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Lokales Künftige Dresdner Straßenbahnfahrer trainieren jetzt regulär am Simulator
Dresden Lokales Künftige Dresdner Straßenbahnfahrer trainieren jetzt regulär am Simulator
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17:01 30.08.2017
Die Fahrstrecke auf dem Simulator ist nicht computeranimiert, sondern zeigt reale Strecken in der Dresdner Innenstadt.   Quelle: Anja Schneider
Dresden

 Fahrsimulatoren in Fahrschulen sind heute keine Seltenheit mehr. Doch der, den die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) ab sofort regulär für die Ausbildung der angehenden Straßenbahnfahrer in ihrer Fahrschule in Trachenberge einsetzen, ist nicht nur besonders, sondern einzigartig.

Denn während üblicherweise Fahrschüler auf computeranimierten Straßen „fahren“, ist die Straßenbahnfahrerausbildung in Dresden am Simulator verblüffend realitätsnah. Und das liegt nicht nur daran, dass der Raum, in dem der Simulator aufgestellt ist, an das Innere eines Straßenbahnwagens erinnert.

Der Raum, in dem der Fahrsimulator steht, ist wie ein Straßenbahnwagen gestaltet. Quelle: Anja Schneider

 Zum einen enthält der Simulator alle technischen Details eines tatsächlichen Straßenbahn-Führerstandes. Auch die Bedienelemente sind so angeordnet wie in der echten Straßenbahn. Zum anderen sitzt der Fahrschüler vor einem großen Bildschirm, auf dem Filmaufnahmen von tatsächlichen Fahrstrecken Dresdner Bahnen ablaufen. Auch die Fahr- und Bremsgeräusche sind „echt“, Steigungen und Gefälle am Fahrverhalten der „Bahn“ spürbar. Kombiniert ist der große Bildschirm mit einem kleinen, der als „Rückspiegel“ fungiert. Dieser, der Hauptmonitor, Schulungsdisplay, Tonwiedergabe und Funktion der Bedienelemente sind exakt mit dem Verlauf der Straßenbahnfahrt synchronisiert.

Dieser Verlauf ist nicht vorprogrammiert. „Wir können also am Fahrsimulator auch eine andere Route nehmen, als sie die Straßenbahn dieser Linie in Wirklichkeit fahren würde“, erklärt Lars Seiffert, Vorstand Betrieb und Personal der DVB. „Anfangs konnten wir zwei Linien abfahren. Jetzt ist das gesamte Straßenbahnnetz der Dresdner Innenstadt, also im 26er Ring, verfilmt. Ergänzen wollen wir noch die Albertbrücke – an der wurde gerade gebaut, als die Aufnahmen entstanden – und die Görlitzer Straße als eingleisige Strecke“, so Seiffert weiter. Zudem werde der Simulator mit einem funktionstüchtigen Bordcomputer ergänzt, um die Kommunikation mit der Leitstelle, Durchsagen und die Fehlersuche bei der Fahrzeugtechnik zu trainieren.

DVB-Vorstand Lars Seiffert am Fahrsimulator. Quelle: Anja Schneider

„Des Weiteren wollen wir noch Gefahrensituationen und simulierte Störungen einbauen“, ergänzt Prof. Jürgen Krimmling. Er ist nicht nur Geschäftsführender Direktor des Instituts für Verkehrstelematik der Fakultät Verkehrswissenschaften an der TU in Dresden, sondern auch Geschäftsführer des Instituts für angewandte Verkehrstelematik, der INAVET GmbH. Diese hat für den Fahrsimulator die Software entwickelt, die Videos gedreht, die Geräusche aufgenommen und alles aufeinander abgestimmt. Die Hardware bauten DVB-Lehrlinge unterschiedlichster Berufsgruppen selbst. Kosten alles in allem 400 000 Euro.

Eine Menge Geld. Doch die Investition soll sich mit dem jetzt regulären Einsatz des Simulators in der Ausbildung schon in weniger als zwei Jahren amortisiert haben, rechnet DVB-Vorstand Lars Seiffert. Denn bislang wurde für die Übungen der Fahrschüler ein Stadtbahnfahrzeug genutzt. Das kann jetzt wieder im Linienverkehr eingesetzt werden, wo es aufgrund der steigenden Fahrgastzahlen dringend gebraucht wird.

Für Straßenbahnfans

Der DVB-Fahrsimulator wird am 9. September 2017, 10 bis 18 Uhr, beim Jubiläumsfest 145 Jahre Straßenbahn/Tag der offenen Tür“ im Straßenbahnhof Gorbitz für jeden zugänglich sein. Zudem wird der Simulator auf Messen und Ausstellungen eingesetzt – so zum Beispiel auf der Messe „Karriere Start“ (19. bis 21. Januar 2018).

Von Catrin Steinbach

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