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Konsum Dresden baut Service aus

Bilanz 2016 mit leichtem Gewinnrückgang Konsum Dresden baut Service aus

Der Konsum Dresden, Arbeitgeber für 839 Menschen, hat im Geschäftsjahr 2016 durchaus gut gegen die Konkurrenz bestanden. Zwar sank das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr leicht um 45 300 auf 613 000 Euro, doch immerhin konnten die rund 22130 Mitglieder eine Dividende von 2,5 Prozent einstreichen.

Dresdens Konsumchef Gunther Seifert (li) und Vorstandsmitglied Roger Ulke haben am Dienstag die Zahlen für 2016 vorgestellt. Die Genossenschaft hat wieder Gewinne erzielt, aber weniger als 2015.
 

Quelle: Konsum/Markenteam

Dresden. Der Konsum Dresden hat 2016 wieder Gewinne erwirtschaftet. Allerdings lagen die mit 613 000 Euro leicht unter Vorjahr (658 000 Euro) und wurden mit deutlich mehr Aufwand erzielt. So stieg der Umsatz von 108,8 Millionen auf 109,5 Millionen Euro.

Grund: Die Genossenschaft muss sich in einem immer engeren Marktumfeld behaupten. „Da kann nicht irgendwo in der Stadt auch nur ein Quadratmeter neue Einzelhandelsfläche für Lebensmittel entstehen, ohne dass man es merken würde“, umriss Vorstandsmitglied Roger Ulke die Lage, als er am Dienstag gemeinsam mit Vorstandschef Gunther Seifert die Zahlen für 2016 vorstellte. Ulkes Vorwurf ans Rathaus: An jeder Ecke würden Brachen mit Lebensmittelhandel saniert.

Konsumgesichter schauen auf Simmel-Markt

Den Konsum traf diese Konstellation zuletzt in der Dresdner Neustadt hart, als zwischen seinen Standorten in Haupt- und Alaunstraße Simmels Edeka seine Pforten öffnete und gemeinsam mit dem neuen Rewe-Markt in der Bautzner Straße Geschäft abzog. „Ich hab das mal nachgeschaut“, so Ulke, „1998 hatte Dresden noch gut 75 000 Quadratmeter Verkaufsfläche für Lebensmittel, jetzt sind es 230 000 Quadratmeter.“ Leider habe sich die Bevölkerung nicht im gleichen Maße mitentwickelt. Weil aber ein bisschen Spaß sein müsse, habe er „mit Freude die Litfaßsäule gegenüber dem Simmel-Markt gemietet. Schön, dass sich da jetzt meine Mitarbeiter drehen“.

Natürlich wächst auch der Konsum mit seinen Möglichkeiten. Im September 2016 sei mit Eröffnung des „Konsum express“ am Neumarkt die Verkaufsfläche auf exakt 29 842 Quadratmeter gewachsen, erklärte Seifert. Und weil die Investitionen im laufenden Jahr in etwa das Niveau von 2016 erreichen sollen, werden die fälligen 2,7 Millionen Euro sicher für eine weitere Flächenvermehrung genutzt. Wo genau investiert wird, verrieten die Vorstände nicht, den Antrieb aber schon: „Alle heben das Niveau an, da müssen wir mithalten, modernisieren und wenn nötig auch strategisch neu ausrichten“, beschrieb Seifert die Anforderungen.

Konsum will mehr Azubis einstellen

Zum Unternehmen gehören derzeit 35 Konsum- und Frida-Märkte, in denen 839 Menschen beschäftigt sind (2015: 831). Die Zahl der Azubis, die beim Konsum drei Jahre lernen, stieg von 53 auf 54 – langfristig, so Seifert, sollen es 63 sein, um den absehbaren Bedarf an Fachkräften zu decken.

Ausbauen will der Konsum auf jeden Fall seinen Service. Der Bringedienst habe seit seinem Start 2013 beim Umsatz massiv zugelegt – von rund 107 700 auf heute gut 365 700 Euro. Auch der Catering-Service entwickle sich mit einem Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr zum Umsatzbringer, erklärten die Vorstände. Absehbar erwarten sie bei inzwischen schon 530 000 Euro Umsatz im Servicegeschäft auch Gewinne.

Butter bald für zwei Euro?

Generell unterliege der Umsatz durch Preissprünge einem ewigen Auf und Ab, sagte Roger Ulke. Als Aldi jüngst die Butterpreise anhob, machten alle mit, bald folgten – logisch – Käse und Milch. „Ich würde mich nicht wundern, wenn ein Stück Butter im Herbst zwei Euro kostet“, orakelte Ulke. „Jetzt hängen die Erdbeeren drei Wochen hinterher, und uns fehlen drei Wochen geplanter Umsatz“. Doch das sei halt Alltag, damit lebe das Unternehmen, könne aber dank seiner langen Tradition auf viel Verständnis bei den Kunden bauen.

Die interessierten sich zwar – wie beschrieben – immer mehr für Servicedienste, doch das führe noch nicht dazu, die Onlinestrategie zu überdenken. Denn: Gewinne sehen die Vorstände beim Onlinegeschäft ausdrücklich nicht. Zwar gebe es ein schmales Angebot im Netz, erklärte Roger Ulke, das werde vielleicht auch etwas ausgebaut. Aber Firmenchef Seifert formulierte ganz klar: „Ein Online-Lebensmittelhandel ist für den Konsum Dresden derzeit kein Wachstumsmarkt“.

Ziel: Mitgliederrückgang stoppen

Zulegen will die Genossenschaft bei den Mitgliedern. Deren Zahl ist im Jahresverlauf 2016 vor allem aufgrund der Altersstruktur von 22 226 auf 22 129 gesunken. Zwar haben die Mitglieder für Freude gesorgt und ihre Anteile 2016 um zehn Prozent auf 550   000 Euro aufgestockt, erklärte Seifert, aber sein Ziel sei es, den Abwärtstrend schon bald umzukehren.

Von Barbara Stock

Den kompletten Geschäftsbericht für das Jahr 2016 können Sie hier herunterladen:

Dresden, Konsumzentrale, Tharandter Straße 69 51.031856 13.702084
Dresden, Konsumzentrale, Tharandter Straße 69
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