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Keine Wiedereröffnung, keine Seilbahn

Dresdner Fernsehturm Keine Wiedereröffnung, keine Seilbahn

Die Machbarkeitsstudie zur Wiedereröffnung des Dresdner Fernsehturms liegt endlich auf dem Tisch. Laut Experten ist eine Wiedereröffnung derzeit nur mit einem Café denkbar, aus wirtschaftlicher Sicht aber nicht möglich. Die Varianten mit angeschlossenem Wissenschaftszentrum und Seilbahn seien aus Naturschutzgründen auszuschließen.

Die vorliegende Machbarkeitsstudie macht allen Varianten einen Strich durch die Rechnung.

Quelle: picture alliance / ZB

Dresden. Die Machbarkeitsstudie zur Wiedereröffnung des Dresdner Fernsehturms liegt endlich auf dem Tisch. Laut den Experten der Grebner beraten + planen GmbH ist eine Wiedereröffnung derzeit nur mit einem Café denkbar, aus wirtschaftlicher Sicht aber nicht möglich. Die Varianten mit angeschlossenem Wissenschaftszentrum und Seilbahn seien aus Naturschutzgründen auszuschließen.

Bereits bevor das Dokument heute im Stadtrat in einer aktuellen Stunde vorgestellt und diskutiert werden soll, veröffentlichte das Rathaus die gemeinsame Studie von Stadt, Land und Turmeigentümer Deutsche Funkturm im Internet. Gleichzeitig ist der Fernsehturmverein gestern bei einem Termin auf dem Gebäude selbst vom Oberbürgermeister über die Ergebnisse informiert worden.

Wie genau das Dokument nun zu werten ist, bleibt aber bis zur heutigen Stadtratssitzung abzuwarten. Zwar schließen die Experten gemäß ihrem aktuellen Kentnissstand die Varianten „2“ (Café und angeschlossene Seilbahn durchs Elbtal, Kosten: rund 30 Millionen Euro) und „3“ (Café, Wissenschaftszentrum und Seilbahn, Kosten: rund 62 Millionen Euro) aus Gründen des Naturschutzes aus, doch ein Hintertürchen scheint offen zu bleiben.

So geht aus den einzelnen Variantenbewertungen hervor, dass Eingriffe in Naturschutz-, Landschaftsschutz- und Forstgebiete gesetzlich derzeit zwar nicht möglich sind, gegebenenfalls aber Ausnahmeregelungen – die aber mit großen Einschränkungen verbunden wären – gefunden werden könnten. Das liegt dann aber, zumindest was die Schutzgebiete von Land, Bund oder EU angeht, nicht mehr in der Kompetenz des Stadtrates.

Mit der aktuellen Studie dürfte somit auch der von der AfD in einem Eilantrag geforderte Bürgerentscheid vom Tisch sein, sofern sich die politische Seite nicht wider Erwarten für eine kleine Variante mit einem Café (Kosten rund 16 Millionen Euro) ausspricht. Die Studie warnt an dieser Stelle aber auch ausdrücklich vor versteckten und derzeit nicht absehbaren Kosten wie beispielsweise die Erneuerung des Straßennetzes oder die Anbindung mit öffentlichen Verkehrmitteln.

So ließe sich der Turm – wenn überhaupt – nur mit überdurchschnittlich hohen Preisen betreiben. Rund sieben Euro Eintritt zuzüglich rund vier Euro Parkgebühr müssten Besucher stemmen, um alleine die kalkulierten Betriebskosten von rund zwölf Millionen Euro jährlich zu decken. Rund 250 000 Besucher müssten es zudem jährlich sein. Doch auch in solch einem Fall würde die Stadt wohl nicht mitspielen. „Eine einseitige steuerfinanzierte Lösung mit jährlichen Subventionen aus der Stadtkasse kann ich mir nicht vorstellen“, sagte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP).

Dennoch will der Fernsehturmverein weiter für die Wiedereröffnung kämpfen und schon heute Abend im Stadtrat für eine Fortsetzung der Planung plädieren. „Wir sollten anhand der Studie die positiven und als durchführbar gewerteten Aspekte aufgreifen und gemeinsam mit Stadt, Land und Telekom weiter auf einer sachlichen Ebene arbeiten“, sagte Vereinsvorstand Eberhard Mittag.

Die Studie: www.dresden.de/fernsehturm

Von Sebastian Burkhardt

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