Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Bei der Kinderbetreuung im Rathaus hat sich bis heute nichts getan
Dresden Lokales Bei der Kinderbetreuung im Rathaus hat sich bis heute nichts getan
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:35 18.09.2018
Die neue Kinderbeauftragte der Stadt Dresden, Anke Lietzmann, setzt sich für eine Spielecke im Rathaus ein. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Die vom Stadtrat geforderte Kinderbetreuung im Rathaus kommt of­fenbar nur schwer voran. Seit fast einem Jahr gibt es einen Beschluss des Stadtrats, doch bis heute hat sich praktisch nichts getan. Im Jugendhilfeausschuss verwies Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) kürzlich da­rauf, dass die besucherintensiven Äm­ter im kommenden Jahr aus dem Rathaus ausziehen, weil das Verwaltungsgebäude sanierungsbedürftig ist. Am Interimsstandort sollte dann nach einer Lösung ge­­sucht werden. „Hier wäre das rausgeschmissenes Geld“, sagte OB Hilbert im Ausschuss.

Für Dorothee Marth, Ausschussmitglied für die SPD, ist das Rathaus derzeit „sehr familienunfreundlich“. Als Interimslösung sollte wenigstens ein Spielzimmer oder ähnliches eingerichtet werden. Die neue Kinderbeauftragte der Stadt, Anke Lietzmann, pflichtete ihr bei. Der Bedarf sei da. „Heute sind im Rathaus 180 Nummern ge­zogen worden“, be­schrieb sie den erheblichen Publikumsverkehr. Interesse werde auch von „den wartenden Müttern und Vätern verstärkt so kommuniziert“.

Im April 2017 schon hatten Linke, SPD und Grüne im Stadtrat eine Initiative ge­startet, im November 2017 wurde diese vom Stadtrat beschlossen. Als Beitrag zur Familienfreundlichkeit in der Landeshauptstadt Dresden wurde der OB aufgefordert, die von 2008 bis 2014 schon angebotene Kinderbetreuung im Rathaus wieder aufzunehmen. Das Angebot sollte sich an Eltern richten, die im Rathaus Be­hördengänge erledigen oder an Stadtratssitzungen teilnehmen. In der Nähe des Eingangsbereichs sollte dafür Räume zur Verfügung gestellt werden, die während der üblichen Öffnungszeiten des Rathauses oder auf Anmeldung zu Zeiten der Stadtratssitzung unentgeltlich genutzt wer­den können.

Übergangslösung bis zum Umzug der Ämter

Die Stadtratsfraktionen strebten für die personelle Ausstattung eine Kooperation mit dem Jobcenter an, für die Raumausstattung und die Spielmaterialien schien den rot-grün-roten Stadträten ein Betrag von 20.000 Euro für ausreichend. Dorothee Marth (SPD) ließ es sich nicht nehmen, daher darauf zu verweisen, dass der OB an anderer Stelle schon mal darauf hinweist, dass sogar 200.000 Euro angesichts des Milliardenvolumens des Haushalts „im Grundrauschen untergehen“.

Bei der Spielmöglichkeit ist es offenbar nicht so einfach, es scheint aber etwas in Bewegung zu kommen. Nach Auskunft von Stadtsprecher Karl Schuricht wäre an den neuen Standorten für die Verwaltung denkbar, die Wartebereiche kinderfreundlich und kindersicher einzurichten. Dazu gehörten Steckdosenschutz und Fenstersicherung. In räumlich beengten Wartebereichen sollte ein in unmittelbarer Nähe befindlicher Büroraum so ausgestattet werden, dass sich Eltern mit Kindern im Spielbereich aufhalten können. Es könnten Spielteppiche aus schwer entflammbaren Materialien ausgelegt werden. Über die weitere Ausstattung werde dann vor Ort entschieden. „Ob in der Zwischenzeit hier noch im Rathaus am Külz-Ring spezielle Möglichkeiten für Kinder geschaffen werden, wird geprüft“, fügte Schuricht hinzu.

Der Umzug ist für das 2. Quartal 2019 geplant. „Das ist selbstverständlich eine zu lange Zeit, um tatenlos abzuwarten“, meint die Kinderbeauftragte der Stadt, Anke Lietzmann. Sie ist seit 1. Juni im Amt und fast genauso lange treibt sie das Thema Kinderbetreuung im Rathaus um. Dem OB-Büro konnte sie inzwischen Vorschläge für eine Übergangslösung bis zum Umzug der Ämter zuarbeiten. Für zwei besonders stark durch Kinder frequentierte Bereiche sollen schwer entflammbare Spielteppiche angeschafft werden. Auf diesen hätten die Kinder die Möglichkeit, zu sitzen und zu spielen. Sie wären weder auf die zur Verfügung stehenden Sitzplätze angewiesen noch müssten sie auf dem kalten Fußboden krabbeln. Lietzmann: „Ich gebe zu, dies ist keine wirklich zufrieden stellende Lö­sung. Aber ich bin mir sicher, dass es die Situation für die Familien wesentlich entschärft.“

Von Ingolf Pleil

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lokales Schallschleuse am Dresdner Kulturpalast - Großer Aufwand für ein kleines Häuschen

Im Herbst 2021 ist der Kulturpalast endgültig fertig. Dann geht die Schallschleuse an der Laderampe in Betrieb, die den Nachbarn der Stadthalle eine ruhige Nacht ermöglichen soll. Der Bau ist zwar klein, dafür aber mit großen Problemen verbunden.

18.09.2018

20 neue Zebrastreifen sollen bis Jahresende in Dresden entstehen. Dieses Pensum ist kaum zu schaffen, meinen Kritiker.

17.09.2018

Seit Montag können Falschparker ihre Knöllchen in Dresden auch online bezahlen. Das Ordnungsamt verspricht eine schnelle und einfache Abwicklung – vor allem für Mietwagennutzer ist das ein Vorteil.

17.09.2018