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Lokales Krätze in Dresdner Kitas und Schulen – Mediziner geben Entwarnung
Dresden Lokales Krätze in Dresdner Kitas und Schulen – Mediziner geben Entwarnung
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14:55 11.01.2017
Eine Krätzemilbe Quelle: Wikipedia/ CC BY-SA 3.0
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Dresden

In Dresdner Schulen und Kitas geht die Krätze um. Wie die Stadtverwaltung bestätigt, sind drei Kindergärten mit jeweils einem und eine Schule mit drei Kindern betroffen. Die Eltern und das Personal wurden informiert. Zur Schließung von Einrichtung ist es aufgrund des Ausbruches nicht gekommen.

Grund zur Panik gibt es nicht. Die Stadt gibt Entwarnung: „Aus medizinischer Sicht ist das Auftreten einzelner Krätzefälle in Kinder- beziehungsweise Gemeinschaftseinrichtungen nicht ungewöhnlich.“ Allein im vergangenen Jahr seien in Dresden 46 Einrichtungen mit insgesamt 67 Fällen betroffen gewesen. Bedenkliche Häufungen habe es nicht gegeben. Da die Krankheit nicht meldepflichtig ist, könnte die Zahl der Infektionen im vergangenen Jahr noch höher liegen.

Nach Bekanntwerden der aktuellen Krätze-Fälle wurde im Internet darüber spekuliert, dass Flüchtlinge die Krankheit eingeschleppt haben könnten. Tatsächlich wurde in den vergangenen Jahren in Flüchtlingsheimen und Zeltlagern immer wieder Krätze diagnostiziert. Doch nach Angaben der Stadtverwaltung seien derzeit in Dresden nur deutsche Kinder erkrankt.

Auch Fabian Lander, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin am Uniklinikum, hält es für unwahrscheinlich, dass die Krankheit eingeschleppt wurde. „Die Krätze war in Deutschland noch nie ausgerottet. Gerade in Kitas kommt es immer wieder zu Erkrankungen. Hier haben Kinder, etwa beim Schmusen, länger als fünf bis zehn Minuten Hautkontakt – optimale Bedingungen für die Parasiten, die sich nur sehr langsam fortbewegen können“, erklärt der Mediziner und fügt hinzu, „gerade im Winter sind die Bedingungen für die Krätze-Milben gut – sie vertragen kein warmes Klima“.

Was ist Krätze?

Die Krankheit: Krätze (ugs. Räude, med. Skabies, Scabies) ist eine parasitäre Hautkrankheit, die durch die weibliche Krätzemilbe verursacht wird und fast ausschließlich bei Menschen und nicht bei Tieren auftritt. Die Krankheit ist nicht meldepflichtig. Allerdings besteht schon beim Verdacht ein Verbot des Aufenthalts in Gemeinschaftseinrichtungen. Die 0,3 bis 0,5 Millimeter kleinen Tierchen bohren einen Kanal durch die Haut und legen dort ihre Eier ab. Dabei entsteht nach mehreren Wochen ein starker Juckreiz, Pustel sowie Blasen und in der Folge Kratzwunden.

Die Therapie: Zur Anwendung kommt in der Regel das Insektizid Permethrin in Form von Cremes. Das Mittel gilt als für den Menschen relativ ungefährlich.

Lander empfiehlt allen betroffenen Eltern, ihre Kinder zum Arzt zu bringen, um die Diagnose zu sichern. Dann können die Parasiten mit einer insektizidhaltigen Creme verjagt werden. Bettwäsche und Kuscheltiere sollten bei mehr als 50 Grad gewaschen oder alternativ für zwei Tage luftdicht in Plastiktüten verpackt werden. Im Zweifel sollten auch andere Personen, die Kontakt mit den Erkrankten hatten, einen Arzt aufsuchen. Die Diagnose ist oft schwieriger als gedacht: Die typischen Kanäle, die die Milben unter der Haut fressen und einen Juckreiz verursachen, sind erst vier Wochen nach der Infektion sichtbar.

Von hh

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