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Lokales Kein Geld für Jugendhilfe: Droht Projekten in Dresden das Aus?
Dresden Lokales Kein Geld für Jugendhilfe: Droht Projekten in Dresden das Aus?
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07:51 07.11.2018
Symbolfoto. Quelle: dpa
Dresden

Für Angebote der offenen und mobilen Jugendarbeit könnte es ab 2019 zu einer unzureichenden Finanzierung durch die Kommune kommen. Darauf weisen der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Stadtjugendring Dresden hin.

Hintergrund sei der momentan in den Ausschüssen beratene Haushaltsentwurf der Landeshauptstadt für die Jahre 2019 und 2020. Dieser sehe für die kommenden Jahre „keine ausreichende Dynamisierung des Budgets der freien Träger vor“. So würden beispielsweise Tarifsteigerungen, Projekte, die im Jahr 2018 begonnen und 2019 fortgeführt werden sollen sowie die zu erwartenden Mehrbedarfe in der Ausstattung mit Personal und Sachkosten oder für Investitionen „nicht oder nicht ausreichend“ berücksichtigt. „Dass die längst bekannten tariflichen Entwicklungen in der Planung nicht berücksichtigt wurden, grenzt an Ignoranz“, ärgert sich Carsten Schöne, Regionalleiter des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Sachsen in einer Erklärung.

Anett Dahl, Geschäftsführerin des Stadtjugendringes ergänzt: „Auch die bereits beschlossene Jugendhilfeplanung findet keinen Niederschlag im Haushalt.“ Demnach müsste die abzusehende steigende Zahl von Kindern und Jugendlichen im Stadtgebiet Berücksichtigung bei der Planung und Umsetzung der Angebote für die jungen Menschen finden.

Fachleute: Sanierungsstau droht wie bei Kitas

Ein weiterer Punkt ist die Befürchtung, dass die Stadt auch bei den Jugendhilfe-Einrichtungen wie Jugendtreffs sowie Kinder- und Jugendhäusern auf einen Sanierungsstau zusteuert. Was Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) für die Kitas prognostiziere, werde auch für die anderen Einrichtungen der Jugendhilfe eintreten, befürchten die beiden Verbandsexperten. Häuser, die vor 20 und mehr Jahren errichtet worden sind, würden sanierungsbedürftig. Der zur Zeit geplante Betrag in Höhe von knapp 200 000 Euro pro Jahr sei dafür wahrscheinlich unzureichend.

Was passiert, wenn der Stadtrat hier nicht nachbessert, sei leicht vorherzusagen: Angebote müssen gekürzt oder ganz geschlossen werden. Das „Gießkannenprinzip“ also eine gleichmäßige Kürzung über alle geförderten Projekte – wie es in den Jahren 2010 und 2011 praktiziert worden ist, sei keine Lösung. 1,2 Millionen Euro müssten pro Jahr noch dazu gelegt werden, schätzen die Jugendhilfevertreter. „Wir hoffen auf die Einsicht der Verantwortlichen.“, führt Schöne abschließend aus.

Positive Signale gibt es aus der Stadtratsmehrheit. „Noch verhandeln wir den Haushalt“, bremste Tilo Kießling die Aufregung. Und der Finanzpolitiker der Linken im Stadtrat fügte hinzu: „Einen Nachschlag wird es wohl geben.“

Von Ingolf Pleil

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