Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Warum Berührungen für Menschen so wichtig sind
Dresden Lokales Warum Berührungen für Menschen so wichtig sind
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:32 11.04.2019
Psychotherapeutin Ilona Croy erklärte anschaulich, was beim Kuscheln im Gehirn passiert. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Jeder weiß, wie gut eine Umarmung tut. Aber warum ist das eigentlich so? Dieser Frage gingen am Dienstagabend die Nachwuchswissenschaftler der Kinderuni nach. Die Veranstaltung wird wie alle anderen der beliebten Reihe von den DNN präsentiert.

Ein Grund für das Wohlgefühl beim Kuscheln ist laut Ilona Croy, Psychologische Psychotherapeutin am Universitätsklinikum, dass unser Herzschlag langsamer wird, wenn wir berührt und gestreichelt werden – und wir uns somit entspannen.

Doch Berührung sei noch für viel mehr wichtig. „Berührung schafft Nähe“, sagte Croy. „Sport-Teams zum Beispiel, die sich oft anfassen, sind am Ende der Saison erfolgreicher.“

Schmusen als sozialer Kitt

Um das zu veranschaulichen, machte sie mit den Kindern ein Gedankenexperiment: „Stellt euch vor, es gibt zwei Inseln: Auf der einen leben Leute, die sehr gerne kuscheln.

Und auf der anderen leben die Nicht-Kuschler – wem geht es nach 30 Jahren besser?“, fragte sie. Die Abstimmung der Kinder fiel klar aus für die Kuschler.

„Und warum?“, fragte Croy. „Weil sie mehr zusammen machen und sich lieb haben“, sagte ein Mädchen. Croy stimmte ihr zu: „Die, die viel kuscheln, arbeiten besser zusammen, weil sie sich besser leiden können.“ Kuscheln sei also eine Art sozialer Kitt.

Mehr zum Thema

Häufige Hautmythen und -krankheiten: Ist Haarausfall durch Kuscheln möglich?

Nähe und Psyche: Umarmen oder Händeschütteln: Berührungen tun gut

Semesterbeginn: Anmeldestart für Dresdner Kinder-Uni

Semesterstart an Kinderuni: So formt sich ein Lebewesen

Wer viel miteinander kuschelt, hält besser zusammen, war bei der Vorlesung zu hören. Einige der kleinen Zuhörer können das sicher bestätigen. Quelle: Anja Schneider

Was Kuscheln mit Schokolade gemein hat

Danach sollten die jungen Forscher sich selbst am Arm streicheln. „Seht ihr, dass niemand von euch das sehr schnell macht?“, fragte die Wissenschaftlerin.

„Das liegt daran, dass die Rezeptoren, die für die Wahrnehmung des Streichelns zuständig sind, am besten auf langsame Berührung reagieren.“

Interessant sei auch, was währenddessen im Kopf passiert. „Der Vorgang aktiviert unsere Inselrinde und nach 40 Minuten auch die Belohnungszentren“, erklärt Croy.

„Die Belohnungsareale werden auch aktiviert, wenn ihr Schokolade esst oder Geld geschenkt bekommt. Das ist der Grund, warum wir gerne gestreichelt werden – und gerne Schokolade essen“, sagte Croy abschließend.

Von Annafried Schmidt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein im Stallhof aufgetauchtes Plakat im Design der Kulturhauptstadtbewerbung fordert den Umbau der ehemaligen Tabakfabrik Yenidze zur Moschee. Urheber des Posters ist laut Stadtverwaltung ein künstlerisches Aktionsbündnis.

11.04.2019

An diesem Freitag startet in dem Park offiziell die Freiluftsaison. Das Stadtbezirksamt appelliert an die Besucher, keinen Dreck liegen zu lassen – und gibt den Gästen deshalb nun kostenlose Müllbeutel an die Hand.

11.04.2019

Größer, höher, sicherer ist das neue Dach, das zwischen Zuschauerköpfen und Himmelszelt für die Filmnächte am Elbufer errichtet wird. Das Fundament für die neue Konstruktion ist in Arbeit. Die Errichtung erfolgt Ende Mai.

11.04.2019