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Lokales Kritik am Vorgehen der Stadt
Dresden Lokales Kritik am Vorgehen der Stadt
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13:00 27.06.2018
Tilo Kießling Quelle: Archiv
Dresden

Kinder und Jugendliche sollen in Dresden früh Unterstützung erhalten. Damit sollen Fehlentwicklungen in der Erziehung vermieden werden, die später nur mit kostspieligen Hilfsangeboten wieder korrigiert werden können. Kurz vor dem Beschluss dieser vorbeugenden Projekte im Jugendhilfeausschuss gibt es Streit zwischen Politik und Verwaltung. „Das Verhalten des Bürgermeisters ist nicht angemessen“, schimpfte Tilo Kießling, der für die Linken im Jugendhilfeausschuss sitzt, über einen kurzfristig eingereichten Vorschlag der Verwaltung. Angesichts der langen Vorgeschichte sei dies ein ärgerliches Vorgehen.

Tatsächlich reichen die Beratungen bis 2014 zurück. Nach fast zwei Dutzend Beschlüssen, Anträgen und Beratungen stand eine Empfehlung der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit in Dresden (EHS) im Raum. Im Auftrag des sollte sie Präventiv-Konzept für die Jugendhilfe erarbeiten.

Nach dem Prinzip „Hilfe aus einer Hand“ schlugen die Wissenschaftler unter anderem vor, Pieschen, Leuben und Plauen/Lockwitz als Modellregionen zu behandeln. Hier sollen Sozialraumkoordinatoren sowie Kinder- und Familienzentren (KiFaZ) die vorbeugende Jugendarbeit umsetzen. Die Modellgebiete sollen auch mit Aktionsbudgets ausgestattet werden. Bewähre sich dieser Versuch, könnte er auf das gesamte Stadtgebiet ausgedehnt werden.

Rot-Grün-Rot wäre diesem Vorschlag gefolgt, blickt Kießling zurück. Doch von den freien Trägern habe es Kritik gegeben, weil damit Insellösungen entstehen würden. So schlugen die Mitglieder der Stadtratsmehrheit im Ausschuss vor, ein stadtweites Netz von Sozialraumkoordinatoren zu schaffen. In den 17 Sozialräumen, in die die Stadt in der Jugendhilfe aufgeteilt ist, sowie in die Gruppe der Ortschaften im Dresdner Westen, Norden und im Hochland sollte jeweils eine halbe Stelle dafür geschaffen werden. Doch auch das kam nicht zustande, weil die Unterstützung der freien Träger fehlte.

So wurde zunächst ein Vorschlag der Verwaltung diskutiert. Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann will Hilfsangebote zunächst auf Brennpunkte konzentrieren. So sollen an mehreren Grundschulen sogenannte Familienklassenzimmer eingerichtet werden. Das Vorbild ist ein Modellprojekt an der 139. Grundschule. Damit könnte frühzeitig auf Schulschwänzerei und andere Fehlentwicklungen eingewirkt werden, damit spätere schwerwiegende Probleme vermieden werden können.

Doch nach Beratungen in Unterausschüssen des Jugendhilfeausschusses kommt heute wieder der ursprüngliche Vorschlag mit den Koordinatoren für alle Stadträume und die Ortschaften zur Entscheidung im Jugendhilfeausschuss auf den Tisch.

„Das Verhalten des Bürgermeisters ist nicht angemessen. Seine Mitarbeiterinnen waren die ganze Zeit an der Diskussion beteiligt und haben bis kurz vor Ende der Beratung Zustimmung signalisiert. Dann kurz vor Schluss mit neuen Vorschlägen zu kommen spricht nicht für ernsthaftes Arbeiten.“ Der Ersetzungsantrag der Verwaltung sei mit heißer Nadel gestrickt. Es würden Arbeitskreise gebildet und weitere Konzepte beauftragt, es werde Geld mit der Gießkanne ausgeschüttet. Kießling: „Es entsteht ein bürokratisches Monster. Alles nur, um den Vorschlag des Unterausschusses Planung zu stoppen.“

Von Ingolf Pleil

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