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Kinder-Uni Dresden: Kann eine Badewanne ein Kunstwerk sein?

500 Schüler lauschen Vortrag von Ausstellungsmacher Daniel Tyradellis Kinder-Uni Dresden: Kann eine Badewanne ein Kunstwerk sein?

Museen können manchmal ganz schön langweilig sein – vor allem für Kinder, oder? Aber wann ist eine Ausstellung eigentlich spannend? Und kann auch eine Badewanne ein Kunstwerk sein? All diese Fragen beantwortete Ausstellungsmacher Daniel Tyradellis 500 neugierigen Kindern im Hygiene-Museum.

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Quelle: Anja Schneider

Dresden. Museen können manchmal ganz schön langweilig sein – vor allem für Kinder, oder? Aber wann ist eine Ausstellung eigentlich spannend? Und kann auch eine Badewanne ein Kunstwerk sein? Wie kommt ein Kreuzfahrtdampfer ins Museum – und was soll er da? All diese Fragen beantwortete Daniel Tyradellis 500 neugierigen Kindern am Dienstag Abend im Hygiene-Museum. Der Berliner Philosoph und Ausstellungsmacher hielt den letzten Vortrag im Sommersemester der Kinder-Universität, die von den DNN präsentiert wird. Die Veranstaltungsreihe hält vier Vorträge für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren bereit. Wer mindestens drei Vorträge besucht und sich dort jeweils einen Stempel geholt hat, bekommt eine Teilnahmebescheinigung.

Tyradellis kennt sich aus in Museumsdingen. Seit 20 Jahren konzipiert er Ausstellungen – „da, wo man mich lässt“, erklärte er den Schülern. Erwachsene und vielleicht auch ein paar Kinder werden sich an die beiden Sonderschauen „Scham. 100 Gründe rot zu werden“ (2016) und „Reichtum. Mehr als genug“ (2013) im Hygiene-Museum erinnern, für die er die Gesamtleitung hatte.

„Deutschland hat die meisten Museen auf der ganzen Welt – wieviele sind es, was schätzt ihr?“, fragte Tyradellis in die große Runde. „100, 500, 1500...“, kam es aus dem Publikum. Weit gefehlt: 6500 Museen mit insgesamt 16 500 Ausstellungen pro Jahr seien es. „Wenn ihr alle sehen wolltet, müsstet ihr euch jeden Tag 45 Ausstellungen anschauen – das schafft kein Schwein und auch kein Mensch“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu.

Aber was für Kunstwerke zeigt man in einer Ausstellung? Na, Bilder zum Beispiel. Nachdem sie sich weiße Handschuhe übergestreift hatten, durften zwei Kinder eine Kopie des 600 Jahre alten und sündhaft teuren Gemäldes „Porträt zweier Freunde“ von Jacopo da Pontormo hereintragen und vorsichtig auf die Staffelei stellen. Doch nicht nur ein Gemälde könne ein Kunstobjekt sein, erklärte Kurator Tyradellis den staunenden Kindern, sondern auch eine Badewanne – zum Beispiel dann, wenn der berühmte Aktionskünstler, Bildhauer, Zeichner und Kunsttheoretiker Joseph Beuys sie mit Heftpflaster, Mullbinden, Fett und Kupferdraht bearbeitet hat.

Von Katrin Richter

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