse, hatte der Auktionator mitgeteilt.

Christian Hartmann, Kreisvorsitzender der CDU, erteilte einer Beteiligung der Stadt an der Auktion eine Absage. „Mindestens 150 000 Euro für ein Denkmal der sozialistischen Folklore ausgeben zu wollen, halte ich für Verschwendung von Steuergeldern.“ Das Denkmal sei von seiner symbolischen Bedeutung her weder zeitgemäß noch sei ein großer historischer Wert zu erkennen, so Hartmann. „Ich lehne die Rückkehr eines Denkmals der sozialistischen Propaganda nach Dresden ganz klar ab.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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