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16:40 19.09.2016
Dresden

 Maximilian Krah, Beisitzer im Dresdner CDU-Vorstand, hatte am Freitagabend mit den Worten „Die Willkommenskultur ist tödlich“ im Internet den Amoklauf in München kommentiert und einen Shitstorm auf Twitter ausgelöst. Schnelle Sanktionen gegen den Politiker seitens der CDU wird es allerdings nicht geben. Der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Christian Hartmann erteilte entsprechenden Überlegungen eine klare Absage. „Wir müssen aufpassen, dass wir im Zuge dieses Sachverhaltes nicht unsere demokratischen Grundsätze aushebeln“, sagte Hartmann gegenüber den DNN. Schlussendlich müssten immer die Mitglieder über derartige Schritte entscheiden und das sei derzeit nicht absehbar. Hartmann kündigte jedoch an, dass der Twitter-Tweet Thema im nächsten Kreisvorstand sein wird.

Der Landtagsabgeordnete bekräftigte noch einmal seine Distanzierung von Krahs Aussage. „Der Tweet kam zu einem Zeitpunkt an dem Zurückhaltung angebracht gewesen wäre, anstatt zu Spekulieren und Stimmung zu machen“, sagte der 42-Jährige. Bereits am Sonnabend hatte die CDU sich mit den Worten „Wir distanzieren uns entschieden von den Aussagen von Maximilian Krah. Nicht nur der Zeitpunkt war unangemessen“ von ihrem Mitglied abgewandt.

 Der Tweet könnte dem Rechtsanwalt zum Verhängnis werden, denn Krah nimmt derzeit bereits zum zweiten Mal Anlauf, um seinen Parteifreund Andreas Lämmel zu verdrängen und im kommenden Jahr für die CDU als Kandidat bei der Bundestagswahl anzutreten. Mitte September entscheidet die Dresdner Union, wer das Rennen macht. Ob Krah sich Hoffnungen auf den Wahlkreis Dresden I machen kann, erscheint derzeit fraglich. „Ich bezweifle, dass er seine Chancen verbessert hat“, sagte Hartmann am Montag.

Der Kreisvorsitzende ließ es sich im Gespräch mit der DNN nicht nehmen, auch darauf zu verweisen, dass Krah nicht zum ersten Mal wegen populistischer Positionen und Aussagen in der Kritik steht. So hatte Krah im vergangenen Winter auf Facebook die Bundeskanzlerin mit Hitler verglichen. Der Post wurde aufgrund eines Verstoßes gegen die Gemeinschaftsstandards von Facebook gelöscht. Bereits das Attentat von Würzburg kommentierte Krah mit den Worten „Die Willkommenskultur ist tödlich“.

Krah selber bezeichnet seine Äußerung vom Freitagabend gegenüber den DNN als „massiven Fehler“. „Im Moment in dem in München Menschen sterben, diesen Satz zu schreiben, war sicherlich nicht angemessen. Ich habe unter dem Eindruck der Ereignisse in München gegen meine eigenen Regeln verstoßen“, sagt Krah, hält aber inhaltlich an seiner Aussage fest: „Durch die Politik der offenen Grenzen ist die Sicherheit und das Zusammenleben in unserem Land gefährdet“, sagt der 39-Jährige und fügt hinzu, „ich positioniere mich so klar, weil ich will, dass sich etwas ändert“.

Von Hauke Heuer

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