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Kritik an Schollbachs Lenin-Idee

Monument Kritik an Schollbachs Lenin-Idee

Soll Dresden seinen Lenin vom Wiener Platz zurückbekommen? Diese Frage erhitzt derzeit die Gemüter. Auslöser der Debatte ist eine Forderung des Linke-Fraktionsvorsitzenden André Schollbach.

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Die Lenin-Statue auf dem Wiener Platz.

Quelle: Frank Schubert/Archiv

Dresden. Soll Dresden seinen Lenin vom Wiener Platz zurückbekommen? Diese Frage erhitzt derzeit die Gemüter. Auslöser der Debatte ist eine Forderung des Linke-Fraktionsvorsitzenden André Schollbach, eine Teilnahme der Stadt an der bevorstehenden Versteigerung des Denkmals wegen des „großen historischen Werts“ kurzfristig prüfen zu lassen (DNN berichteten). Von anderer Stelle hagelt es nun Kritik.

„Der Abbau von sozialistischen Denkmälern direkt nach der friedlichen Revolution war eine bewusste Entscheidung der Menschen, die Unterdrückung und Unterwerfung auch im Namen von Lenin erlebt haben. Dieses ausgerechnet durch Initiative der Linken umkehren zu wollen, verhöhnt den Einsatz und das Risiko derjenigen, die die Befreiung von sozialistischer Unterwerfung friedlich erkämpft haben“, äußerte sich am gestrigen Freitag Robert Malorny, Ortsvorsitzender der FDP Dresden Altstadt. Lenin könne kein Vorbild, kein Denkmal, keine Erinnerungskultur für eine freiheitliche und pluralistische Gesellschaft sein. „Ein riesiges Monument eines Antidemokraten, das die Stadt Hunderttausende Euro kosten soll und für das wir nicht einmal einen Platz haben, gehört nicht zurück in das Stadtbild im Jahr 2017“, so Malorny.

Ähnlich reagiert auch die Jungliberale Aktion Dresden (JuliA) auf den Vorschlag Schollbachs. „Hals über Kopf hunderttausende Euro für eine Statue auszugeben, die gegen unsere freiheitliche Gesellschaft steht, ist mehr als absurd“, sagt der Vorsitzende Sven Künzel. Wenig überraschend geht auch diese Kritik in die gleiche Richtung, heißt es aus der jugendpolitischen Organisation doch selbst, dass sie der FPD nahe steht. Eine Alternative ist in den JuliA-Reihen allerdings gereift: „Was wir uns vorstellen könnten, wäre ein Kauf durch die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Denn: Zur Geschichte Dresdens gehört die Statue allemal“, findet Künzel.

1991 hatte der Dresdner Stadtrat beschlossen, das zwölf Meter hohe Monument an einen schwäbischen Steinmetz zu verschenken, der in seiner Heimatstadt einen Skulpturenpark plante. Da der neue Eigentümer aber 1994 verstarb, wurde daraus nichts. Am 17. Juni wird das Denkmal im Auftrag seiner Erben von einem Potsdamer Auktionshaus in Gundelfingen/Donau versteigert. Der Aufrufpreis für das 80 Tonnen schwere Denkmal liegt bei 150 000 Euro.

Von Christin Grödel

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