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Lokales Kreditkarten aus Briefkästen geklaut: 21-Jähriger ergaunert 12.500 Euro
Dresden Lokales Kreditkarten aus Briefkästen geklaut: 21-Jähriger ergaunert 12.500 Euro
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09:31 07.04.2017
Quelle: dpa
Dresden

Baris A. lebt noch gar nicht so lange in Dresden, hat hier aber innerhalb weniger Monate einen bleibenden Eindruck hinterlassen und es in kurzer Zeit auf eine erhebliche Anzahl von Straftaten gebracht. Der 21-Jährige streunte 2016 zwar ohne Wohnung und ohne Job durch die Stadt – verfügte aber über reichlich Bargeld. Gut, es war nicht sein Eigenes. Deshalb hat er jetzt eine Bleibe auf dem Hammerwerk und gestern eine Verhandlung am Amtsgericht. Die Staatsanwaltschaft warf ihm Diebstahl und Betrug vor.

Der Angeklagte prellte andere Leute mit einer „besonderen Geschäftsidee“ um ihr Geld. Er fischte aus fremden Briefkästen Briefe mit EC- und Kreditkarten verschiedener Banken heraus, passte die in der Regel einige paar Tage später verschickten Geheimnummern ab und plünderte dann die Konten der Kartenbesitzer. Die konnten sich zunächst nicht erklären, wie innerhalb von zwei drei Tagen Hunderte oder auch Tausende Euro fehlten.

Mit den Karten hob Baris A. Geld an Automaten ab, kaufte in Geschäften und Tankstellen ein, bezahlte damit Fahrkarten in Bahnhöfen – und das im großen Stil. Der 21-Jährige hat geklotzt und nicht gekleckert. Eine Stunde brauchte die Staatsanwältin um die rund 160 Anklagepunkte zu verlesen. In sechs Monaten verursachte er einen Gesamtschaden von rund 12 500 Euro. Der Angeklagte nutzte die Karten immer nur wenige Tage, die aber sehr intensiv und war fast rund um die Uhr unterwegs – und er war hartnäckig. Spuckte ein Automat kein Geld aus oder wurde in einem Geschäften der Bezahlvorgang abgelehnt, zog er zum nächsten. Einfach machten es ihm da Selbstbedienungskassen, wo kein Kassierer einen Blick auf die Karte wirft. So konnte er in einem Einkaufsmarkt in der Neustadt monatelang mit unterschiedlichen Karten zahlen.

Wie Baris A. genau an die Karten kam, woher er wusste, wann die Banken die und die PINs verschickten oder ob er wahllos in Briefkästen nachschaute, ob etwas zu holen ist, wurde hinter verschlossenen Türen besprochen. Verteidigung und Jugendgerichtshilfe hatten den Ausschluss der Öffentlichkeit gefordert, da Dinge aus seinem Leben zur Sprache kommen wurde, die nicht von öffentlichen Interesse sind und deren Bekanntwerden die Persönlichkeitsrechte des Vorbestraften verletzen würden – zum Beispiel seine Drogensucht und die schlimme Kindheit. Die Staatsanwaltschaft sah dies, angesichts der vielen Vorwürfe und der erheblichen kriminellen Energie, zwar anders, trotzdem wurde dem Antrag stattgegeben. Urteil folgt.

Von Monika Löffler

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