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Kleinstaaterei im Kraftwerk Mitte: Getrennte Kassen zwischen Operette und tjg

Dresdner Theater Kleinstaaterei im Kraftwerk Mitte: Getrennte Kassen zwischen Operette und tjg

Wer gemeinsam in ein Haus zieht, sollte auch gemeinsam Karten verkaufen. Im Kraftwerk Mitte gilt das nicht: Dort arbeiten Staatsoperette und theater junge generation mit verschiedenen Systemen. Bis zur neuen Spielzeit soll dieser Zustand behoben werden, verspricht die Kulturverwaltung.

Ein Haus, zwei getrennte Kassen: Bis zum Beginn der neuen Spielzeit soll dieser Zustand im Kraftwerk Mitte behoben werden.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Hendrik M. Dietrich ist Geschäftsführer eines Ladengeschäfts in der Neustadt und hat deshalb geschärfte Sinne für guten Service. In der vergangenen Woche wollte er als Geburtstagsgeschenk für seine Mutter Karten für die Staatsoperette kaufen. „Weil ich noch nicht im Kraftwerk Mitte gewesen bin, wollte ich die Karten am Vormittag direkt vor Ort kaufen“, erklärt der Geschäftsmann.

Das Ambiente sei wunderschön, doch es habe sich eine lange Schlange gebildet. Dietrich beobachtete und stellte fest: „Es gab zwei Verkaufsstellen. Eine für die Operette und eine für das theater junge generation.“ Bei der Operette hätten zwei Mitarbeiterinnen die Kunden bedient. Freundlich, kompetent. Aber gute Beratung braucht Zeit. „Es dauert, bis die Kunden ihre Plätze am Computer ausgewählt haben.“ Die meisten Besucher wollten Karten für die Operette kaufen. „Die Dame am Schalter für das theater junge generation hatte wenig zu tun. Aber Operetten-Kunden konnte sie nicht bedienen“, wundert sich Dietrich.

Da habe die Stadt eine beispielhafte Spielstätte für zwei Theater geschaffen. Aber beim Kartenverkauf würden die Institutionen, die unter ein Dach gezogen sind, getrennte Wege gehen. „Logisch ist das nicht“, sagt der Unternehmer, „wo bleiben Kundenorientierung und die viel beschworenen Synergieeffekte?“

„Es ist richtig, dass die Theater aktuell mit zwei verschiedenen Systemen arbeiten“, erklärte Thomas Grundmann, persönlicher Referent von Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke). Er bittet um Verständnis für einen Zustand, der spätestens mit Beginn der Spielzeit 2017/2018 behoben werden soll: „Wir arbeiten daran, dass ein gemeinsamer Kartenverkauf möglich wird.“

Die Kassenmitarbeiterinnen seien auf die individuellen Strukturen und Inhalte ihres jeweiligen Hauses spezialisiert. „Die Mitarbeiterinnen von theater junge generation und Staatsoperette müssen in Zukunft in der Lage sein, Kunden über Inhalte für dann insgesamt 60 Inszenierungen für verschiedene Altersgruppen und Genres sowie zu umfangreichen Anrechtssystemen beraten zu können. Um diesen Service leisten zu können, braucht es noch etwas Zeit“, so Grundmann. „Ebenso dafür, dass die Kassenmitarbeiterinnen das jeweils andere Kartenverkaufssystem kennenlernen und bedienen können.“

Es sei explizites Anliegen der Kulturverwaltung, den Service für die Zuschauerinnen und Zuschauer zu verbessern. Grundmann warb um Verständnis für die derzeitige Situation. Im Dezember 2016 sei das Personal beider Häuser damit beschäftigt gewesen, unter hohem Zeitdruck den pünktlichen Beginn das Kartenverkaufs unter komplett neuen Bedingungen im neuen Haus zu gewährleisten. Die Mitarbeiterinnen des theaters junge generation stünden während ihrer Präsenz an der Kasse für den Verkauf zur Verfügung, würden aber neben dem direkten Kundenkontakt zahlreiche andere Aufgaben wie die Beantwortung von Anfragen erledigen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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