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Lokales Kinderdorf in Klotzsche bietet neue Perspektive
Dresden Lokales Kinderdorf in Klotzsche bietet neue Perspektive
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12:39 04.06.2018
Claudia Töppner und Axel Mayer sind die neuen Pflegeeltern im Lauschwiesenweg 2. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Für Claudia Töppner und ihre drei leiblichen Kinder wird bald alles anders, wenn sechs neue und unbekannte Mitglieder zu ihrer Familie stoßen. Die gelernte Erzieherin zieht Anfang Juli gemeinsam mit ihrem Mann Axel Mayer und den acht- und fünfzehnjährigen Kindern in ein Haus des Albert-Schweitzer-Kinderdorf e.V.s, um dort Nachwuchs zu betreuen, deren Eltern nicht erziehungsfähig sind. Die siebte Einrichtung des Vereins wurde am Donnerstag mit achtzig Gästen in Klotzsche auf dem Lauschigwiesenweg eingeweiht. Grüße der Sozialministerin Barbara Klepsch überbrachte der zuständige Abteilungsleiter für Jugend, Familie und Teilhabe Ulrich Menke. Er bezeichnete die Aufnahme im Kinderdorf als Glücksfall für diejenigen, die nicht in ihren Herkunftsfamilien leben können. „Kinder, die hier einen Zufluchtsort finden, werden Herausforderungen im Leben später gut meistern können“, ist er überzeugt.

Das moderne Haus in der Neubausiedlung kostete rund 900.000 Euro Förder- und Spendengelder und wurde knapp ein Jahr lang gebaut. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Insgesamt 18 Zimmer auf 440 Quadratmetern bieten der neuen Patchwork-Familie genug Raum. Wer bald mit im Haus wohnen wird, wissen die Pflegeeltern selber noch nicht. „Es gibt derzeit schon viele Anfragen. Die Hauseltern entscheiden bald gemeinsam mit dem Jugendamt Dresden und dem Albert Schweitzer e.V., welche Kinder sich altersbedingt eignen würden und am besten integriert werden könnten“, erklärt Jasmin von Zahn, Assistentin des Geschäftsführers Frank Richter. Angst vor der Herausforderung hat die Familie jedoch nicht. „Wir sind eher sehr gespannt. Aber es wird natürlich Höhen und Tiefen geben – wie in jeder Familie“, meint Töppner. „Bald wird hier richtig Leben einziehen“, freut sich auch ihr Mann.

Die Pflegekinder wachsen aus verschiedensten Gründen im Kinderdorf auf. Einige Eltern sind psychisch oder körperlich zu krank, um sich um sie zu kümmern. Wieder andere Kinder werden etwa von alkoholkranken oder gewalttätige Eltern vernachlässigt. Im Kinderdorf werden sie gemeinsam mit zwei anderen Erziehern pädagogisch betreut und leben bis zur Volljährigkeit mit ihrer Pflegefamilie zusammen. Urlaub, Essen, Ausflüge und Feiertagsfeste – das alles erlebt die neue Großfamilie dann gemeinsam. Derzeit betreut der Verein 22 Kinder in Moritzburg-Steinbach und zehn in Lockwitz und Übigau. „Die Häuser soll ein Ort sein, an dem Kinder sich geborgen fühlen“, so Geschäftsführer Frank Richter.

Im Anschluss an die Einweihungsfeier konnten die Gäste das Haus erkunden. Nach 25 Jahren weiß Richter, worauf es beim Hausbau ankommt. „Neben gemeinsamen Wohnräumen mit den aufgenommenen Kindern stehen den Kinderdorfeltern auch Privaträume zur Verfügung. „Es ist wichtig, dass sich die Eltern mit ihren leiblichen Kindern auch einmal zurückziehen können.“ Am Samstag dürfen auch die Nachbarn im neuen Wohnheim vorbeischnuppern. „Es ist wichtig, dass das Kinderdorf fest in der Umgebung integriert wird und ich denke, die Anwohner sind sehr offen dafür“, erzählt Richter.

Von Katharina Jakob

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