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Lokales Keine Unterkünfte für Obdachlose mit Hunden: Dresdnerin Karin Berger findet keine Wohnung mit Schäferhund
Dresden Lokales Keine Unterkünfte für Obdachlose mit Hunden: Dresdnerin Karin Berger findet keine Wohnung mit Schäferhund
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23:45 09.09.2015
Symbolbild Quelle: André Kempner
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Am 29. September wurde die Wohnung der 57-Jährigen in Löbtau zwangsgeräumt. Berger war mit der Miete im Rückstand. Unter Tränen erzählt sie, wie Männer ihre Möbel aus dem Haus trugen. „Es ist einiges kaputt gegangen, das ideellen Wert für mich hatte.“ Seitdem ist sie auf der Suche nach einem Dach über dem Kopf für sich und ihren zehn Jahre alten Schäferhund Salvador. Im Moment wohnt das Duo in einer unbeheizten, feuchten Campinghütte. „Ich würde mich nie von Salvador trennen“, sagt Berger.

Mit dem Hund hat sie als Lebensberaterin für Mensch und Tier gearbeitet, er begleitet sie überall hin. Wegen ihm findet sie keine neue Bleibe. „Nach der Übergangswohnheimsatzung ist das Halten von Tieren in den städtischen Übergangswohnheimen grundsätzlich nicht erlaubt“, erklärt Marco Fiedler, Referent des Sozialbürgermeisters. Erst im März 2015 sollen im Wohnheim am Emrich-Ambros-Ufer ganze zwei Wohnplätze für Hundehalter entstehen. „Die von den Wohnungslosen eingegangene soziale Bindung lässt die Abgabe des Tieres im Tierheim zuweilen unangemessen erscheinen“, sagt Fiedler. Zu spät für Karin Berger und Salvador. ´

Eine Wohnung konnte die Frau bisher nicht finden, das Sozialamt hat keine passende parat. Es ist genau geregelt, wie sie wohnen darf: 45 Quadratmeter werden ihr zugestanden, höchstens 304 Euro Kaltmiete, wegen des Alters des Hundes nicht höher als im ersten Stock. Sie würde dann auch gerne wieder arbeiten. 2013 hatte sie ihren Job als Lebensberaterin aufgegeben. Vorangegangen war 2012 der Tod der Mutter, das Verhältnis war nicht gut. „Es hat mich völlig aus der Bahn geworfen“, erzählt Berger.

Im März verstirbt plötzlich ihr Lebensgefährte. Karin Berger öffnet keine Briefe mehr, kümmert sich wenig um Ämter und Fristen – bis zur Zwangsräumung. „Es war Mist, dass ich mich nicht gemeldet habe“, sagt sie in der Rückschau. „Ich hätte mich gegen die Räumung wehren müssen.“ Doch egal, ob selbst verschuldet oder nicht: Ein Dach über dem Kopf sollte jeder haben.

Franziska Schmieder

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