Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Kleiner Lesepavillon, großes Problem
Dresden Lokales Kleiner Lesepavillon, großes Problem
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:22 02.12.2018
Heike Ahnert, umrahmt von Michael Bäuerle (links) und Detlef Eilfeld, hinten die Infotafel zum geplanten Lesepavillon. Quelle: Thomas Baumann-Hartwig
Dresden

„Wenn es um unseren Stadtteil geht, stellen wir die Parteipolitik zurück“, erklären die Stadträte Heike Ahnert (CDU) und Michael Bäuerle (SPD). Im Stadtrat sind sich Christdemokraten und Sozialdemokraten oft nicht grün, in Kleinzschachwitz kooperieren sie. Aus der Kooperation ist ein Novum hervorgegangen: ein interfraktioneller Antrag von CDU und SPD.

Detlef Eilfeld, Vorsitzender des Vereins Zschachwitzer Dorfmeile, schüttelt den Kopf. „Alle betonen in den Sonntagsreden die Wichtigkeit des Ehrenamtes. Aber was hier passiert, hat damit überhaupt nichts zu tun.“ 2016, erinnert sich Eilfeld, wurde im Verein eine Idee geboren: Auf einem brachliegenden Grundstück am Lockwitzbach auf der Bahnhofstraße sollte ein Lesepavillon errichtet werden. Ein kleines Holzhäuschen mit Regalen voller von Kleinzschachwitzern gespendeten Büchern. Gebaut mit Geld und Sachspenden der Einwohner.

Diese Idee führte Eilfeld und seine Mitstreiter ins städtische Liegenschaftsamt. Sie seien freundlich empfangen und zu weiteren Schritten ermutigt worden, so der Vereinsvorsitzende. Im März 2017 war ein Antrag auf Sondernutzungserlaubnis fertig, es folgte ein weiteres Gespräch im Liegenschaftsamt: „Wir wurden aufgefordert, ein Bauwerk zu errichten, das sich schnell abbauen lässt.“ Natürlich. Das Grundstück liegt im Hochwassergebiet.

Nach dem Gespräch habe er die Mitarbeiter der Verwaltung geplant, ob er die Idee publik machen und Spenden sammeln dürfe, sagt Eilfeld. Der Verein ließ ein großes Schild auf der Fläche aufstellen und legte los: Die geschätzten Kosten von 10 000 Euro kamen schnell in die Kasse, die gespendeten Bücher stapelten sich. Was nicht kam, war die Genehmigung. „Es gab mehrere Termine, Gespräche und widersprüchliche Aussagen“, so der Vereinsvorsitzende. Ein Signal von der Stadtverwaltung gab es nicht. Nicht mal eine Ablehnung.

„Wir wissen nicht, woran wir sind“, konstatiert Eilfeld und schildert die Schwierigkeiten: „Was sollen wir machen, wenn wir den Pavillon nicht bauen dürfen? Wir haben Spenden gesammelt - und zwar für diesen Standort. Die sind zweckgebunden.“ Und teilweise anonym in den Spendenbüchsen gelandet. „Wir können nicht jedem Spender sein Geld zurückgeben. Wir müssten das Konto einfrieren“, befürchtet Eilfeld.

So weit soll es nicht kommen, finden die Stadträte Ahnert und Bäuerle. „Die Spendenbereitschaft und das Engagement zeugen vom Willen der Bürger, eigenverantwortlich ihren Stadtteil zu gestalten“, sagt die Christdemokratin. „Ich habe für das bisherige kontraproduktive Blockadeverhalten der Verwaltung keinerlei Verständnis“, nimmt Bäuerle kein Blatt vor den Mund. Es sei ärgerlich, dass Stadträte die Verwaltung übr einen Stadtratsbeschluss zum dienstleistungsorientierten Handeln im Interesse der Bürger nötigen müsse, sind sich beide einig.

Mit dem Antrag soll Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) beauftragt werden, die Realisierung des Lesepavillons mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln in enger Abstimmung mit der Zschachwitzer Dorfmeile bis November 2019 umzusetzen. Sollte für das Häuschen eine Baugenehmigung erforderlich sein, müsse dies dem Verein umgehend mitgeteilt werden. Die Verwaltung soll das Verfahren positiv begleiten, heißt es in dem Antrag.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lokales Skiweltcup am Elbufer - Marketingpreis für City Ski GmbH

Die City Ski GmbH hat den Marketingpreis des Dresdner Marketing Clubs für ihr Werbekonzept rund um den Skiweltcup in Dresden erhalten. Der Erfolg beruhe auf der hervorragenden Grundidee, ein internationales Sportereignis vor der atemberaubenden Silhouette der Dresdner Altstadt in die Welt zu übertragen, lobte die Jury.

02.12.2018

Die Weihnachtsausstellung des Stadtmuseums Dresden dreht sich dieses Jahr um Märchen, für die „Aussterben“ kein Thema mehr ist. Deutlich wird auch, dass Disney kein Copyright hat, was die kommerzielle Zweitverwertung von Märchen angeht.

01.12.2018

Die Kleingärtner der Striesener Sparte „Flora I e. V.“ haben beim 24. Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ eine Silbermedaille erhalten. Sie punkteten vor allem mit ihren generationenübergreifenden Projekten, beispielsweise dem Seniorengarten, der Schulgartenparzelle und dem Gemeinschaftsgarten „Vegibunt“.

01.12.2018