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Lokales Kreativzentrum nimmt Konturen an
Dresden Lokales Kreativzentrum nimmt Konturen an
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08:31 16.10.2017
Als leicht abgewinkelter Riegel entsteht gegenwärtig neben dem Arzneimittelhersteller Menarini von Heyden das Kreativzentrum.  Quelle: USD
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Dresden

 Der Rohbau des neuen Kreativzentrums neben dem Grundstück des Arzneimittelherstellers Menarini von Heyden an der Leipziger Straße wächst in die Höhe. Optisch mutet der Bau – zumindest auf der Visualisierung – wie ein Wohnhaus an. Doch wohnen wird hier niemand. Denn die großen Lofts mit 67 bis 190 qm Größe sollen als Ateliers, Praxen und Büros genutzt werden. Zudem entsteht eine Gastronomieeinheit mit ca. 253 Quadratmetern Fläche – verteilt über zwei Etagen und mit einer großen Terrasse.

Verkauf der Gewerberäume in vollem Gange

 Die Fertigstellung des Kreativzentrums ist Anfang 2019 geplant, gibt Ulf Mehner für die USD Immobilien GmbH Auskunft. Für die 26 Gewerbeeinheiten sei eine „gute Mischung zwischen Eigennutzung und Vermietung“ vorgesehen. Das Objekt wird im Internet jetzt offensiv beworben. „Es gibt bereits Interessenten und erste Verhandlungen“, bestätigt Mehner auf Anfrage der DNN.

Der leicht abgewinkelte Gebäuderiegel bildet die östliche Grenze eines Gebietes, das die USD Immobilien GmbH Dresden als Hafencity entwickeln will. Über das Wie wurde seit dem Elbehochwasser 2013 heftig gestritten. Die inzwischen abgeschlossene Sanierung des zu DDR-Zeiten von der Fahrschule des Rennfahrers Heinz Melkus genutzten denkmalgeschützten Gebäudes 300 Meter weiter gen Westen wirkte wie der Auftakt für die Entwicklung des Gebietes.

Gestaltungsplan zum B-Plan 357-B Leipziger Straße/Neustädter Hafen Dresden, Maßstab 1:500; 31. Januar 2017, Rohdecan Architekten GmbH Quelle: LHD

Jetzt ist nach dem Baustart für das Kreativzentrum ein weiterer entscheidender Schritt in Sicht. Denn am 18. Oktober beschäftigt sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau erneut mit der Hafencity. Gibt er grünes Licht und billigt den Entwurf zum Bebauungsplan, dann wird dieser einen Monat lang öffentlich ausgelegt. „Die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange werden hierüber schriftlich in Kenntnis gesetzt und ebenfalls um ihre Stellungnahme gebeten. Alle Anregungen und Bedenken werden im Anschluss geprüft und abgewogen, in wieweit sie berücksichtigt werden können. Am Ende steht der Satzungsbeschluss über den Bebauungsplan“, so die Stadtverwaltung gegenüber DNN.

Gibt Bauausschuss grünes Licht, wird Entwurf öffentlich ausgelegt

Nach der Vorstellung des Vorentwurfes des Bebauungsplanes 2013 hätten also die Dresdner – vorbehaltlich der Ausschuss stimmt am 18. Oktober zu – ein zweites Mal die Möglichkeit, ihre Meinung kundzutun. Wie der Vorlage der Stadtverwaltung für den Stadtentwicklungsausschuss zu entnehmen ist, soll zwischen der Leipziger Straße und dem Hafengebiet „ein urbanes, gemischt genutztes Stadtquartier mit einem hohen Wohnanteil entstehen“. Der nun vorliegende Entwurf zum Bebauungsplan basiere auf den Ergebnissen einer in Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt von März bis Juli 2016 durchgeführten Entwurfswerkstatt. Sie hatte „zum Ziel..., die bestmögliche Bebauung für den Neustädter Hafen mit hoher Akzeptanz aus Politik, Verwaltung und Bevölkerung zu erreichen“.

Der von der Jury empfohlene Entwurf des Dresdner Architekturbüros Rohdecan Architekten GmbH (Städte und Hochbau) zusammen mit dem Büro QuerfeldEins (Freianlagenplanung), der offensichtlich als Grundlage genommen wurde, beinhalte als Grundidee die Generierung von drei unterschiedlich großen Quartieren mit einer ruhigen und geordneten Struktur, maßstäblichen Baukörpern, klaren Freiraumstrukturen und einer großzügigen Hafenpromenade, heißt es in der Vorlage.

