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Lokales Kork to carry: Dresdnerin designt erfolgreich Korktaschen
Dresden Lokales Kork to carry: Dresdnerin designt erfolgreich Korktaschen
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17:03 16.03.2019
Skandinavisches nachhaltiges Design ist das Markenzeichen von UlStO. Ulrike Stolzes Label lebt ihr Motto „Cork to carry“. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Kork und Filz – öde? Von wegen. Die Dresdnerin Ulrike Stolze fertigt aus den beiden Materialen mit ihrem Label „UlStO“ seit drei Jahren vegane Taschen. Skandinavisches und nachhaltiges Design stehen dabei an erster Stelle.

Dieses Wochenende stellt sie von Freitag bis Sonntag auf der Messe „Blickfang“ in Stuttgart aus. Das Besondere daran: Die Messe wählt ihre Aussteller gezielt aus, das Design der Produkte ist dabei entscheidend. „Es ist ein gutes Zeichen, wenn man auf der Blickfang ausstellen darf. Vor allem auf der Heimmesse in Stuttgart, denn da wollen wirklich alle hin“, weiß Ulrike Stolze, die bereits zum vierten Mal dabei ist.

Die Idee für ihr Label kam ihr 2015 in den Semesterferien – aus Langeweile. „Ich war schon immer kreativ und hab gern mit meinen Händen gearbeitet“, erzählt die 28-Jährige. Eigentlich hat sie Maschinenbau studiert, in den Ferien brauchte sie allerdings einen Ausgleich zum eher wenig kreativen Studium. „Da hab ich mir dann das Nähen beigebracht. Die Idee entstand hauptsächlich, weil mich immer mehr Leuten nach Taschen gefragt haben.“

Vom Hobby zum Beruf

Danach lief das Projekt so nebenbei – schnell war aber klar, dass sie das Hobby nach dem Studium zum Hauptberuf machen möchte. Seit 2017 arbeitet sie nun im Vollzeitbetrieb, anfangs noch mit Lager und Büro daheim. Mittlerweile hat sie ih­ren eigenen Showroom auf der Kamenzer Straße in der Neustadt eröffnet, Büro und Ausstellungsraum zugleich.

Vegan, regional produziert und skandinavisch schick obendrein: Die Dresdnerin Ulrike Stolze fertigt mit ihrem Label „UlStO“ seit drei Jahren besondere Taschen.

Das Besondere an den Taschen von UlStO: Alle Produkte sind vegan und nachhaltig. Produziert wird regional, die Taschen werden im Erzgebirge und in Dohna genäht. Der Filz besteht aus 100 Prozent recycelten PET-Flaschen, der Korkstoff ist langlebig und überwiegend aus nachwachsendem Kork.

„Die Kombination aus Leder und Stoff fand ich schon immer toll, aber ich wollte einfach kein Leder verwenden. Dann habe ich Korkstoff als Material getestet. Ich fand es schade, dass es hier noch niemand kennt, denn in Spanien oder Portugal wird das schon lange verwendet“, erzählt Ulrike Stolze. Dabei hat das Material viele Vorteile. „Kork ist wasserabweisend, abwischbar und langlebig. Das Material wächst nach, zudem ist es gut für die Umwelt, wenn man Korkeichen schält“, erklärt die Designerin.

Nachhaltiger Konsum als Ziel

Das verstaubte Image von „Öko“ aufpolieren und mit gutem Design verbinden, ist Ziel des Labels. „Mein Produkt soll so fair und nachhaltig wie möglich sein, fair gegenüber Mensch und Natur. Da steht schließlich mein Name drauf“, sagt die gebürtige Thüringerin. Aber es gehe nicht nur darum – die Taschen sollen in den Läden vor allem durch ihr Design überzeugen. „Meine Absicht ist es, dass auch Leute das Produkt schön finden, die nicht auf den ökologischen Faktor Wert legen – aber es trotzdem kaufen“, erklärt die 28-Jährige ihren Grundgedanken.

Wichtig ist Ulrike Stolze auch, dem Massenkonsum und den ständig wechselnden Trendprodukten ab­zuschwören. „Dabei bleibt Natürlichkeit und Nachhaltigkeit auf der Strecke“, findet sie. „Es gibt für mich zwar einen Zwiespalt zwischen Nachhaltigkeit und Konsum, und damit auch mit meiner eigenen Produktion. Aber jeder Mensch muss konsumieren, da kommen wir nicht drum herum. Ich finde es wichtig, nachhaltige Alternativen zu zeigen“, erklärt die Unternehmerin. Da­bei geht es ihr aber nicht darum, reich zu werden oder Prestige zu erlangen: „Wenn mich meine Enkel mal fragen, warum sich die Welt so negativ verändert hat, will ich sagen: Ich hab mein Bestes gegeben.“

Auch Schmuck aus Kork und Filz gibt es bei Ulrike Stolze. Quelle: Anja Schneider

Viele Herausforderungen

Der Weg bis hierhin war für die Unternehmerin nicht immer leicht. „Ich habe viel Zeit investiert, bis mal was rauskam“, sagt die 28-Jährige. Denn gerade im Punkt fair und nachhaltig musste sie viel recherchieren und das Produkt immer wieder hinterfragen. „Besonders am An­fang muss man mit wenig finanziellen Mitteln auskommen. Da kann man sich nicht einfach eine teure Maschine leisten, sondern muss alles per Hand anfertigen“, erinnert sie sich. Aber Aufgeben war nie eine Option.

„Man muss für die Selbstständigkeit gemacht sein. Da gibt es anfangs keinen regelmäßigen Alltag, kein festes Gehalt, keine geregelten Arbeitszeiten. Vor allem Risikobereitschaft ist wichtig“, findet Ulrike Stolze. Es macht sie stolz zu sehen, dass die Arbeit der Anfangszeit nun Früchte trägt. „Die Bekanntheit für das Material wächst langsam – und damit auch der Absatz“, erklärt die Unternehmerin.

Ob sie alles noch mal so machen würde? „Ja, im Großen und Ganzen schon“, resümiert die Designerin. „Ich hab gerne von Anfang an die Kontrolle über alles. Ich mache lieber kleine Schritte und lerne anschließend aus meinen Erfahrungen.“ Das ist und bleibt wohl ihr Rezept zum Erfolg.

Von Annafried Schmidt

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