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Lokales Kinderbetreuung im Dresdner Rathaus soll zurückkommen
Dresden Lokales Kinderbetreuung im Dresdner Rathaus soll zurückkommen
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09:23 04.04.2017
Mit dem Angebot würde das Rathaus sehr zur Familienfreundlichkeit in der Stadt beitragen. Quelle: dpa
Dresden

Mit einem gemeinsamen Antrag wollen die Fraktionen der Linken, der Grünen und der SPD, die im Stadtrat über die Mehrheit verfügen, die Wiederaufnahme der Kinderbetreuung im Rathaus, die bereits zwischen 2008 und 2014 angeboten wurde, erwirken. Das Angebot richtet sich an Eltern, die im Rathaus Behördengänge zu erledigen haben. „Wer das schon einmal mit einem Kleinkind gemacht hat, weiß, dass das nicht lange gut geht“, sagt Pia Barkow (Die Linke). Auch wer an Stadtratssitzungen teilnehmen will, soll die Möglichkeit der Betreuung wahrnehmen können.

Es sei ein „leicht zu finanzierendes Projekt“, wie Michael Schmelich (Bündnis 90/Die Grünen) versicherte. Gefördert werden würde es durch das seit diesem Jahr existierende Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter. Als Arbeitskräfte sollen langzeitarbeitslose Personen vermittelt werden, idealerweise mit pädagogischem Hintergrund. Letzteres sei jedoch keine Voraussetzung. „Wir wollen den Personenkreis nicht von vornherein einschränken“, so Schmelich. Ziel sei es, diese Person auch langfristig in ein gesichertes Arbeitsverhältnis zu überführen. Somit würde man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Wer für den Job infrage kommt, entscheiden Jobcenter und Verwaltung gemeinsam. Die Förderung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales beträgt bis zu 1370 Euro pro Monat je Arbeitsplatz bei 30 Wochenstunden.

Mit dem Angebot würde das Rathaus sehr zur Familienfreundlichkeit in der Stadt beitragen. „Seit Jahren herrschen in Dresden wachsende Geburtenzahlen“, weiß Barkow. „Hier leben 35 000 Kinder unter sechs Jahren, das ist mit 6,3 Prozent der deutschlandweit höchste Wert unter den Großstädten.“ Falls der Antrag durchgewunken wird, müsse nur noch eine Räumlichkeit für das „Spielzimmer“ gefunden werden, möglichst in der Nähe des Eingangsbereiches. Wenn alles glatt läuft, könnte das Angebot schon nach der Sommerpause starten.

Wichtig sei, da sind sich alle Fraktionen einig, dass die Kinderbetreuung langfristig angeboten werde. In 2014 wurde sie abgeschafft, weil die finanziellen Mittel fehlten. „Es ist nicht in unserem Sinne, die Betreuung wiedereinzuführen, nur weil gerade die Fördermittel da sind, und sie dann wieder abzuschaffen, wenn diese irgendwann wieder fehlen sollten“, versichert Schmelich.

„Wir streben ein Regelangebot an“, beteuert auch Vincent Drews (SPD). „Wenn es keine anderen Finanzierungsmöglichkeiten mehr gibt, muss das über den Stadthaushalt geschehen.“ Die Betreuung der Kinder soll zu jeder Zeit während der Öffnungszeiten des Rathauses gewährleistet werden, nach Anmeldung auch bis 22 Uhr während der Stadtratssitzungen.

Von Gerrit Menk

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