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Lokales Komplettsanierung mit Nachspielzeit am Krankenhaus Friedrichstadt
Dresden Lokales Komplettsanierung mit Nachspielzeit am Krankenhaus Friedrichstadt
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11:46 26.06.2018
OB Dirk Hilbert, Gesundheitsministerin Barbara Klepsch und Jürgen Richter, Kaufmännischer Direktor des Städtischen Klinikums (v.l.), bei der Einweihung. Quelle: Christin Grödel
Dresden

Passender könnte ein Name kaum sein: Im Jahr 1874 war das Haus N auf dem Friedrichstädter Areal der erste Neubau des seit 1849 an diesem Standort befindlichen Stadtkrankenhauses. Seit Montag ist es nach umfangreicher Sanierung nun auch das erste offiziell übergebene Gebäude seit der Fusion des Städtischen Klinikums vor eineinhalb Jahren. Und das N steht – genau – für das „Neue Haus“.

Dieses „Neue Haus“ bildet jetzt gemeinsam mit den durch gläserne Brücken und unterirische Gänge verbundenen Gebäuden M und C das Interdisziplinäre Operative Zentrum. Was etwas sperrig klingt, bedeutet im Grunde die Kombination der Kliniken für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie sowie für Neurochirurgie. Hilfe finden hier künftig also vor allem Patienten mit Darm-, Bauchspeicheldrüsen-, Leber- und Magenkrebs sowie Menschen mit Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks und der peripheren Nerven.

Das Gebäude befindet sich an der Südseite des Klinikgeländes und damit direkt gegenüber des restaurierten Neptunbrunnens, hier vorne im Bild. Quelle: Sabine Hunger

Das vergangene Wochenende habe gezeigt, dass ein Erfolg manchmal erst in der Nachspielzeit erreicht werden könne, sagte Jürgen Richter anlässlich der Einweihung. Der Kaufmännische Direktor des Städtischen Klinikums – offenbar ein Fan der Deutschen Fußballnationalmannschaft – spielte damit auf den gesprengten Zeitplan des Bauprojekts an. „Es gab unerwartete Schwierigkeiten“, so Richter. Da das Haus N als Einzeldenkmal gilt, waren bei der Fassaden- und Treppenhausgestaltung, bei Bauelementen wie Fenstern und Türen sowie bei der Gestaltung der Außenanlage erhebliche Auflagen der Denkmalschutzbehörde zu beachten.

Gerade die Außenanlage hat es nun aber in sich. Denn das Gebäude befindet sich an der Südseite des Klinikgeländes und damit direkt gegenüber des restaurierten Neptunbrunnens. Den Anblick dieser Brunnenanlage aus dem 18. Jahrhundert können künftig nicht nur Patienten, sondern auch Mitarbeiter und Besucher im „Café am Neptunbrunnen“ genießen, das im Erdgeschoss von Haus N untergebracht worden ist.

Dort befinden sich zudem vier moderne Operationssäle. Im Untergeschoss gibt es Technik- und Wirtschaftsräume sowie Umkleiden für das OP-Personal, im ersten und zweiten Obergeschoss zwei Bettenstationen mit je 17 Zimmern beziehungsweise 30 Betten. „Hier ist ein Stück Zukunft im historischen Gewand entstanden“, findet Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU).

Dafür waren seit 2014 Bauleute am Werk. Das Gebäude wurde zunächst komplett entkernt, alle vorhandenen Holzbalkendecken gegen Betondecken ausgetauscht, der vorhandene Dachstuhl statisch ertüchtigt. Für Zahlenfreunde: Zum Einsatz kamen 400 Tonnen Stahl, 1700 Kubikmeter Beton und 2500 Kubikmeter Mauerwerk. Entstanden sind 4900 Quadratmeter Nutzfläche. Zuletzt wurde das Gebäude nach dem Jahrhunderthochwasser im Jahr 2002 saniert worden.

Nach Abschluss der Maßnahme vervollständigen neben den vier Operationssälen auch zwei Allgemeinpflegestationen und ein zentraler Bereich mit Untersuchungs- und Behandlungsräumen das Interdisziplinäre Operative Zentrum. Den Verantwortlichen ging es aber auch darum, Funktionsabläufe zu optimieren, Arbeitsbedingungen zu verbessern, Brandschutzmängel zu beheben und die unsanierten Bereiche an die aktuellen hygienischen, funktionalen und wirtschaftlichen Anforderungen anzupassen.

Ziele, die Geld kosten. Annähernd 24 Millionen Euro sind in die Sanierung geflossen – davon stammen 14,7 Millionen Euro vom Freistaat, weitere 5,4 Millionen Euro hat die Stadt aus Trägermitteln beigesteuert. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zeigte sich kurz vor dem symbolischen Banddurchschnitt, der traditionell die Einweihung eines Gebäudes mittels scharfer Schere einläutet, denn auch höchstzufrieden und nannte das Ergebnis der vierjährigen Bautätigkeit ein „hochmodernes Medizinzentrum“.

Von Christin Grödel

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