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Lokales Kein Umsatz im Sperrgebiet
Dresden Lokales Kein Umsatz im Sperrgebiet
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09:20 25.05.2018
Viele Unternehmen im Sperrgebiet waren in den vergangenen zwei Tagen nicht erreichbar. Quelle: Roland Halkasch
Dresden

 Glühkampen, Bremsscheiben und Keilriemen: In der großen Halle von Lex und Hesse an der Freiberger Straße ist alles vorrätig. Von dort aus beliefert der Großhändler dutzende Kunden – normalerweise. Seit Dienstagabend ging wegen der Fliegerbombe allerdings nicht mehr viel. Weil das Unternehmen mitten im Sperrgebiet lag, konnten die vielen verschiedenen Fahrzeugteile weder an- noch ausgeliefert werden. „Das ist wirklich dramatisch“, sagt Thomas Frevert. Er ist der Geschäftsführer der Dresdner Filiale und nicht der einzige Gewerbetreibende in dem Viertel, den die Sperrung hat getroffen hat.

Gut 200 Meter Luftlinie von der Halle entfernt war am Dienstagnachmittag bei Baggerarbeiten ein Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg gefunden worden. Anwohner mussten daraufhin ihr Zuhause verlassen – und auch die vielen Unternehmen waren von einem Moment auf den anderen plötzlich Teil der Sperrzone. Mittelständische Firmen mit mehreren Dutzend Mitarbeitern waren betroffen, aber auch kleine Betriebe, darunter zahlreiche Handwerker.

„Das ist ein Riesenproblem“

Peter Klingner ist einer von ihnen. Er ist der Inhaber der Kunst- und Bauschlosserei Klingner-Großmann an der Rosenstraße. Mehr als 100 Jahre ist die Firma alt, wird in vierter Generation fortgeführt. Er und seine vier Mitarbeiter waren zwei Tagen zum Nichtstun verdammt, konnten kein Material holen, nicht auf Baustellen fahren, keine Aufträge abarbeiten.

„Das ist ein Riesenproblem“, sagt Peter Klingner, der auf finanzielle Ausfälle verweist. „Das ersetzt mir keiner“ sagt der Handwerker. Gerade in diesen Tagen steht der Endtermin für einen Auftrag an. Werden er und seine Mitarbeiter nicht rechtzeitig fertig, gehen ihm mehrere Hundert Euro durch die Lappen. Und: Auch die Mitarbeiter trifft es. „Wenn sie nicht antreten, kann ich sie auch nicht bezahlen“, sagt Peter Klingner.

Um viel Geld geht es indes aber auch bei Lex und Hesse. Immerhin haben Thomas Frevert und seine 26 Mitarbeiter aus der Not heraus ihre Arbeitsplätze kurzerhand nach daheim verlagert. „Die Telefone haben wir umgestellt und wir können über das Internet viel machen“, sagt er. So war beispielsweise die Beratung von Kunden weiterhin möglich – oft ging es allerdings auch darum, sie zu vertrösten.

„Viele Kunden brauchen die Ersatzteile rasch, können nicht warten“, sagt Thomas Frevert. Oft reagierten die zwar mit Verständnis. Lange lassen sie sich aber auch nicht hinhalten: „Die gehen dann eben zur Konkurrenz.“ Und der Chef der Niederlassung sorgt sich dabei nicht nur um die seit Mittwoch entgangenen Umsätze. Denn, so sagt er, wenn es dumm läuft, kommen die Kunden nicht mehr zurück.

Auch die Abfallentsorgung stockt

Von ihrer Kundschaft leben unterdessen auch die 20 Händler in der Löbtau-Passage. Das Einkaufszentrum an der Kesselsdorfer Straße musste ebenfalls schließen. „Das bedeutet natürlich Verluste für alle Ladenbesitzer“, erklärt Centermanager Uwe Kuhnt. Zu den Geschäften gehören ein Supermarkt, auch Filialen von Fleischern und Bäckern, wo auch verderbliche Waren angeboten werden.

Mitunter haben die Auswirkungen auf die Unternehmen sogar direkte Folgen für die Dresdner. Auch das Entsorgungsunternehmen Veolia hat einen Standort an der Rosenstraße – und das führt zu Problemen bei der Abfallentsorgung. Weil die Mitarbeiter nicht mehr an die Fahrzeuge gelangten, konnten sie nicht mehr ausrücken, um in weiten Teilen Dresdens Altpapier in den Blauen Tonnen und den Containern abzuholen.

Betroffen sind aber auch Gewerbekunden. Restaurants und Großküchen beispielsweise, wo die Speiseabfälle nicht eingesammelt werden können. Die Mitarbeiter bei Veolia waren teilweise an anderen Standorten eingesetzt worden – mussten teilweise auf Abruf aber auch daheim bleiben.

 Die Stadtverwaltung hatte außerdem davor gewarnt, dass es auch bei der Entsorgung der Gelben Tonne zu Problemen kommen kann. Denn an der Rosenstraße befindet sich auch eine Sammelstelle für weggeworfene Verpackungen.

Von Sebastian Kositz

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