Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Kraftwerk Mitte soll einen Turm erhalten
Dresden Lokales Kraftwerk Mitte soll einen Turm erhalten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:11 10.03.2019
Die Brachfläche auf dem Kraftwerksareal, auf der jetzt noch Autos stehen, soll bebaut werden. Quelle: Jürgen-M. Schulter
Dresden

„Es handelt sich um ein Unternehmen, das der Landeshauptstadt Dresden und dem Freistaat Sachsen wichtig ist. Es geht um hochqualifizierte Arbeitsplätze“, erklärt Frank Neuber, Prokurist der Dresdner Stadtwerke GmbH (Drewag). Das städtische Unternehmen will die letzte Freifläche im Areal des Kraftwerks Mitte mit einem Bürogebäude bebauen. Und zwar schnell: Bis Mitte 2024 will der Mieter laut Neuber seine neuen Büros beziehen.

Die Zeitachse der Drewag sieht vor, nach einem Architektenwettbewerb im nächsten Jahr den Bauauftrag an einen Generalübernehmer zu vergeben. Am Freitag präsentierte der Dresdner Architekt Alexander Pötzsch im Auftrag der Drewag in der Gestaltungskommission eine Baumassenstudie, die die Anordnung des Neubaus auf dem Grundstück untersucht.

Auch ein Hotel könnte einziehen

Ziel ist es laut Neuber, eine Nutzfläche von mindestens 35 000 Quadratmetern zu entwickeln. Allein der Ankermieter werde über 20 000 Quadratmeter beanspruchen. Es sollen aber auch weitere Nutzungsmöglichkeiten in dem Gebäude untergebracht werden, so Ausstellungsflächen, ein sogenannter Coworking space und gastronomische Einrichtungen. Auch ein Hotel könnte in den Drewag-Neubau einziehen.

Pötzsch hat die Umgebung des Kraftwerkareals genau untersucht und sich auch mit der Architekturgeschichte befasst: Früher war das Kraftwerk Mitte insbesondere von den vier großen Schornsteinen geprägt. Deshalb schlägt der Architekt eine Blockrandbebauung vor, die im Kraftwerksgelände einen neuen Platz bildet. Höhepunkt soll ein Turm mit 55 Metern Höhe werden, der aber nicht direkt an der Könneritzstraße platziert wird, sondern im Inneren des Geländes. Zum Vergleich: Der Turm des World Trade Center ist 61 Meter hoch, die Bühnentürme der Spielstätten im Kraftwerk Mitte 31 Meter.

Neubau als baulicher Abschluss für das gesamte Areal

Neuber plädierte vehement für eine „Landmarke“. „Wir als Drewag sind stolz auf dieses einmalige Areal. Wo gibt es einen ganzen Stadtteil für die Kultur- und Kreativwirtschaft?“, fragte er. Der Neubau bilde den baulichen Abschluss für das gesamte Areal. „Wir wollen das Kraftwerksareal markieren. 55 Meter haben keine gravierenden Beeinträchtigungen der Blickbeziehungen zur Folge.“

Der Hochpunkt wurde zum Streitpunkt in der Gestaltungskommission. „Wir sollten sensibel und vorsichtig mit Hochpunkten umgehen“, empfahl Stadtrat Tilo Wirtz (Die Linke). Die Verwaltung müsse aufpassen, dass die Altstadt nicht eingemauert werde. „Wenn wir hier einen Hochpunkt erlauben, kommen die Grundstücksnachbarn und wollen genauso hoch bauen.“

Es besteht Zeitdruck

Der Architekt Thomas Kaup dagegen hält die Argumente, die für einen Hochpunkt sprechen, für durchaus nachvollziehbar. Jürg Sulzer, Vorsitzender der Gestaltungskommission, hob dagegen mahnend den Zeigefinger: Nach seiner Meinung sollte der Hochpunkt die Höhe der benachbarten Kulturbauten nicht übersteigen. Der Architektur-Professor wies darauf hin, dass die Verwaltung an einem Rahmenplan für den Umgang mit Hochhäusern in Dresden arbeitet, der vom Stadtrat verabschiedet werden soll. „Es wäre kontraproduktiv, wenn wir hier eine Entscheidung treffen, bevor das Konzept verabschiedet ist.“

Sulzer empfahl Neuber ein zweistufiges Verfahren. Am Grundbaukörper könne in einem ersten Schritt schon gearbeitet werden, während der Hochpunkt erst in einem zweiten Schritt gestaltet werde. Neuber wies darauf hin, dass durchaus Zeitdruck besteht. „Wir müssen uns nach dem Wunsch des Mieters richten.“ Kaup empfahl, den Turm als „Aufschlag für das Hochhaus-Konzept“ zu nehmen. Ein 55 Meter hoher Turm könne gut gestaltet sein.

Stadtverwaltung will Visualisierungen erarbeiten

„Das wird keine schnöde Glasröhre“, versprach der Drewag-Prokurist am Ende der Sitzung und zeigte sich optimistisch, dass das Kraftwerksgelände den Hochpunkt erhält. „Ich bin zuversichtlich, dass wir 55 Meter in die Höhe gehen dürfen.“ Die Drewag wird die Baumassenstudie gemeinsam mit Pötzsch weiter verfeinern und das Projekt erneut in der Gestaltungskommission vorstellen.

Die Stadtverwaltung will Visualisierungen erarbeiten, die zeigen sollen, wie der Turm die Blickbeziehungen von verschiedenen Standorten aus beeinflusst. Stadtrat Hendrik Stalmann-Fischer (SPD) meinte: „Es könnte ein Blickpunkt für die Sichtachse von der Wilsdruffer Straße aus entstehen. Das hätte seinen Reiz, denn dort fehlt so etwas bisher.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ab dem 28. März Tag können Gäste die Kantine im Ratskeller nutzen. Jetzt steht auch fest, wer als Caterer fungiert: Das Radebeuler Gastronomieunternehmen Gourmetta wird auf einer Fläche von 840 Quadratmetern eine Mittagsversorgung mit bis zu vier Mahlzeiten anbieten.

09.03.2019
Lokales Dresden-Dakar-Banjul-Challenge - Von Dresden nach Westafrika

Der Dresdner Verein Breitengrad organisiert die 27. Rallye nach Westafrika – und will damit auch Gutes tun. Am Sonnabend machten sich 42 Teams auf den Weg.

09.03.2019

Die Landeshauptstadt Dresden hat am Sonnabend zum zweiten Mal den Wissenschaftspreis an herausragende Abschlussarbeiten von Studenten sowie Wissenschaftlern verliehen. Prämiert wurden je eine Bachelorarbeit, eine Masterarbeit, eine Promotion und eine Habilitation.

09.03.2019