Uferzone soll durchgängig öffentlich zugänglich sein

Ziel ist, ein urbanes, gemischt genutztes Stadtquartier zu schaffen, „mit einem hohen Anteil innerstädtischen Wohnens, ergänzt durch andere nicht störende Nutzungen wie Kultur und Freizeit, hafenbezogene Nutzungen, Gastronomie und Beherbergung, Dienstleistungen etc.“ Der Elbradweg bleibt erhalten. In der Uferzone der Elbe soll „ein durchgängig öffentlicher bzw. öffentlich zugänglicher Bereich mit landschaftsbezogenem oder urbanem Charakter entstehen“. Der Uferbereich werde zur Leipziger Straße hin durch baumbestandene Wegeverbindungen und eine Grünachse mit dem angrenzenden Stadtquartier verknüpft. „Das städtebauliche Konzept trägt dem Planungsziel Rechnung, neben den auch privatwirtschaftlichen Entwicklungsinteressen ein hohes Maß an öffentlichen bzw. öffentlich nutzbaren Freizeit- und Erholungsflächen zu erhalten und / oder zu entwickeln.“

Bebauungsdichte und Gebäudehöhen wurden reduziert

Vergleicht man den Bebauungsplan-Entwurf mit dem Vorentwurf, hat sich einiges geändert. Nicht nur die städtebauliche Grundstruktur mit jetzt eben drei unterschiedlich großen Stadtquartieren und Baukörpern. Auch die Bebauungsdichte und die Gebäudehöhen wurden reduziert, die Lage der öffentlichen Erschließungsstraßen geändert, die Freiräume modifiziert und ein öffentlicher Stadtplatz geschaffen.

Blick von oben auf das USD-Areal der Hafencity zwischen Elbe und Leipziger Straße, wie sie 2013 vorgestellt wurde. Quelle: USD

Mit den Festsetzungen im Bebauungsplan würden im Süden des Plangebietes neue zusammenhängende öffentliche Grünflächen und im zentralen Bereich eine private Grünfläche geschaffen, ist dem Entwurf des Bebauungsplanes zu entnehmen. Die unmittelbar an das Plangebiet angrenzend entlang der Elbe verlaufenden verschiedenen Schutzgebiete sollen „nicht überplant, sondern weiterhin von intensiven Nutzungen frei gehalten und damit in ihrer Funktion auch zukünftig gesichert“ werden. Geändert habe sich auch die Nutzungsstruktur. Der Entwurf berücksichtige zudem Lärmimmissionsschutz und die „Hochwasserrisiken im Rahmen der Möglichkeiten der kommunalen Bauleitplanung“.

 Gelände soll zwecks Hochwasserschutz erhöht werden

Der Hochwasserschutz ist der wesentlichste Punkt an dem ganzen Projekt, denn das Plangebiet liegt vollständig im Überschwemmungsgebiet der Elbe. Deshalb kamen schon 2013 aus dem Umweltministerium Bedenken, ob der Bau der Hafencity im Überschwemmungsgebiet überhaupt genehmigungsfähig ist.

 USD hatte damals vorgeschlagen, Tiefgaragen zu bauen, die im Hochwasserfall freigeräumt werden können und dann als Retentionsfläche dienen. Dieser Vorschlag hatte viele Kritiker. Jetzt ist der Plan, das Gelände „auf mindestens 111,50 m über NHN“ zu erhöhen, denn „bei einem hundertjährlichen Hochwasser“ sei „von einer Wasserspiegellage von 111,40 m über NHN auszugehen“, heißt es in dem Entwurf. Mit dieser Maßnahme seien „die hochwasserangepasste Bebauung sowie die zur Evakuierung notwendige Freihaltung der Erschließungsflächen gesichert“.

 Die Kompensation des resultierenden Retentionsraumverlustes von ca. 39.400 m³ erfolge außerhalb des Plangebietes in Dresden-Übigau und sei durch eine bedingte Festsetzung gesichert. Konkret geht es um eine „geeignete Fläche auf dem ehemaligen Werftgelände in Übigau“, heißt es. Der wasserrechtliche Antrag sei bereits gestellt.

Und was ist eigentlich aus dem Gebietshochwasserschutz geworden, mit dessen Planung und fachlicher Vorbereitung die Stadt beauftragt ist? „Die planerischen Vorarbeiten haben einen längerfristigen Zeithorizont; sie erfassen einen größeren Bereich von der Marienbrücke bis zum ‚Pieschener Winkel‘“, ist dem Entwurf zu entnehmen. Die städtebauliche Ausformung des Bebauungsplanentwurfes trage den technischen Anforderungen eines Gebietshochwasserschutzes Rechnung. Der mögliche Verlauf einer Hochwasserschutzanlage sei als Hinweis in die Planzeichnung aufgenommen worden. Damit stünden dem Gebietshochwasserschutz keine bauleitplanerischen Festsetzungen entgegen. Da „sämtliche zulässigen Vorhaben...außerhalb des Hochwasserabflussbereichs der Elbe“ liegen, würden „für den Wasserstand und den Hochwasserabfluss keine negativen Auswirkungen“ entstehen.

Von Catrin Steinbach

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