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Kreisstraße in jämmerlichem Zustand

Holperpiste am Rand von Dresden hat wenig Aussicht auf Sanierung Kreisstraße in jämmerlichem Zustand

Die Straße zwischen Kesselsdorf und Unkersdorf ist die kürzeste Verbindung von der Bundesstraße 173 in die Ortschaften im Dresdner Westen. Doch die Fahrbahn ist in einem katastrophalen Zustand. Die Stadt arbeitet an einer Vorplanung, hat aber kein Geld für die Sanierung.

Mit diesem Gerät hat die Stadtverwaltung die Verkehrsbelegung gezählt.
 

Quelle: privat

Dresden.  Die Straße „Am Steinhübel“ befindet sich am äußersten Rand Dresdens und verbindet Kesselsdorf, Ortsteil der Gemeinde Wilsdruff, mit Unkersdorf, Ortschaft der Landeshauptstadt. „Am Steinhübel“ hat sogar den Status einer Kreisstraße – dem Auto- oder Radfahrer erschließt sich das allerdings nicht. „Die Straße befindet sich in einem schlechten Zustand mit Schlaglöchern und defekten Randstreifen“, räumt das Straßen- und Tiefbauamt der Stadtverwaltung ein. Der CDU-Landtagsabgeordnete Lars Rohwer formuliert es drastischer: „Dramatisch schlecht“, meint er kopfschüttelnd.

In den vergangenen Jahren hat „Am Steinhübel“ eine deutlich andere Bedeutung als eine verschlafene „Dorfstraße“ erhalten, über die hin und wieder mal ein Traktor tuckert. Im Gewerbegebiet Kesselsdorf sind mehrere Logistikzentren entstanden, die Fahrer der Paketdienstleister wissen die kurze Verbindung in die Ortsteile im Dresdner Westen und zur Brücke nach Niederwartha zu schätzen. Was regelmäßig zu gefährlichen Situationen führt, wenn sich auf der nicht mal drei Meter breiten Fahrbahn zwei Kraftfahrzeuge begegnen.

Das Straßen- und Tiefbauamt hat jetzt den Verkehr auf der Straße zählen lassen und festgestellt: Zwischen Kesselsdorf und Abzweig Kaufbach sind 2245 Fahrzeuge pro Tag unterwegs, zwischen Abzweig Kaufbach und Unkersdorf sind es 1864 Fahrzeuge. 74 Fahrzeuge sind zwischen Kesselsdorf und Abzweig Kaufbach dem Schwerverkehr zuzurechnen, so die Stadtverwaltung, zwischen dem Abzweig und Unkersdorf rollen 45 Lastkraftwagen.

Das städtische Amt hat eine Vorplanung in Auftrag gegeben, das Ergebnis soll dem Stadtrat vorgelegt werden. Da es sich um eine Kreisstraße handelt, sei ein Planfeststellungsverfahren erforderlich. Deshalb könne das Amt nicht sagen, wann eine Sanierung in Angriff genommen werden könne. Finanzielle Mittel seien im Haushalt nicht eingestellt. „Beim Ausbau vorhandener Straßen und Gehwege ist es aufgrund des noch immer großen Baubedarfs im Stadtgebiet und der begrenzten finanziellen Mittel unvermeidlich, Prioritäten zu setzen“, so die Verwaltung. Die Vorplanung werde entsprechend der Kapazitäten in der Abteilung Verkehrsanlagenplanung umgesetzt. „Die Straße ist für den gesamtstädtischen Verkehrsablauf von geringerer Bedeutung“, stellte das Straßen- und Tiefbauamt fest.

Rohwer begrüßt die in Auftrag gegebene Vorplanung und fordert eine zügige Abarbeitung. „Es sollten alle Varianten untersucht werden, auch eine mögliche Direktanbindung an die Kreuzung Roitzscher Landstraße/Steinbacher Grundstraße.“ Das würde eine komfortable Verbindung in den Dresdner Westen schaffen und könnte in Verbindung mit Radwegen die touristische Attraktivität des Dresdner Westens und seiner Ortschaften erhöhen.

Die vorliegenden Verkehrsbelegungszahlen – die Buslinie 333 von Dresden über Kesselsdorf und Kaufbach nach Hetzdorf nutzt die Strecke – würden die Notwendigkeit einer zügigen Planung mit anschließender baulicher Umsetzung unterstreichen, findet Rohwer. Die Mindestbreite für eine Kreisstraße mit diesen Belegungszahlen betrage 5,50 Meter. Ihm sei bewusst, dass es in Dresden weitere Straßen mit hohem Sanierungsbedarf gibt. „Das kann aber nicht bedeuten, dass an einer überregional wirkenden Verbindungsstraße nichts passiert“, findet er.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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