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Lokales Kesselsdorfer Straße wird keine reine Fußgängerzone
Dresden Lokales Kesselsdorfer Straße wird keine reine Fußgängerzone
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08:32 26.09.2018
Die Kesselsdorfer Straße soll zwischen Reisewitzer und Rudolf-Renner-Straße ausgebaut werden. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Die Kesselsdorfer Straße ein Fußgängerboulevarddieser Wunsch eines lautstarken Teils der Löbtauer hat laut einer verkehrsplanerischen Untersuchung keine Chance. Am heutigen Mittwoch wird die Studie den Stadträten im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften vorgestellt. Dabei haben die Verkehrsplaner untersucht, wie sich Einschränkungen für den Autoverkehr im Abschnitt zwischen Reisewitzer und Rudolf-Renner-Straße auf den Verkehrsfluss auf der Kesselsdorfer Straße sowie auf umliegenden Nebenstraße auswirken würde.

Der Abschnitt soll im Anschluss an die derzeit laufenden Arbeiten an der neuen Zentralhaltestelle an der Kesselsdorfer Straße ausgebaut werden. Diese darf nach Fertigstellung nur noch von Bus und Bahn befahren werden – was offenbar Begehrlichkeiten bei Anwohnern geweckt hat. Sie wollen den Autoverkehr im Zuge der weiteren Sanierung der Kesselsdorfer Straße zugunsten breiterer Fußwege einschränken.

Verachtfachung der Wartezeit

Die Studie sieht dafür keine Realisierungschancen. Das wird insbesondere deutlich, wenn man die Auswirkungen einer Verringerung von derzeit vier auf drei Fahrspuren betrachtet. Die Variante hätte den Vorteil, dass sich die Wegnahme eines etwa zwei bis 2,50 Meter breiten Streifens vom denkmalgeschützten Vorplatz des Neuen Annenfriedhofes erübrigt, wenn nur eine Spur in stadtwärtiger und zwei Spuren in landwärtiger Richtung geführt werden. Das ist bei der bisherigen Vorzugsvariante der Verwaltung, der der Ortsbeirat Cotta schon zugestimmt hat, erforderlich. Ebenso, wenn die zwei Spuren in stadtwärtiger Richtung verlaufen und die eine Spur in Richtung Stadtgrenze führt.

Insbesondere die DVB-Straßenbahnen Quelle: Dietrich Flechtner

Beide dreispurige Varianten haben enorme Nachteile für den Verkehrsfluss. Sowohl Autofahrer als auch Straßenbahnen müssen insbesondere an den Kreuzungen Rudolf-Renner-Straße und Wernerstraße mit langen Wartezeiten und Rückstau rechnen. Eine Fahrbahneinengung trifft dabei insbesondere die Straßenbahnen der Dresdner Verkehrsbetriebe, die in dem Abschnitt immerhin 60.000 Fahrgäste am Tag befördern. In stadtwärtiger Richtung wird teils eine Verachtfachtung der Wartezeit von 44 auf 337 Sekunden prognostiziert.

Geringe Effekte hätte laut Untersuchung, wenn aktiv in den Verkehrsstrom eingegriffen oder gesperrt würde. So brächte ein Umlenken der Verkehrsströme per Ampelschaltung in Richtung Zentrum über die Julius-Vahlteich- und die Coventrystraße zwar einen Rückgang der Verkehrsbelastung auf der Kesselsdorfer Straße. Der ist mit knapp 2800 Autos jedoch gering. Auf der Coventrystraße würde der Verkehr dagegen nur um 1900 Autos am Tag zulegen.

Das ist ganz ähnlich, wenn die Kesselsdorfer Straße zwischen Bünaustraße und Kesselsdorfer Straße gesperrt werden würde. Dann wären nur 2300 mehr auf der Coventrystraße. Dagegen wird in beiden Fällen eine deutlich Zunahme des Verkehrs im Nebenstraßennetz prognostiziert. Dazu trägt auch bei, dass die Planer von etwa 10.000 Autos täglich ausgehen, die ihre Quelle oder ihr Ziel in dem Abschnitt der Kesselsdorfer Straße haben.

Von Uwe Hofmann

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