Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Königsbrücker Straße: Ortsbeirat votiert für Variante 8.7
Dresden Lokales Königsbrücker Straße: Ortsbeirat votiert für Variante 8.7
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:46 17.06.2016
Dresden

Das Ergebnis war überdeutlich, die Stimmung optimistisch und die Hoffnung groß: Fast drei Viertel aller Neustädter Ortsbeiräte haben in der nachgeholten Juni-Sitzung am Mittwoch für die Vorzugsvariante 8.7 der Stadt zum Umbau der Königsbrücker Straße gestimmt. Sie sind optimistisch, dass dieser Entwurf, der aus ihrer Sicht die Vorteile der verkehrsgünstigen Variante 7 und der stadtplanerisch noch etwas besseren Variante 8.4 vereint, auch Wirklichkeit werden kann. Und sie haben die Hoffnung, dass sie zum letzten Mal grundsätzlich über die „Königsbrücker“ befinden mussten. Denn am Montag sollen die Pläne im Stadtentwicklungsausschuss diskutiert werden, bevor der Stadtrat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am 23. oder 24. Juni das letzte Wort hat.

Entscheidend ist aus Sicht der Planer, dass die „7“ und die „8.7“ etwa gleiche Qualitäten für alle Verkehrsteilnehmer bieten, während bei Variante 8.4 Fragen des Verkehrsflusses zugunsten städtebaulicher Überlegungen weniger Beachtung finden. Für die Bürgerinitiative (BI) „Königsbrücker muss leben!“ ist dies genau die richtige Wichtung. Die Vertreter der Piraten-Partei stehen dabei an der Seite der BI. CDU und FDP im Ortsbeirat wollen nur die Variante 7 umgesetzt wissen, der Rest der Räte votierte komplett für Variante 8.7.

Für die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) ist die 8.4 keine Alternative, denn im mittleren Abschnitt der „Königsbrücker“, etwa zwischen Louisenstraße und Bischofsweg, teilen sich Autos und Straßenbahnen dabei den Platz. „Steht einer, stehen alle“, gab DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach, zu bedenken.

Die DNN dokumentieren das Für und Wider aus DVB-Sicht und beleuchten, was wäre, wenn...

...die Variante 7 kommt: Damit könnte das Unternehmen leben. „Gute Verkehrsqualität/Leistungsfähigkeit im Gesamtabschnitt und am Knotenpunkt Bischofsweg...“, steht dazu in einer Tabelle mit den Vor- und Nachteilen aller drei Varianten. Das bedeutet, im Vergleich zur aktuellen Situation würden die Autos und die Straßenbahnen klar schneller – das ist eine von mehreren Voraussetzungen für finanzielle Unterstützung von Land und Bund. Dabei sind die Autos immer etwas schneller als die Straßenbahnen. Auf der Gesamtstrecke kommen sie auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von maximal 25,3 Kilometer pro Stunde, haben die Untersuchungen bei Variante 7 ergeben. Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Bahnen beträgt dabei 22,3 Stundenkilometer.

...die Variante 8.4 kommt: Dann stehen die Bahnen im Mittelabschnitt schlimmstenfalls im Stau oder zum Beispiel hinter Liefer- und Müllfahrzeugen. „Autos können ausweichen“, sagte Hemmersbach, „wir mit unseren Straßenbahnen können nicht ausweichen“. Die Bahnen seien dann zwar „gedanklich Pulkführer“, also dürften bei Ampeln immer zuerst losfahren. In der Wirklichkeit sehe das aber häufig ganz anders aus. Wie alle Beteiligten hätten die DVB dann zwar beim Planfeststellungsverfahren die Möglichkeit, Einwände einzubringen und danach sogar gegen die Planerentscheidung zu klagen. „Das steht uns formal zu“, so Hemmersbach. Wirklich nutzen wird das Tochterunternehmen der Stadt diese Möglichkeit aber nicht.

...die Variante 8.7 kommt: Diese Variante ist aus Sicht der DVB die richtige Wahl. Die Verkehrsqualität stimmt, so das Unternehmen, und sie ist auch „städtebaulich spannend“, findet der DVB-Vorstand.

Von Christoph Springer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Dresdner Verkehrsbetriebe erhalten 930 000 Euro Fördermittel vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LaSuV). Das teilte jetzt LaSuV-Mitarbeiterin Nicole Wernicke mit. Mit dem Geld soll die Verkehrssteuerung zwischen der Zentralhaltestelle Zwinglistraße und dem Knotenpunkt Pirnaer Landstraße/Moränenende verbessert werden.

17.06.2016
Lokales Wie weiter mit den Bürgerversammlungen? - Frank Richter: „Spaltung der Gesellschaft überwinden“

Sechs Mal haben Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und Superintendent Christian Behr zu Bürgerversammlungen in die Kreuzkirche eingeladen. Die Veranstaltungen wurden von der Landeszentrale für politische Bildung begleitet. DNN sprachen mit Frank Richter, Direktor der Bildungseinrichtung, über die Zukunft der Dialogangebote in Dresden.

17.06.2016

Die Förderung von Hochschulen geht in eine neue Runde: Am Donnerstag entschieden sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer  für die Weiterführung der Exzellenzinitiative. Zusätzlich wurde ein Nachwuchsforscherprogramm und das Förderprogramm „Innovative Hochschule“ verabschiedet.

17.06.2016