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Lokales Knochen aus Keramikschaum: Dresdner Messe "Bionection" verkuppelt Forscher und Risikokapital
Dresden Lokales Knochen aus Keramikschaum: Dresdner Messe "Bionection" verkuppelt Forscher und Risikokapital
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17:50 09.09.2015

Rund 200 Risikokapitalisten, Industrievertreter und Tüftler tummeln sich seit gestern auf dieser exklusiven Technologietransfer-Messe im "Forschungszentrum für Regenerative Therapien" an der Fetscherstraße. "Die Biotech-Forscher hatten sich in einer Befragung solch eine Plattform gewünscht", betont Ulrike Gerecke vom Branchenverband "Biosaxony", der die Messe-Premiere organisiert hat.

Chemiker Mattias Ahlhelm vom Dresdner Fraunhofer-Keramikinstitut IKTS zum Beispiel entwickelt Kunstknochen aus Keramikschaum, die nach einer Implantation besonders gut mit dem Körpergewebe zusammenzuwachsen versprechen. In Ahlhelms "Gefrier-Direktschäumung" kühlt er eine Keramikflüssigkeit stark ab und senkt den Druck. So entsteht eine Art fester Schwamm mit verschieden großen Poren, ähnlich wie in natürlichen Knochen. Die großen Poren sind dazu da, dass die Körperzellen in das Implantat gut hineinwachsen, die kleineren, damit die jungen Zellen in Kontakt bleiben. "Einsetzen kann man verschiedene Materialien, je nachdem, ob man mehr Stabilität oder ein gut abbaubares Stützmaterial später will."

Von den Maschinenbauern der TU Dresden ist Ingenieur Felix Lenk zur "Bionection" gekommen: Er und seine Kollegen vom Lehrstuhl für Bioverfahrenstechnik wollen eine Firma gründen, die innovative Laborautomaten herstellt. Lenks "PetriJet"-Geräte können Petri-Schalen mit Zellkulturen oder Keim-Proben automatisch analysieren, Stereo-Fotos anfertigen und weitertransportieren. In Großmolkereien zum Beispiel werden solche Proben tagtäglich zu Hunderten genommen. Wenn Lenk auf der Messe Finanziers findet, könne die Serienproduktion 2015 beginnen.

Die "bionection" entstand in Konsequenz aus einer "Biosaxony"-Studie. Die hatte die Biotech-Forschungen zwar als vielversprechend eingestuft, aber eine Lücke zwischen Wissenschaft und Industrieeinsatz diagnostiziert. Die neue jährliche Transfermesse soll diese Kluft schließen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.10.2014

hw

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